Bagni San Filippo

Wir verlassen Montepulciano gegen 08:30 Uhr in Richtung Monticchiello. Auf dem Weg soll es noch einige schöne Landgüter, Zypressen- und Schirmpinienalleen geben. Und tatsächlich werden wir nicht enttäuscht.

Noch bevor wir Bagni San Filippo erreichen, passieren wir diese schöne Schirmpinienallee bei Mirador de Pupi, an der SP 88, ca. 5 km südwestlich von Montepulciano.

Schirmpinienallee bei Mirador de Pupi an der SP 88, ca. 5 km südwestlich von Montepulciano.

Idyllisch gelegenes Gehöft.

Bagni San Filippo: Das Kärtchen zeigt am oberen Rand die tatsächlich vorhandenen Straßen leider nicht vollständig an (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Bagni San Filippo erreichen wir gegen 09:30 Uhr und parken in der Via Fosso Bianco, was wohl Weißer Graben heißt. Die Straße grenzt praktisch unmittelbar an das Thermalgebiet an. Da landen wir einen Zufallstreffer, indem wir uns einfach an der Zahl der parkenden Autos orientieren und halten, wo viele parken. In dem relativ engen Sträßchen haben wir mit dem Womo natürlich etwas mehr Probleme, einen Parkplatz zu finden, aber um diese Uhrzeit ist das alles noch machbar, selbst am Ostermontag.

An der Parkuhr können wir wählen. Entweder ganzer Tag oder 3 Stunden. Wir wählen letzteres und ziehen das Parkticket für 7,50 €. Bisschen teuer, da parke ich ja in Frankfurt günstiger, aber das ist uns jetzt auch egal, wir wollen das sehen.

Nachdem wir das Ticket im Auto platziert haben, müssen wir etwa 400 m eines moderaten Anstiegs bewältigen, dann weist uns die Beschilderung den Weg hinunter zu den Thermalquellen.

Gut beschattet nähern wir uns dem weißen Graben.

Am oberen Ende ist der Graben eher grau. Das Thermalwasser tritt aus dem Hang aus Schläuchen aus und läuft dann in Richtung eines kleinen Baches ab. Auch das hätte man wieder einmal schöner machen können.

Hier oben im Tälchen sieht das Wasser auch nicht sehr sauber aus, zu viele Algen zieren den Bachgrund. Überall riecht es deutlich nach Schwefelwasserstoff. Das Wasser ist aber noch einigermaßen klar. Eine Kalziumkarbonatmineralisation fehlt hier weitgehend. Deshalb war man wohl auch gezwungen, künstliche Becken aus Geröllen und Feinkorn anzulegen. Es gibt im oberen Teil des Grabens auch nur wenige kleine Becken zum Baden.

Im weiteren Verlauf des Grabens deuten grünliche Farben auf Kupferanreicherungen hin.

Wenige Zehnermeter weiter unten läuft bereits deutlich kalkhaltiges Mineralwasser den Hang hinunter und verleiht dem Bachwasser ein milchig-trübes Aussehen. Der Schwefelwasserstoffgeruch nimmt nun immer weiter ab.

 

Als wir gegen 09:30 Uhr hier eingetroffen sind, waren noch etliche Becken leer. Ein kontinuierlicher Zustrom von Badegästen füllt aber jetzt Becken um Becken. Nur ganz unten ist noch reichlich Platz.

Weiter unten wird das Wasser milchig-blau. Diese ständigen Wechsel deuten darauf hin, dass von der Hangseite immer wieder Wässer mit veränderten Mineralisationen Eingang in den Bach finden.

Die Becken und kleine Staumauern mögen wenigstens teilweise einmal künstlich angelegt worden sein, die hohe Kalziumkarbonatmineralisation des Wassers sorgt aber zunehmend dafür, dass sie ein immer natürlicheres Aussehen annehmen.

Mächtige Kalziumkarbonatmineralisationen schieben sich in den Graben vor und drängen den Bach in Richtung des gegenüberliegenden Ufers ab.

Die fast schon schlammige Brühe schmeichelt der Haut.

Jetzt nimmt das Wasser auch noch Grautöne an. Hier wird einem wirklich alles geboten.

Grüne, braune und schwarze Verfärbungen an betonierten Querriegeln deuten auf erhöhte Kupfer-, Eisen- und Mangankonzentrationen im Thermalwasser hin.

Schon beeindruckend, diese mächtigen Kalkablagerungen.

Als wir gegen 09:30 Uhr vor Ort eintrafen, war die Parkplatzsuche auch für Womos noch kein großes Problem, als wir gegen 13:00 Uhr abfuhren, gab es praktisch keinen Parkplatz mehr. Entweder man gehörte jetzt zu den wenigen Glücklichen, die einen Parkplatz von abfahrenden Badegästen ergattern konnten oder man musste weite Wege in Kauf nehmen.

 

Auch die Sinterterrassen waren um 13:00 Uhr schon gut gefüllt, es kamen aber jetzt noch deutlich mehr Leute und es wurde auch entlang der Badestrecke recht eng. Deshalb sollte man zumindest an den Wochenenden und in den Ferienzeiten frühzeitig anreisen, um das Badevergnügen wirklich als solches erleben zu können.