Bardenas Reales Abenteuer

Zehn Kilometer südöstlich von Fustiñana biegen wir von der NA-126 nach Norden in Richtung Peña del Fraile auf die Schotterpiste ein.

Schon aus der Ferne beeindrucken uns die sanft vor und zurück schwingenden ariden Hügel.

Zu trocken kann es auch hier nicht sein, wie die Vegetation der breiten Talaue erkennen lässt.

Fein abgestufte Erdfarben verleihen vielen Felsformationen einen besonderen Reiz.

Eine Erosionsrinne im Zentrum der Talaue

Jenseits der Rinne dominieren Beige und Orange. Die Landschaft wirkt fast schon wie ein Gemälde.

Etwas weiter oben kleiden große Wildblumenfelder in ein zartes Gelbgrün.

Dann erreichen wir den Wanderparkplatz unweit Peña del Fraile. 

Hier machen wir eine längere Rast. Michael erkundet die Umgebung, die allerdings wenig hergibt. Eine Wanderung auf den Gipfel Peña del Fraile wäre da schon ergiebiger, aber dafür sind wir heute zu faul.

 

Michael, immer umtriebig, studiert lieber das Plänchen, das wir gestern im Besucherzentrum erhalten haben. Dabei fällt ihm auf, dass wir uns auf der Schotterpiste von hier aus bis zur Plana de la Negra durchschlagen könnten. Damit könnte man sich einen Umweg von wenigstens 20 Kilometern ersparen. Außerdem könnte man heute noch die Plana de la Negra ansehen und morgen früh direkt in Richtung Mallos de Riglos starten. Das alles klingt sehr verlockend. Also versuchen wir unser Glück.

 

Wir fahren die kurze Strecke zurück auf die Schotterpiste und biegen nun nach Norden ein. Angelika meint noch, sie habe gerade einen Wegweiser gesehen, der die Piste eigentlich nur als Radweg ausweist. Aber für solche Nebensächlichkeiten hat Michael keine Zeit, der muss sich auf das Fahren konzentrieren. Darüber hinaus bleibt die Piste unverändert in einem sehr ordentlichen Zustand und so besteht überhaupt kein Zweifel an der Richtigkeit seiner Entscheidung.

Ein schöner kleiner Canyon am Rande der Schotterpiste sorgt für Abwechslung.

Etwas weiter erfreuen und wunderschön aufeinander abgestimmte Erdfarben an einem erodierten Hügel.

Dann dominiert wieder einmal Beige und Orange, es ist ein wirklich schöner Weg den wir uns da ausgesucht haben.

Hier eine betonierte Furt durch ein Flüßchen, bei Niedrigwasser kein Problem auch für Fahrzeuge, die eigentlich nicht geländegängig sind. Nur das schnelle Ab und Auf machen Michael Sorgen, weil er aufsetzen könnte. Also nicht er, sondern sein Fahrzeug. Ganz langsam geht es also hier durch und es reicht gerade so. 

Danach ist aber Schluss mit lustig. Denn schon bald steigt die Straße deutlich an und wird auch merklich enger, sodass sich nicht nur bei Angelika Unwohlsein einstellt. Es hätten eigentlich nur etwa 5 km Strecke bis zur Straße sein dürfen, doch wir sind jetzt schon 6 km unterwegs und immer noch ist keine Straße zu sehen. Gerne würden wir drehen und zurückfahren, aber wir finden keinen Punkt, wo die Straße einmal ausreichend breit wäre, um unser Fahrzeug zu wenden. 

 

Schon kommen zwei enge Flussdurchquerungen auf uns zu, die wir nur notdürftig meistern, dann folgen Passagen mit sehr groben Geröllen, fast schon Steinen. Und zu guter Letzt ein steiler Anstieg, der mindestens 15% Gefälle aufweisen dürfte, sodass das Womo an seine Grenzen kommt. Da freut sich der Reifenabrieb. Irgendwo haben wir uns total verfranst, aber wo, wir finden einfach keinen Ausgang. Uns bleibt nichts übrig, als umzudrehen und den ganzen mühsamen Weg, den wir gekommen sind, komplett zurückzufahren. Michael wird es heiß und kalt, von Angelika ganz zu schweigen. Doch oben angekommen werden wir erlöst und erreichen endlich eine Wegeeinmündung wo wir drehen können.

 

Michael muss sich nach dem Wenden erst einmal sammeln. Im Schritttempo geht es den Steilhang runter, um ja nicht wegzurutschen. Das funktioniert besser als erwartet. Auch die beiden Flussquerungen haben auf dem Rückweg etwas an Schrecken verloren. Das ging ja doch besser als erwartet. Michael hat es trotzdem die Abenteuerlust erst einmal gründlich ausgetrieben. Da haben wir gerade noch einmal den Ausgang aus Michaels selbstverschuldeter Unmündigkeit gefunden. 

 

Durch den ganzen Stress haben wir erheblich Zeit verloren und bis wir endlich wieder auf Asphalt sind, ist es schon 15:30 Uhr. Da es mit der Abkürzung nicht geklappt hat, müssen wir nun einen Riesenbogen um das südöstliche Naturschutzgebiet schlagen. Nach weiteren 34 km Fahrt auf Asphalt erreichen wir Valareña, wo wir unser verspätetes Mittagsessen zubereiten. Es ist nur ein Parkplatz, aber hier kann man auch übernachten. Nach Kochen, Essen und Spülen ist es dann schon fast 17:00 Uhr, der Himmel ist zugezogen und dumpfes Donnergrollen kommt immer näher.

 

So ganz taufrisch sind wir auch nicht mehr und so beschließen wir den Feierabend einzuläuten und hierzubleiben. Der Platz hat natürlich keinerlei VE, fasst etwa 5 Fahrzeuge, aber wir sind heute ohnehin ganz alleine. Der Ort ist so abgelegen, unwahrscheinlich, dass es hier Stress geben könnte.