Madeiras Westen

Ponta do pargo, Paol do Mar, Jardim do Mar

Dienstag, 20.01.2015 - Zweite Tagesfahrt mit dem PKW in Madeiras Westen

Mit dem Mietwagen in den Westen Madeiras ((Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Mit dem Mietwagen in den Westen Madeiras ((Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Fernblick auf Paul do Mar.
Fernblick auf Paul do Mar.
Paul do Mar am Fuße steil aufsteigender Gebirgsflanken.
Paul do Mar am Fuße steil aufsteigender Gebirgsflanken.

Weiter geht es nun über die ER 222 auf die Südseite der Insel nach Paul do Mar. Die Straße schmiegt sich eng an die Berghänge, folgt jeder Windung, die die Morphologie vorgibt, beschreibt auf diese Weise eine Kurve nach der anderen und lässt uns wenigstens doppelt so viel Kilometer fressen, wie es der direkte Weg erfordern würde. Aber das ist uns vollkommen egal. Denn jetzt sind wir auf der Sonnenseite der Insel, ständig ergeben sich neue aufregende Ausblicke und so wird die überlange Strecke trotzdem zu einem recht kurzweiligen Vergnügen.

 

Bei Fajá da Ovelha geht es auf die 223, die uns über einige Serpentinen rasch auf Meeresniveau beamt. Die letzten Windungen nutzen wir noch einmal zu einem Ausstieg, um die Aussicht auf den Ort zu genießen. Unten angekommen beeindruckt uns vor allem die steile Felswand, die bedrohlich über dem Ort hängt. Man muss sich schon wundern, dass es hier nie Stress mit Erdrutschen oder Steinschlag gegeben hat. Offensichtlich hat man keine schlechten Erfahrungen gemacht und so siedelt man entlang des schmalen Küstenstreifens munter vor sich hin.

Einfahrt nach Paul do Mar.
Einfahrt nach Paul do Mar.

Uns läuft allmählich die Zeit davon und da wir entlang der Promenade nichts wirklich Aufregendes entdecken können, geht es auf Meeresspiegelniveau durch einen etwas längeren Tunnel nach Jardim do Mar. Im oberen Teil des Ortes finden wir einen etwas größeren Parkplatz, auf dem wir unser Gefährt abstellen können. Dann geht es über den Caminho Jardim do Mar in Richtung Kirche und über die enge und etwas steilere Vereda da Beira Mar zu einer hübsch gestalteten und sehr aufgeräumten Promenade, die den Ort sichelförmig gegen das Meer abgrenzt. Lina werden die Stufen bis ganz runter ans Meer irgendwann zu viel und so beschließt sie einen etwas oberhalb gelegenen küstenparallelen Weg zu beschreiten, der ihr für den Rückweg zu unserem Muli weniger abverlangt. Lange bleiben wir nicht an der Promenade, denn auch hier scheint der ganze Ort wie ausgestorben und das ist auch ein wenig das Problem von vielen dieser Küstendörfer. Eigentlich sind es ideale Refugien, um sich einmal richtig zu erholen und zurückzulehnen. Die Straßen und Plätze sind pico bello sauber, die Gebäude liebevoll restauriert, die Gärten wunderschön anzuschauen, stets eine frische Prise vom Meer, angenehmes Klima, kein Lärm, eigentlich ideal, um hier Urlaub zu machen. Doch irgendwann braucht der Mensch auch einmal Abwechslung und da fehlt es in den kleinen Weilern einfach an allem.

Einsame Promenade in Jardim do Mar.
Einsame Promenade in Jardim do Mar.
Küstenlinie nördlich Jardim do Mar.
Küstenlinie nördlich Jardim do Mar.
Aufstieg zurück zum Parkplatz in Jardim do Mar.
Aufstieg zurück zum Parkplatz in Jardim do Mar.
Aufstieg zum Parkplatz in Jardim do Mar.
Aufstieg zum Parkplatz in Jardim do Mar.
Kirche von Jardim do Mar.
Kirche von Jardim do Mar.

Kirche im oberen Teil von Jardim do Mar.
Kirche im oberen Teil von Jardim do Mar.
Bananenplantagen im Großraum Calheta.
Bananenplantagen im Großraum Calheta.
Bananenplantagen im Großraum Calheta.
Bananenplantagen im Großraum Calheta.

Von Jardim do Mar aus geht es weiter über Calheta in Richtung Ponta Do Sol. Unterwegs verlieren wir ein wenig die Orientierung, aber die oft großartige Aussicht auf das unter der tief stehenden Sonne dunkelblau schimmernde Meer und zahlreiche Bananenhaine entschädigen uns großzügig für den einen oder anderen Umweg und nach gut 45 Minuten Fahrt ist es dann auch geschafft. Unser letzter Programmpunkt ist das auf einem vorgelagerten Felsen thronende, kleine Restaurante do Cais in Ponta Do Sol, das bei unserem ersten Besuch geschlossen war. Und dieses Mal haben wir doppeltes Glück. Das Restaurant ist nicht nur geöffnet, nein, der kleine, aber hübsche Balkon mit der tollen Aussicht auf das Städtchen ist verwaist, so als habe er den ganzen Tag nur auf uns gewartet und da lassen wir uns natürlich nicht zweimal bitten. Auch wenn die Sonne ein wenig blendet, genießen wir ihre wärmenden Strahlen. Mit dem Essen müssen wir uns wieder einmal wegen des abendlichen Buffets zurückhalten, aber eine Coke als Wachmacher und danach eine Tasse Kaffee, dazu einen kleinen Snack, das geht immer. Gegen 18:30 Uhr treten wir die Heimreise an. Heute haben wir wirklich sehr viel gesehen und uns eine ganze Menge Appetit für einen weiteren Madeiratrip geholt. Lina hat recht, Michaels anfängliche Sorge, auf einer Insel gäbe es für einen längeren Aufenthalt nicht ausreichend Ziele, ist zumindest auf Madeira unbegründet, dies umso mehr, wenn man von den zahlreichen Levadas gerade einmal eine einzige gesehen hat.

Gratisautowäsche bei Ponta Do Sol.
Gratisautowäsche bei Ponta Do Sol.

Sonnenbad im Januar, was will man mehr.
Sonnenbad im Januar, was will man mehr.
Restaurante do Cais in Ponta Do Sol.
Restaurante do Cais in Ponta Do Sol.