Nationalpark Jasmund - Rügen

Hochuferweg Kreideküste

Samstag, 25.09.2021

Mit den Rädern geht es heute vom Parkplatz Hagen durch den Wald zum Nationalparkzentrum (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Bushaltestelle unmittelbar vor dem Nationalparkzentrum Jasmund. Bei der Zuwegung zum Nationalpark haben wir uns dann doch etwas verschätzt. Denn die nur 3 km lange Strecke ist gespickt mit vielen Ab- und Anstiegen, die teilweise so steil sind, dass man sein Rad gerne mal schiebt. Wohl dem der hier ein E-Bike hat. Trotz allem ist man mit dem Rad noch um einiges schneller als zu Fuß und da wir entlang der Steilküste ja auch noch einiges vorhaben, werden uns die Räder am Abend noch gute Dienste leisten. Wer sich das alles nicht antun möchte, der kann am Parkplatz Hagen aber auch einen Bus besteigen, der ihn zum Nationalparkzentrum bringt.

 

Am Ende unserer Radstrecke angekommen, stolpern wir ziemlich unvorbereitet in Richtung des Nationalparkzentrums, wo man uns gleich mal 20 € für die Besichtigung abnehmen möchte. Da wir danach zwar auf die Besucherplattform auf dem Königsstuhl könnten, den Felsen selbst von dort aber gar nicht sehen würden, beschließen wir erst einmal den Hochuferweg entlang der Steilküste lang zu wandern, denn wegen der sind wir eigentlich hier her gekommen.

Der Hochuferweg gilt als einer der schönsten Wanderwege an der Ostsee. Er liegt mitten im Nationalpark Jasmund und führt immer direkt auf den Kreidefelsen unweit der Klippen entlang. An einigen markanten Punkten gelangt man über Treppen auch an den Fuß der Klippen. Der Wanderweg verbindet letztendlich die beiden Ortschaften Sassnitz und Lohme. Allerdings ist diese Strecke nicht an einem Tag zu schaffen, schon gar nicht, wenn man so trödelt wie wir und überall noch Fotos machen möchte.

Nach 300 Metern Fußweg erreichen wir die Victoria-Sicht. Hier hat man eine kleine Aussichtsplattform errichtet, von der aus man einen wunderbaren Blick auf den Königsstuhl hat. Wegen der geringen Entfernung zum Nationalparkzentrum ist der Andrang an der Aussichtsplattform allerdings relativ groß und so muss man sich in eine längere Schlange einreihen, ehe man einen Blick auf das Objekt der Begierde werfen kann.

Michael in der Pole Position. Da man stets die wartende Menschenschlange hinter sich spürt, hält sich die Freude in Grenzen. Allerdings gibt es in unmittelbarer Nähe auch noch eine größere Plattform von der aus man ebenfalls eine ganz gute Sicht hat.

Angelika über dem Abgrund. Jetzt nur nicht nach unten sehen.

So sieht der Blick nach unten übrigens aus.

Der Königsstuhl von der Victoria-Sicht aus aufgenommen.

Der Königsstuhl von der Victoria-Sicht aus aufgenommen.

Detailkarte Wanderung im Nationalpark Jasmund (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Jenseits der Victoria-Aussicht führt der Weg gleich einmal deutlich bergab, als wollte er dem Wanderer zeigen, was da auf ihn zukommt, damit der sich hinterher nicht beklagen kann. Dem entsprechend nimmt die Zahl derjenigen, die sich das antun möchten deutlich ab. Aber es gibt immer noch genug, die sich nicht abschrecken lassen und gewillt sind, sich auf die Anstrengungen einzulassen. Lohnend ist der Weg auf jeden Fall. Räder sind nun übrigens gänzlich verboten. Wer hier weiterkommen will, kann dies nur noch per Pedes tun.

Auf breiten Wegen führt die Strecke nun durch hochgewachsene Buchenbestände fortlaufend auf und ab. Dabei behält der Weg gebührenden Abstand zu den Klippen, um jeder Gefahr aus dem Wege zu gehen.

Möchte man nicht die schönsten Aussichtspunkte verpassen, muss man auf die schmalen Pfade achten, die in unregelmäßigen Abständen vom Waldweg zum Klippenrand abzweigen. Manchmal wurden bei Abbrüchen Bäume mit in den Abgrund gerissen, dann bildet der Wald auch kleine Fenster aus, die schon von weitem erkennen lassen, dass weiter vorn eine lohnende Aussicht winken könnte. Manchmal ziegt man aber auch Nieten und macht man den Weg komplett umsonst.

Wohin man die Linse auch hält alles lohnende Motive.

Stolperstrecke. Das kann ja für die Bäume auch nicht so richtig gesund sein.

Die Bilder zeigen leider nicht, wie schweißtreibend die Angelegenheit schon an einem mäßig warmen Tag sein kann.

Auch Hohlwege gibt es hier.

Stichweg zum Abgrund, da kann Michael nicht Nein sagen.

Und so kann das dann aussehen.

Bei der Aussicht kann man sich schon einmal ein Viertelstündchen niederlassen.

Aufregend zu sehen ist auch, wie hochgewachsene Bäume über die Jahre dem Abgrund immer näher gekommen sind. Ein Großteil der Wurzeln ist bereits freiliegt, die verbliebenen Wurzeln haben es aber geschafft, den Baum so fest in der Erde zu verankern, dass dessen vorzeitiges Ende noch vermieden werden konnte. Oft entstehen dann völlig unnatürliche Wuchsformen, die man anderen Orts nicht zu Gesicht bekäme.

Und noch ein Beispiel.

Wer zu klein ist hängt hier in der Luft.

Noch 900 m zum Strandabstieg Kieler Bach.

Wäre schön, wenn es geradeaus ginge. Aber das können wir knicken.

Tief eingeschnittene Bachtälchen werden mittels Treppen und kleinen Holzbrücken überwunden. Und schon folgt der nächste schweißtreibende Anstieg.

Unten auf der blauen Ostsee kreuzen unterdessen unbeschwert die mit Touristen beladenen Ausflugsdampfer aus Sassnitz.

Steil bergab geht es auf den letzten Metern zum Kieler Bach.

Jahreszeitlich bedingt ist es wohl eher ein Kieler Rinnsal.

Immer wieder schön, die Strände.

Interessant zu sehen, was für ein Wurzellabyrinth die Bäume ausbilden, um sich ordentlich gegen die Unwägbarkeiten des Wetters abzusichern.

Erst mal den Berg hoch, herrlich.

Was für ein Auswuchs.

Wir hatten uns auf einen beschwerlichen Rückweg eingestellt. Da wir nun aber keine Fotos mehr gemacht haben, ging es erstaunlich flott zurück.

Am Nachmittag flaut die Besuchermenge ab, jetzt können wir in aller Ruhe nach unten schauen.