Halbinsel Darß - Zingst

Zingst

Samstag, 18.09.2021 

Übersichtskarte Zingst und Umgebung (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

 

In Barth haben wir eine schöne ruhige Nacht verbracht. Deshalb fahren wir nach dem Frühstück ganz bewusst auch nach Barth hinein, um einzukaufen. Denn die Stadt, die einem eine recht ordentliche Übernachtungsmöglichkeit zum Nulltarif bietet, sollte dafür auch belohnt werden. Wir können jeden Euro nur einmal ausgeben und wenn städtische Einrichtungen und überteuerte Beherbergungsbetriebe hiervon schon einen ordentlichen Teil abgreifen, dann bleibt eben weniger für den Einzelhandel und die Restaurants. Heute ist es einmal genau umgekehrt.

Vom Parkplatz südlich des Osterwaldes ging es mit den Rädern in Richtung Osterwal, Ostseeküste und Gasthaus. Die Mammutbäume haben wir leider nicht gefunden (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Anders als das städtische Zingst gefällt uns das Umfeld der Stadt wirklich gut. Deshalb haben wir uns heute vorgenommen, den östlich Zingst gelegenen Osterwald einmal mit den Fahrrädern zu erkunden. Wieder geht es über die Landesstraße L 21 und die Meinigen-Brücke. Heute finden wir allerdings einen Nothalt, wo wir mal kurz aussteigen und ein paar Fotos machen können.

Die Eisenbahnstrecke ist wohl außer Betrieb. Züge haben wir hier jedenfalls keine gesehen.

Der Rest der Bahnstrecke im Bereich der Meiningen-Brücke.

Kraniche haben uns durch den gesamten Urlaub begleitet. Tausende ziehen jeden Morgen von den Rast- zu den Futterplätzen und am Abend retour.

Ausgedehnte Schilf- und Seggenfelder sind weit verbreitet in den Boddengewässern.

Südlich des Osterwaldes finden wir einen kleinen Parkplatz, wo es mal nicht verboten ist, ein Womo abzustellen. Das Angebot nehmen wir gerne an, machen unsere Drahtesel startklar und fahren durch den Osterwald schnurstracks nach Norden in Richtung Ostsee.

Den Namen erhielt der Osterwald durch seine Lage östlich des Ortes Zingst. Mit Ostern hat die Bezeichnung nichts zu tun. Das Waldgebiet ist vor einigen tausend Jahren durch Anlandung entstanden und liegt nur knapp über dem Meeresspiegel. Durch seine Lage weist es meist moorige Waldböden auf. Eine Besonderheit sind die sechs 1955 angepflanzten Urweltmammutbäume, eingeführt aus China, die wir leider nicht gefunden haben. Wir kennen Mammutbäume aus den USA und hatten deshalb erwartet, dass sie den heimischen Wald deutlich überragen. Weil hier aber eine kleinwüchsigere Art steht und die Bäume ja auch noch recht jung sind, ist das noch nicht der Fall und man findet sie nur, wenn man auf die Beschilderung achtet. 

Schutzhütte am nördlichen Ende des Osterwaldes.

Am Fuß des hier weit zurückgesetzten Deichs befinden sich nördlich des Osterwaldes die Sundischen Wiesen. Sie bilden den östlichen Teil der Halbinsel Zingst im Landkreis Vorpommern-Rügen. Der Name bezeichnet die „Stralsundischen Wiesen“ nach der Stadt Stralsund, der ehemaligen Besitzerin der Flächen.

Absterbende Bäume in den Sundischen Wiesen. Vermutlich haben sie "nasse Füße" bekommen.

Von den Sundischen Wiesen ist man mit dem Rad in wenigen Minuten an der Ostsee.

Die See ist heute richtig aufgewühlt.

Angelika hält wieder mal nach Hühnergöttern und Bernstein Ausschau. Das treibt sie schon seit Tagen um.

Obwohl wir nur ca. 2 km östlich von Zingst sind, ist der Strand hier menschenleer. 

Pramort wäre sicher ein lohnendes Ziel, fällt aber unserer mangelhaften Vorbereitung zum Opfer. Nördlich von Pramort liegt die Hohe Düne, das größte unbewaldete Dünenfeld an der deutschen Ostseeküste. Ihr höchster Punkt ist allerdings lediglich elf Meter hoch. In Pramort und an der Hohen Düne befinden sich Beobachtungsplattformen mit Blick auf die Dünenlandschaft, die Ostsee, das östlich gelagerte Windwatt und die Boddenlandschaft. Das östlich von Pramort befindliche Windwatt verbindet derzeit dauerhaft verlandet, die Halbinsel Zingst mit der ehemaligen Insel Großer Werder. Im Herbst kann man hier besonders gut Kraniche beobachten, da diese während ihrer Zwischenrast rund um den Pramort ihre Nachtquartiere beziehen. Das klingt allerdings besser, als es tatsächlich ist, denn die Zugangsmöglichkeiten werden gerade dann, wenn es wirklich interresant wäre, deutlich eingeschränkt, um die Tiere nicht zu stören.

Etwas überdimensionierte Holzschnecken begrüßen die Besucher am Eingang zum Cafégarten Sundische Wiesen, einem etwas abgelegenen Ausflugslokal.

Da lassen wir uns selten zweimal bitten.

Ist ja nur eine bescheidene kleine Zwischenmahlzeit.

Von den Sundischen Wiesen fahren wir ins Zentrum des Osterwaldes.

Diesen baut ein bunter Mischmasch aus Birken-, Kiefern-, Eichen- und Buchenwäldchen auf.  

Der Wald soll renaturiert werden. Das geht wohl auch mit steigenden Wasserständen einher, weshalb sich das Erscheinungsbild in den nächsten Jahrzehnten deutlich ändern könnte. Eine Unbekannte sind die Auswirkungen, die der Klimawandel mit sich bringt. Die Änderungen könnten anders ausfallen, als sich die Landschaftsplaner das heute vorstellen.

Die Waldwege lassen sich meist ganz gut mit dem Rad bewältigen. Es gibt aber auch Passagen, die sehr mühsam zu befahren sind.

Wie man sieht steht Wasser im Osterwald in sehr geringer Tiefe an.

Zurück am Bodden Grabow, südlich des Osterwaldes. Jenseits der Deichkrone sind ausgedehnte Schilfgürtel ausgebildet. 

Hier haben sich zahlreiche Schwäne eingefunden.

Unterhalb des Deiches befindet sich landseitig ein Wirtschaftsweg, der sich gut mit dem Rad befahren lässt.

Der Beton eignet sich natürlich auch, um sich im Spätsommer noch etwas aufzuwärmen. Das ist allerdings nicht ganz ungefährlich, deshalb scheuchen wir das schöne Reptil ins Gras. Wär doch schade, wenn es überfahren würde.

Am späten Nachmittag geht es ein letztes Mal an den kleinen Jachthafen in Bodstedt, wo wir eine weitere Nacht verbringen werden. Dort stehen wir heute fast alleine.