Béziers

Die Schleusentreppe von Béziers

Von Mourèze aus geht es heute in Richtung A75, die übrigens zwischen Clermont-Ferrand und Béziers mautfrei ist. Auf der Autobahn geht es nun natürlich richtig flott und so haben wir die 50 km Strecke nach 34500 Béziers ruckzuck hinter uns gebracht.

Beziérs, mit dem Stellplatz, der Schleusentreppe des Canal du Midi (Les 9 Écluses de Fonseranes), mit Alter Brücke (Pont Vieux) und historischem Stadtkern (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Der Stellplatz liegt unterhalb der Stadt, südöstlich des Bahnhofs, in der Talaue des Flüsschens Orb, unmittelbar hinter einem Sportplatz. Im Luftbild war der Platz Anfang 2023 noch als Grünfläche zu erkennen. Dementsprechend kann der nunmehr teils asphaltierte, teils geschotterte und mit einer Schranke versehene Platz noch nicht allzu alt sein. Sowohl die angrenzende Avenue Fernand Sastre als auch der nahegelegene Bahnhof sind lärmtechnisch wahrzunehmen. Wir fanden die Geräuschkulisse aber erträglich.  

Der Stellplatz gefällt uns gut. Betreiber ist wieder einmal Camping Car Park, der sich im Süden Frankreichs inzwischen ganz schön ausgebreitet hat. Offensichtlich lässt sich damit ganz gutes Geld verdienen und viele Kommunen werden froh sein, das Management der örtlichen Plätze vom Hals zu haben. Mit den Automaten an der Schranke kommen wir mittlerweile ganz gut klar, Toiletten haben wir wieder einmal keine, aber Strom gegen 4,00 € extra. VE ist auch vorhanden, wir können also entsorgen. Parkbuchten reichen übrigens auch für Dickschiffe mit 8 m Länge. Dass man bei Camping Car Park (CCP) auf Toiletten verzichtet, ist unseres Erachtens ganz bewusst so entschieden worden. Das Konzept ist wohl, die Plätze mit möglichst wenig Reinigungs- und Kostenaufwand zu betreiben, um sich preislich immer noch von den Campingplätzen abzuheben.

Für die Nebensaison reichen die Stellplätze aus.


Bild 1: An der Klappe im Bildvordergrund Entsorgung von Schwarzwasser. Am rechten Rand der Säule der Trinkwasserzapfhahn. Aus unserer Sicht nicht wirklich gut gelöst. Die Gefahr, Keime ins Trinkwasser zu bekommen, ist hier nicht auszuschließen. Bild 2: Beim Stromanschluss muss man sich die Service-Nummer der Säule merken (hier 103), mit seiner CCP-Karte an den Automaten gehen, bezahlen und die Nummer der Säule eingeben. Leuchtet der Knopf nicht, fließt kein Strom.  Hat etwas gedauert, bis wir das geschnallt hatten, weil es alleine in Frankreich die unterschiedlichsten Bezahlsysteme gibt. Den Betreiberketten gehört sicherlich die Zukunft, denn der Durchschnittskunde hat nur wenige Wochen Urlaub, wird deshalb immer nur kurz bleiben, um möglichst viel zu sehen und kann per Karte zu jeder Tages- und Nachtzeit und ohne große Formalitäten ein- und auschecken.   

Grauwasserentsorgung vor der VE-Säule, aber innerhalb der Schranke. Für Durchreisende also nur begrenzter Zugang, Schwarzwasser könnte man aber in der allergrößten Not entsorgen.  

Müllentsorgung im Einfahrtsbereich des Stellplatzes. Nachdem wir den Strom angeschlossen und den Müll entsorgt haben, verrammeln wir unseren Brummer und los geht es Richtung Schleusentreppe. Wir folgen zunächst einige hundert Meter der Avenue Fernand Sastre in Richtung Béziers, bis wir auf den Canal du Midi treffen und orientieren uns dann nach Westen.

Zahlreiche Boote sind entlang der Kanalstrecke am Ufer vertäut. Nicht ein einziges Boot befährt den Kanal. 

Der kombinierte Fuß-/Radweg entlang des Kanals ist sehr angenehm zu begehen, weil man hier fernab des Straßenverkehrs flanieren kann.

Canal du Midi mit dem Hafen von Béziers.


Blick vom Kanal in Richtung Cathédrale Saint-Nazaire.

Hier wird der Canal du Midi über den Fluss Orb geführt. Bestimmt schön anzusehen, wenn im Sommer hier die Boote über den Fluss kreuzen.

Angelika auf der Kanalbrücke über die Orb.

Die Kanalbrücke noch einmal aus einem anderen Blickwinkel. 

Blick zurück auf den Kanal du Midi, den wir nun jenseits der Brücke in Richtung Schleusentreppe auf den ehemaligen Treidelpfaden begehen.

Nach 45 Minuten haben wir die 2,5 km Strecke bis zur Schleusentreppe hinter uns gebracht. Ohne jeglichen Schiffsverkehr macht die Treppe schon einen etwas armseligen Eindruck, die hätte im Sommer doch ein ganz anderes Bild abgegeben.

Betreten verboten, signalisiert die Beschilderung an fast allen Punkten, an denen man einmal ein vernünftiges Foto hätte machen können. Michael ist begeistert. Vielleicht sind einfach zu viele Touristen in die Schleusenbecken gefallen?

Die Échelle d’Écluses de Fonseranes ist Béziers Schleusentreppe am Canal du Midi. Béziers liegt im Département Hérault in der Region Okzitanien. Mit sechs Kammern überwindet sie einen Höhenunterschied von 13,60 Meter. Die Schleusentreppe ist als Monument historique klassifiziert und eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das Bauwerk entstand im 17. Jahrhundert und ging gemeinsam mit dem von Pierre-Paul Riquet geplanten und gebauten Canal du Midi in Betrieb (Abschnitt bis Béziers). Die Schleusentreppe bestand ursprünglich aus acht zusammenhängenden Schleusenkammern mit einer Längsausdehnung von insgesamt ca. 300 Meter bei einem Höhenunterschied von 21,18 Meter. Eine weitere Doppelschleuse (Écluse de Notre Dame), die nicht mehr zur Schleusentreppe gezählt wurde, lag knapp vor dem etwa einen Kilometer entfernten Anschluss zum Fluss Orb. Über die Schleusentreppe und die folgende Doppelschleuse wurde den Schiffen der Abstieg zum Fluss ermöglicht (Wikipedia).

Die Schleusentreppe von oben aufgenommen. Grauenhafte Lichtverhältnisse. Beim nächsten Mal hat Michael ein Fahrrad dabei, dann kann er auch bei besserem Licht mal hier herfahren.

Auf dem Brückchen hätte man so schöne Fotos machen können.

Ein letztes Foto von unten, dann geht es in das historische Zentrum von Béziers.