Perpignan und Mallorca

Von 1276 bis 1344 war Perpignan die Hauptstadt des Königreiches Mallorca, hiervon zeugt heute noch der von einer gewaltigen Festungsanlage umgebene Palast der Könige von Mallorca.

Mit dem Eingang tun wir uns etwas schwer. Lange folgen wir der scheinbar nicht enden wollenden Stadtmauer bis wir endlich das Schlupfloch nach oben finden.

 Der Baustil ist eine Mischung aus spanisch-arabischem Mudéjarstil und Elementen der Gotik.

Hier geht es hinauf zur Festung der Majorkinischen Könige. Der Eingang ist durch einen Torturm, einen mit Schießscharten versehenen, bewohnbaren Bau gesichert.

Der Gebäudekomplex mit dem Schlossgarten ist heute Veranstaltungsort zahlreicher Konzerte, Ausstellungen, Theateraufführungen und Festivals.Oben angekommen erreichen wir

Blick in den Innenhof. Die Belichtung macht Michaels alter Kamera wieder einmal mächtig zu schaffen.

Der Innenhof mit der Kapelle St. Croix.

Vom Palast aus hat man natürlich auch einen schönen Blick über die Neustadt, der bis zu den Pyrenäen reicht. Wir wenden uns nun aber wieder der Altstadt mit ihren vielen verwinkelten Gassen zu.

Das Maison Fontano ist ein historisches Gebäude im Herzen von Perpignan. Es befindet sich am Platz der Republik, Nr. 11. Im Jahr 1881 wurde das im Mittelalter errichtete Gebäude vom Lebensmittelhändler Michel Fontano erworben, der ihm den Namen gab. Heute beherbergt das Gebäude hochwertige Apartments, die nach den Vorgaben des Architekten der Bâtiments de France renoviert wurden. Die aktuelle Fassade im neoklassizistischen Stil stammt aus dem Jahr 1943.

Gebäudeensemble am Platz der Republik. Sieht alles sehr schön aufgeräumt aus.

Das alte Arbeitsamt von Perpignan am Platz der Republik, heute allerdings anderweitig genutzt, aber mehr als hübsch anzuschauen.

Gebäudeensemble am Platz der Republik.

Der Place Léon Gambetta mit der Basilique-Cathédrale de Saint-Jean-Baptiste de Perpignan im Bildhintergrund.

Le Castillet ist das einzige Stück der alten Stadtmauer. Es ist ein wuchtiger Ziegelbau der das katalanische Heimatmuseum beherbergt. Auf dem Dach befindet sich eine Aussichtsplattform.

Das recht hübsche Gebäude war einmal das Kaufhaus Aux Dames de France. Un grand magasin de la Belle Epoque würden die Französinnen sagen. Inzwischen soll es eine Ladengalerie sein. Das haben wir doch tatsächlich verpasst. In der Bildmitte die Statue de Salvador Dalí, die in Richtung Bahnhof blickt, vor dem er einst stand und eine Vision hatte.

Dali blickt, wie wir jetzt in Richtung des Bahnhofsvorplatzes von Perpignans altem Bahnhof. Die palmengesäumte Avenue du Général de Gaulle in Perpignans Neustadt erinnert uns ein ganz klein wenig an das French Quarter in New Orleans. Das haben wir allerdings lange vor dem Hurrikan Katrina besucht, der im August 2005 schweren Schaden anrichtete. Wer weiß, ob das noch so existiert, wie wir es in Erinnerung haben. Die Avenue de Général de Gaulle bildet die Achse zwischen dem ehemaligen Kaufhaus Aux Dames de France und dem alten Bahnhof von Perpignan.

Auf unserem Weg zum TGV-Bahnhof erreichen wir zunächst den alten Bahnhof von Perpignan. Hier soll Salvador Dalí seine Vision gehabt haben. Er wähnte sich im Zentrum des Universums. Mit diesem Wissen steht Michael gleich ganz anders vor diesem historischen Gebäude. Helmut Schmidt hätte Dalí zum Arzt geschickt, Perpignan ließ ihn malen. Die Vision inspirierte ihn zu seinem Gemälde “La gare de Perpignan” (Der Bahnhof von Perpignan). Das Gemälde zeigt den Bahnhof in Dalís surrealistischem Stil und verleiht dem Ort eine zusätzliche mystische Bedeutung, sagen Kenner, nicht Michael, der hat ja keine Ahnung. Das großformatige Gemälde Der Bahnhof von Perpignan befindet sich übrigens im Museum Ludwig, also in Köln. Schon erstaunlich.

Dann endlich erreichen wir den Gare TGV. Der bringt unsere inzwischen müden Beine noch einmal auf Trapp. Das ist doch mal ein ordentlicher Farbklecks, ein Paukenschlag im ansonsten monotonen Grau und Blau europäischer Innenstädte. Perpignan nehmen wir da natürlich aus, denn das glänzt ja in den Erdfarben des Südens! So etwas würden wir uns einmal für eine deutsche Großstadt wünschen.

Der TGV-Bahnhof von Perpignan wurde im Jahr 2009 eröffnet und ist Teil einer neuen Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke, die Paris und Barcelona über Perpignan, Montpellier und Nîmes verbindet. Der Bahnhof wurde von dem Architekten Marc Mimram entworfen. Die 6.500 Quadratmeter große Wartehalle ist ein beeindruckendes architektonisches Element im Stadtbild. Sie wurde wie eine Brücke über die Bahnsteige gesetzt.

Die moderne Gestaltung des Bahnhofs verbindet Funktionalität mit Ästhetik und schafft einen einladenden Raum für Reisende, meint die KI. Also das würden wir sofort unterstreichen, obwohl wir nur wenig Zeit haben, uns das einmal genauer anzusehen, denn unser Bus kommt gleich. Insgesamt ist der TGV-Bahnhof von Perpignan nicht nur ein funktionales Verkehrszentrum, sondern auch ein architektonisches Juwel, das die Geschichte und die moderne Ästhetik der Stadt miteinander verbindet. Das hätte auch Michael nicht besser sagen können.

Da sich hier am Bahnhof des TGV auch die Endstation unserer Buslinie 5 befindet, müssen wir gar nicht mehr weiterlaufen, sondern können direkt in den Bus nach Sainte Marie einsteigen.

 

Am Ende des Tages haben wir unglaublich viel gesehen und doch blieb für vieles wieder einmal keine Zeit. Wir stellen auch immer öfter fest, was es hier unten im Süden für tolle Feste gibt, von denen wir noch kein Einziges gesehen haben. Die haben für uns leider oft die unangenehme Seite, dass sie mitten im Hochsommer abgehalten werden und da sind inzwischen Temperaturen zu ertragen, die nicht mehr unbedingt unser Ding sind. Also müssen wir schauen, dass wir uns an diese Festivitäten einmal vorsichtig herantasten, um zu sehen, ob deren Attraktivität ausreicht, sich die Lasten des Klimawandels zuzumuten. Vielleicht hält man es ja in den engen Altstadtgassen besser aus, als vermutet. Ende Juli bis Mitte August finden immer donnerstags die Les Jeudis de Perpignan statt. Wenn wir es richtig verstanden haben, musiziert da die ganze Stadt. Das wäre doch mal was.