Pisa

Schiefer Turm und Dom

 

Freitag, 08.04.2022, Pisa

Heute wollen wir uns Pisa ansehen. Da unser Brummer im Garagenhof in Lucca gut und sicher steht, haben wir gar keinen Anlass, daran etwas zu ändern. In den Cinque Terre haben uns die italienischen Staatsbahnen gute Dienste geleistet, also probieren wir das heute erneut aus und bewegen uns per pedes erst einmal in Richtung Bahnhof Lucca.

Von unserem Stellplatz bis zum Bahnhof sind es gut 1,5 km, dafür benötigen wir etwa 40 Minuten. Also machen wir uns gegen 09:00 Uhr auf den Weg, um den Zug um 09:40 Uhr zu erwischen. Leider verlaufen wir uns in den engen Gassen von Lucca und müssen am Ende so flitzen, dass wir nass geschwitzt ankommen und trotzdem den Zug verpassen. Also müssen wir uns gedulden, bis der nächste Zug fährt. Hin und zurück zahlen wir 7,20 € pro Person, das ist für die Strecke ok.

Die Züge fahren alle halbe Stunde und benötigen ca. 30 Minuten bis Pisa. Mangels besseren Wissens wollen wir eigentlich bis zum Hauptbahnhof (Pisa Centrale) fahren. Bei der Einfahrt in die vorletzte Station vor dem Hauptbahnhof sehen wir unweit des Haltepunktes das Baptisterium und den Schiefen Turm an uns vorüberziehen. Da fahren wir doch nicht bis zum Hauptbahnhof, sondern steigen hier direkt an der Station Pisa S. Rossore aus.

Vom Bahnhof geht es wenige Meter in südliche Richtung bis zur Straße und dann braucht man nur noch einige hundert Meter nach Osten zu laufen und schon ist man da. Tja, Zufallstreffer, aber das hat jetzt wirklich gepasst, besser geht es nicht.

Auf der Piazza Daniele Danin, unmittelbar vor der Stadtmauer versuchen zahlreiche Souvenirhändler ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Wir sind etwas überrascht, dass das Gelände nicht von Touristen überrannt wird, stellen später aber fest, dass es zum einen an der Vorsaison und zum anderen an der Tageszeit liegt. Denn im Lauf der nächsten zwei Stunden wird die Zahl der Besucher doch deutlich zunehmen.

Durch das Stadttor Porta Nuova betreten wir die Straße Piazza del Duomo und sehen zunächst das Baptisterium links vor uns.

Das Baptisterium (Battistero di Pisa) ist die Taufkirche des Doms in Pisa und zugleich die größte Taufkirche in der christlichen Geschichte. Es ist insgesamt 54 Meter hoch und hat einen Umfang von 107 Meter. Die heute sichtbaren Kopien der Büsten über den Arkaden stellen Propheten und Apostel dar, deren Originale von Giovanni Pisano erschaffen wurden.

Der Dom Santa Maria Assunta (Cattedrale Metropolitana Primaziale di Santa Maria Assunta) ist die Kathedrale des Erzbistums Pisa.

Der Dom steht auf dem weitläufigen Rasenplatz der Piazza del Duomo, auf dem sich auch die drei dazugehörenden Bauwerke Baptisterium, Camposanto Monumentale und der Campanile („Der Schiefe Turm von Pisa“) befinden.

Trotz einer Bauzeit von über 200 Jahren wurde durch den gleichbleibenden Baustoff Carrara-Marmor und die einheitliche Fassadengestaltung ein zusammenhängendes Bild geschaffen. Der Dom wurde zum Vorbild für spätere Dombauten wie z. B. in Florenz und Siena und galt jahrhundertelang als monumentalster Bau der christlichen Geschichte (überwiegend Wikipedia entnommen).

Wirklich schmucke Bauwerke, eine Augenweide sie ansehen zu können.

Reich geschmückte, zentrale Eingangspforte des Doms zu Pisa.

Auf den Turm zu steigen oder in eines der Gebäude hineinzugehen, haben wir uns von vornherein abgeschminkt. Wir wollen im Urlaub nur in der allergrößten Not in irgendwelchen Schlangen stehen. In Lucca konnte Michael auf den bekannten Turm Torre Guinigi, ohne eine Minute zu warten, so haben wir es gerne.

Auf dem schiefen Teil wirst du eh nur seekrank.

Wir machen uns doch auch ganz gut vor dieser historischen Kulisse. Eigenlob stinkt allerdings, wir sollten das vielleicht doch anderen überlassen.

Auch ein hübscher Kerl, vielleicht aber auch ein gefallener Engel?

Nach etwa 2 Stunden haben wir alles in Ruhe angesehen und beschließen, durch die Stadt zum Hauptbahnhof zu laufen, um uns auch noch ein Bild vom Rest der Stadt zu machen. In verschiedenen Quellen fand Pisa als Stadt wenig Lob, mal schauen, wie wir das sehen. 

Im Umfeld des Domplatzes hat die Zahl der Besucher inzwischen deutlich zugenommen. Es ist ein Kommen und Gehen. Wir brauchen uns gar nicht groß anzustrengen, sondern müssen uns nur dem Abstrom anschließen und gelangen in eine nach Süden führende Fußgängerzone bzw. in die Via Santa Maria.

Die ist ganz hübsch herausgeputzt, in den Nachbarstraßen sieht es aber etwas trostlos aus. Zunächst geht es in Richtung Arno, den wir relativ rasch erreichen, denn es gibt wenig, was unser Interesse derart wecken würde, dass wir uns davon lange aufhalten ließen.

Wir erreichen den Arno, müssen jetzt aber einen kleinen Schlenker machen, um an der Ponte Solferino den Fluss überqueren zu können. Flussufer sind ja in vielen Städten Schmuckstücke. Hier ist nichts davon zu sehen. Keine Grünanlagen, die zum Verweilen einladen, keine Restauration, keine schmucken Gebäude, keine Bootsanleger, alles einfach nur zweckmäßig, um ankommendes Wasser möglichst schnell weiterzuleiten. Wir sehen auch keine Ausflugsboote. Ist der Fluss zu flach? Oder macht man so etwas nicht in Italien? Südlich vom Fluss orientieren wir uns nach Südwesten in Richtung Fußgängerzone und folgen dieser dann bis zum Hauptbahnhof.

Von der Brücke gelangen wir in gerader Verlängerung auf die lärmende Via Francesco Crispi und verkrümeln uns deshalb gleich wieder in Richtung der ruhigeren Seitenstraßen. Die sind sauber und ganz hübsch hergerichtet. Aber man findet halt nichts, wo man sagen müsste, das muss man unbedingt einmal gesehen haben.

Schließlich erreichen wir den Hauptbahnhof.

Auf den Bahnsteigen am Hauptbahnhof (Pisa Centrale) gibt es ein wenig Durcheinander, weil nicht so ganz ersichtlich ist, wo denn nun der Zug nach Lucca abfährt. Aber das finden wir dann auch noch raus und nun geht es bequem zurück nach Lucca. 

Im Zug wieder alles sehr ordentlich. Bahnfahren in Italien funktioniert trotz Sprachbarriere einfacher als erwartet und macht mehr Spaß, als wir dachten. Natürlich müssen wir in Lucca wieder durch die ganze Altstadt dackeln, aber Bewegung hält gesund. Keep on walking!

 

Was Pisa angeht, schließen wir uns dem allgemeinen Urteil an, wonach das Ensemble rund um den Dom mit dem Schiefen Turm absolut sehenswert ist, die Stadt selbst aber wenig zu bieten hat. Zwar haben wir nicht allzu viel von der Stadt gesehen, aber wenn das Zentrum und der Fluss schon so trostlos daherkommen, warum sollten dann die abgelegenen Vororte mehr zu bieten haben. Wir finden, es gibt einige Orte, wo ein zweiter Besuch deutlich lohnender ist.