Anfahrt Kloster Montserrat

Sonntag, 24.03.2024

Heute geht es zum Kloster Montserrat bei Barcelona. Unser erstes Etappenziel soll Lleida sein, bis dorthin sind es etwa 160 km. Das Navi schickt uns erst einmal auf die Autobahn und da sehen wir wie einfach es gewesen wäre an den CP anzufahren, wenn uns das Navi nicht durch die ganze Stadt gelotst hätte, nur weil das ein wenig kürzer war. 

 

Nach einigen Kilometern Fahrt schickt uns das Navi von der Autobahn runter auf die Nationalstraße. Wir vermuten, das liegt wieder einmal an der Maut. Aber Nationalstraße und Autobahn laufen fast parallel nebeneinander und von Mautstationen ist weit und breit nichts zu sehen. Also fahren wir wieder auf die Autobahn und tatsächlich bleibt alles mautfrei, zumindest bis Lleida.

Nach etwa 2 Stunden Fahrt erreichen wir gegen 11:30 Uhr Lleida. Da an fast allen Parkplätzen vor Autoaufbrüchen gewarnt wird, suchen wir uns einen Platz mit viel Übersicht in der Avinguda de Miquel Batilori einem der Vororte und machen Mittagspause. Wir bleiben unbehelligt, weit und breit keine komischen Leute wie in P4N beschrieben.

Von unserem Rastplatz aus ist die Kathedrale von Lleida gut zu sehen. Ganz kurz überlegen wir mal, ob wir nicht doch eine Nacht bleiben sollen, wir würden uns Lleida ja schon gerne einmal ansehen. Aber wenn wir uns nicht sicher fühlen, machen wir das nicht mehr, wir haben einfach null Bock auf einen Einbruch oder sonstigen Stress mit zwielichtigen Figuren.

Nach einer gemütlichen Mittagspause fahren wir um 13:30 Uhr weiter. Zu früh in Montserrat anzukommen ergibt laut P4N-App keinen Sinn, weil da noch alle freien Plätze durch Sonntagsausflügler belegt sind. In P4N lesen wir außerdem, dass die Anfahrt über die Straße BP 1103 die bessere Wahl sei, die Straße BP 1121 sei eng und kurvenreich und deshalb weniger zu empfehlen. Daran halten wir uns dann auch und sind wirklich überrascht, wie bequem wir bis zum Kloster hochfahren können.

(Quelle Lageplan: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Bei El Bruc (bzw. Hotel Bruc) verlassen wir die Autovia del Nord-Est, folgen dem Hinweisschild in Richtung Montserrat und Manresa und biegen zunächst einmal auf die B 111 ab. Nun haben wir noch 11 km Strecke vor uns.

Schon 1,5 km später wird die B 111 zur BP 1103, die uns nun endgültig an unser Tagesziel bringt.

Unser Wägelchen schnauft ein wenig, aber es sind immer wieder auch flache Passagen eingeschaltet, wo es sich etwas erholen kann. Die Steilwände sind recht beeindruckend und wir sind jetzt schon gespannt, was wir oben zu sehen bekommen.

Oben angekommen, sind sämtliche Parkplätze belegt. Es herrscht ein Gedränge wie in einer Großstadt. Es ist jetzt 16:30 Uhr, das Wetter ist durchwachsen, es ist Vorsaison und trotzdem so voll. Nun gut, es ist halt auch Wochenende und wir wurden ja im Netz gewarnt nicht zu früh zu kommen. Wir schauen uns ein wenig um und entdecken eine Parklücke am Rande des Parkplatzes. Der Platz ist so schräg, dass wir sofort erkennen, dass wir unseren Brummer auch mit Keilen nicht ganz in die Horizontale bringen werden. Und das geht den meisten anderen Fahrzeugen ganz genauso. 

Montserrat ist ein etwa 40 km langer Gebirgszug in Nordspanien. Er beginnt etwa 50 Kilometer nordwestlich Barcelona und erhebt sich bis auf über 1200 Meter Meereshöhe. Das Montserrat-Gebirge beherbergt nicht nur das berühmte Benediktinerkloster Santa Maria de Montserrat, sondern bietet auch eine ganze Reihe schöner Wanderrouten und herrliche Aussichten in das Umland.

Ganz vorsichtig bugsieren wir unser Fahrzeug in die verbliebene Lücke und sind froh, als wir endlich stehen. Unmittelbar neben uns ist ein Mäuerchen und danach geht es richtig steil nach unten. Hier oben sind die vorhandenen Flächen wirklich bis auf den letzten Quadratmeter ausgenutzt.

Schon kurz danach bewegen wir uns hinauf zum Kloster. Auch weiter oben ist alles zugeparkt, zum Glück haben wir gar nicht erst versucht so weit nach oben zu kommen, dort hätten wir keine Chance gehabt. Wir sehen uns oben um und machen Fotos. Die Sonne steht nicht günstig, es ist stark bewölkt aber der blaue Himmel schaut immerhin ab und zu mal durch. Für Morgen ist ja Regen angesagt, da wird es wohl kaum besser werden.

Ansonsten ist hier oben wirklich alles vermarktet, was sich auch nur irgendwie vermarkten lässt. Es gibt auch eine große Jugendherberge, die unvermeidlichen Souvenirs und allerlei Delikatessen zu überhöhten Preisen. Man muss den Rummel schon aushalten können, ansonsten sollte man fernbleiben.

 

Mit dem Womo ist es hier jedenfalls perfekt, insbesondere wenn die Sonne scheint, denn dann kann man herrliche Abende und Morgen erleben zu Zeiten, wenn hier die PP noch weitgehend leer sind und der Rummel noch nicht angefangen hat.

Restaurant und Souvenirverkauf vom Parkplatz aus aufgenommen.

Auf diesem und den nachfolgenden Bildern sieht man einmal, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt hier hochzukommen. Im Bahnhof Barcelona-Plaça Espanya fahren stündlich Züge der Ferrocarrils de la Generalitat de Catalunya nach Montserrat ab. Mit der Regionalbahnlinie R5 fährt man bis nach Monistrol de Montserrat und hat dort die Wahl zwischen der Seilbahn oder der Zahnradbahn. Die Zahnradbahn, Cremallera de Montserrat, wurde bereits 1881 gebaut.

(Quelle Lageplan: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Diese Bahn verbindet Santa Cova, auf 590 m ü. NN, mit Monestir in 905 m ü. NN.

Die Aeri de Montserrat genannte Seilbahn. Im Gegensatz zur Zahnradbahn fährt sie nicht vom Regionalbahnhof Monistrol ab, sondern einen Halt vorher von der gleichnamigen Haltestelle “Aeri de Montserrat”. Vgl. hierzu unsere Lagepläne.

(Quelle Lageplan: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Die Benediktinerabtei Santa Maria de Montserrat liegt auf 721 Metern Höhe im gleichnamigen Gebirge, etwa 40 km nordwestlich von Barcelona im äußersten Süden der Comarca Bages. Heute leben dort etwa 80 Mönche nach der Regula Benedicti. Im Kloster wird die aus dem 12. Jahrhundert stammende Mariendarstellung „Unsere Liebe Frau von Montserrat“, im Volksmund La Moreneta („Die Braune“) genannt, von zahlreichen Wallfahrern verehrt. Als bedeutendes Zentrum katalanischer Kultur ist Montserrat auch über die katholische Kirche hinaus von hoher symbolischer Bedeutung.

Das Gebäudeensemble vom gegenüber liegenden Wanderweg aus aufgenommen.

Zu unserer Überraschung funktioniert unsere Satantenne und so können wir heute Abend sogar den Fernseher einschalten. Trotz der Schräglage unseres Autos schlafen wir hier oben wunderbar. Bei schönem Wetter würden wir sicher zwei Nächte bleiben, denn der Preis ist für 72 Stunden gleich, das ist dann wirklich schon ein Schnäppchen.