Reisebericht frankreich und Spanien

 

Donnerstag, 14.03.2024 bis Montag, 14. 04.2024

Unsere erste Etappe von Rodgau nach Beaune (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 550 km sind uns eigentlich für einen Tag viel zu viel, aber diesmal musste es sein, denn wir wollten ja in den verbleibenden Tagen möglichst viel ansehen.

Donnerstag, 14.03.2024

Gegen 09:00 Uhr rollt unser Womo vom Abstellplatz. Endlich geht es wieder los. Über die Autobahnen A5, A67 und wieder die A5 geht es nach Süden. Den Tempomat stellen wir auf LKW-Geschwindigkeit ein und dann lassen wir unser Wägelchen rollen. Bis kurz vor der Ausfahrt Emmendingen kommen wir prima voran. Dann bringt ein Unfall auf der gegenüberliegenden Richtungsfahrbahn den Verkehr völlig unnötig auch auf unserer Seite zum Erliegen, sodass wir etwa 30 Minuten Zeit verlieren. Danach geht es endlich weiter in Richtung Breisgau und südlich von Freiburg schließlich nach Frankreich.

 

Obwohl wir immer versuchen, so viel Maut wie möglich einzusparen, macht das bis etwa Besançon wegen der vielen Kreisverkehre und anderer Hindernisse wenig Sinn. Wir gönnen uns deshalb die Autobahn bis zur 2. Ausfahrt hinter Besançon und kommen weiter gut voran.

 

Nachdem wir die Autobahn verlassen haben, geht die Durchschnittsgeschwindigkeit dann doch ganz schön in die Knie, sodass wir unser ursprünglich angepeiltes Ziel Montluçon immer weiter aus den Augen verlieren.

 

Und so entscheiden wir uns schließlich, den uns bereits bekannten Stellplatz in Beaune (vgl. Reisebericht Südfrankreich 2022) als Nachtlager zu wählen und das ist auch gut so. Denn durch Stau und Zwischenstops ist es bereits 18:00 Uhr, als wir in Beaune ankommen und da tut es doch ganz gut endlich die Füße hochlegen zu können.

 

Wir entschließen uns noch zu einem vorabendlichen Stadtbummel, schließlich haben wir unsere Füße den ganzen Tag kaum bewegt. Dann fallen wir ins Bett und freuen uns schon auf den morgigen Tag.

 

Freitag, 15.03.2024

Wir frühstücken gar nicht erst, sondern fahren gleich am Morgen los. Wir wollen zunächst Montluçon erreichen, das sind etwa 3 Stunden Fahrt. Nachdem es gestern ganz gut gelaufen ist, wird die Fahrt zwischen Beaune und Montluçon aber zu einem kleinen Horrortrip. Obwohl Mautvermeidung eingestellt ist, will uns das Navi ständig auf die Mautautobahn zwingen, was möglicherweise an der veralteten Software liegt.

 

Davon abgesehen wählt das Navi immer wieder einmal Kurzstrecken über malerische, aber sehr enge Straßen aus, die gepflastert sind mit Kreiseln und schlafenden Polizisten, was richtig viel Zeit kostet. Obwohl wir schon gegen 7 Uhr losgefahren sind, erreichen wir erst gegen 12 Uhr Montluçon und haben unser Tagesziel Bordeaux für heute aufgegeben.

 

Unsere zweite Etappe von Beaune nach Bordeaux hatte noch einmal über 500 km, aber dann hatten wir es geschafft und konnten ein gemütlicheres Tempo einschlagen  (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

 

In Montluçon können wir Grau- und Schwarzwasser entsorgen. Den Trinkwasserkreislauf haben wir die letzten 6 Stunden mit Desinfektionsmittel behandelt. Das können wir nun ebenfalls ablassen, danach die Wasserleitungen mit frischem Wasser durchspülen und den Tank mit 50 Liter Frischwasser auffüllen, sodass wir nun zumindest einmal Wasser zum Waschen und für die Toilettenspülung haben. Zum Kochen< reicht uns die Qualität noch nicht aus, da wollen wir erst noch einige Liter Wasser durch die Leitungen jagen.

 

Der Stellplatz selbst ist kostenfrei, aber er ist auch eine ziemliche Enttäuschung. Der Platz liegt mitten in der Stadt, hat einen windschiefen Asphalt, unschöne Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Dazu verteilen etliche lärmende Krähen ihre Lack fressenden Hinterlassenschaften auf dem ganzen Platz. Also entschließen wir uns nach zwei Stunden Aufenthalt, doch noch in Richtung Bordeaux aufzubrechen. Weil wir davon ausgehen, dass die Straßenbedingungen ähnlich schlecht wie zuletzt bleiben werden, machen wir uns allerdings keine Hoffnung Bordeaux noch erreichen zu können, sondern wollen uns eine Bleibe suchen, sobald wir zu erschöpft für die Weiterfahrt sind.

 

Doch wie so oft kommt es anders, als man denkt. Zu unserer Überraschung ist die Straße in Richtung Bordeaux auf einmal zu großen Teilen vierspurig ausgebaut und selbst wo dies nicht der Fall ist, lässt es sich auch auf einspurigen Richtungsfahrbahnen sehr zügig fahren. Und so zeigt das Navi auf einmal an, dass wir um 07:00 Uhr in Bordeaux sein könnten.

 

Was wir an Zeit zwischen Beaune und Montluçon verloren haben, das machen wir nun fast wieder gut und am Ende packen wir es tatsächlich noch Bordeaux zu erreichen und das alles komplett mautfrei.

 

Um sicherzugehen, dass wir einen vernünftigen und sicheren Übernachtungsplatz haben, entscheiden wir uns aber nicht auf einen kostenlosen Stellplatz zu fahren, sondern zwei Nächte auf einem Campingplatz nördlich von Bordeaux Quartier zu gastieren.

 

Für die Zukunft müssen wir einfach schauen, dass wir uns auf der Teilstrecke Beaune - Autun -  Moulin - Montluçon den Verlauf der Route National noch einmal genau einprägen. Dann könnte die weitgehend mautfreie Westroute in Richtung Spanien, nicht zuletzt aufgrund der geringen Höhenunterschiede eine sehr gute Alternative in Richtung Süden sein.