Los Mallos de Riglos

Die Mallos de Riglos in der Gemeinde Las Peñas de Riglos, eine wirklich beeindruckende Gebirgsformation.

 

Gegen 14:00 Uhr geht es weiter. Es sind jetzt nur noch 5 km, wir haben kaum richtig Gas gegeben, da stehen wir schon vor dem Örtchen Riglos und staunen über die Felswände, die sich in geringer Entfernung unmittelbar hinter dem Örtchen auftürmen. Schnell kommt eine Parkwächterin angespurtet, die wohl gerade ein Päuschen gemacht hat und informiert uns über das Prozedere hier am Ort. Sie fragt, ob wir nur parken oder auch übernachten wollen. Parken kostet für Womos 6 €, Übernachten 10 €. Wir überlegen nicht lange und entscheiden uns für die die Übernachtung. Quelle Lageplan: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0.

In den Ort selbst dürfen nur Einheimische fahren, alles andere würde auch gar keinen Sinn ergeben, denn es ist viel zu eng. Deshalb hat man auf mehreren Terrassen, schon vor dem Ort mittelgroße Asphaltflächen ausgehalten, die vor allem Pkw, aber auch Bussen und einigen wenigen Wohnmobilen Platz bieten.  Links im Bild, die hellblaue Box beherbergt den Automaten, der die Tickets ausspuckt. Um zum Wohnmobilparkplatz zu gelangen, müssen wir nun noch einmal 100 m geradeaus fahren, dann folgt eine 180 Grad Kurve und der Weg führt uns hinauf auf die höchste Terrasse, die in der Bildmitte rechts zu erkennen ist.  Auf dieser Terrasse ist der Womo-Parkplatz eingerichtet.  Es sind, je nach Größe und Aufstellung der Fahrzeuge, nur etwa 10 Plätze vorhanden und die Parzellen sind sehr eng. Wenn die wirklich voll belegt sind, kommt man kaum noch aus dem Auto heraus. Als wir eintreffen ist nur jede zweite Parzelle belegt, da haben wir natürlich keine Probleme. Ist der Platz relativ voll, werden Fahrzeuge über 7,50 m hier oben wenig Freude haben.  Unser Tipp: je größer das Fahrzeug, umso früher sollte man anreisen. In der Hauptsaison könnte das allerdings zu jeder Tageszeit ein Problem werden.

 

VE ist hier nur eingeschränkt möglich, bereitet euer Fahrzeug also entsprechend vor. Im Dorf gibt es eine Toilette und Wasser soll man an Brunnen schöpfen können.

Das hintere Ende des Wohnmobilparkplatzes. Die Parzellen haben eigentlich Pkw-Größe, da kann man sich vorstellen wie "gemütlich" es hier zu geht. Problematisch wird es, wenn spät am Abend noch Nachzügler kommen, die sich dann bei Dunkelheit irgendwie dazwischen quetschen, also das stellen wir uns in der Hauptreisezeit doch recht schwierig vor. Auch Kletterer sollen gelegentlich ein Problem sein. Sie reisen an den Wochenenden oft früh mit dem Camper an, wenn auf dem Womoplatz noch alles belegt ist. Dann versuchen sie verzweifelt einen Platz zu finden, den es eigentlich nicht gibt, stellen ihr Fahrzeug ab und gehen klettern. Die Übernachtungsgäste können dann sehen, wie sich aus der Parkbucht befreien. Heute füllt sich der Platz am Abend nicht weiter und so verbringen wir eine sehr gemütliche Nacht hier oben.

Wenige Meter unterhalb des Wohnmobilstellplatzes gibt es eine Restauration. Hier kann man mal ein Bierchen schlürfen oder auch etwas essen. Wir haben einige Schulklassen gesehen, die Tagesausflüge hierher gemacht haben, aber man kann hier offenbar auch übernachten.

Unweit hinter der Restauration steht der Container mit den Toiletten.

Am Abend gehen wir vor zu dem Restaurant und trinken ein Bierchen. Noch etwas weiter in Richtung Dorf befindet sich dieser kleine Laden mit den nötigsten Dingen für den täglichen Bedarf. Hier bekommen wir auch noch ein Brot.

(Quelle Lageplan: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

So haben wir die Mallos de Riglos aus der Ferne aufnehmen können. Im Ort selbst steht man häufig viel zu nahe vor den Felstürmen und bekommt die in Gänze manchmal gar nicht oder nur mit größter Mühe ins Bild. Wir sind froh, dass wir uns entschieden haben hier zu bleiben. So können wir am Nachmittag noch einen schönen Spaziergang auf die andere Seite der Felswände machen. Michael muss einfach wissen wie es dort aussieht, man könnte ja etwas verpassen.


Über uns kreisen Gänsegeier, die mit dem Handy allerdings kaum einzufangen sind.

Hier sieht man einmal die konglomeratische Struktur des Gesteins. In den höheren Abschnitten ist der Fels allerdings feinkörniger und deutlich besser verfestigt, ansonsten wäre es lebensgefährlich hier unten an den Felswänden entlangzulaufen.

An den Felswänden jenseits des Ortes sind zahlreiche Kotspuren zu erkennen. Es sind die Brutplätze der Geier, die sich überall dort einfinden, wo der Fels ihnen ausreichend Platz lässt.


Die schwarze Farbe ist vermutlich durch Mangan verursacht, die hellen Partien unterhalb der Höhlen sind auf Geierkot zurückzuführen. Am Fuß der Felsen eine Blütenpracht. Es gibt übrigens auch mehrere Wege, die nach oben auf das Plateau führen, aber dafür sind wir heute einfach zu schlapp.

Um die Felsformation auf ein Bild zu bekommen, muss Michael die Zubringerstraße ein ganzes Stück zurücklaufen, bis er den Aussichtspunkt Monumento a los Escaladores erreicht. Von hier aus kann man dann vernünftige Panoramafotos machen.

Noch etwas weiter südöstlich gibt das Gelände auch den Blick auf einige kleinere Formationen frei, die noch nicht so stark erodiert wurden.

Hier geht der Blick nach Westen in Richtung eines ebenfalls gewaltigen Felsmassivs. Folgt man der absteigenden Kammlinie nach links, so sind über der grünen Waldgrenze nochmals kleinere Zacken eingeschaltet. Das sind die Mallos de Agüero, die wir fast noch schöner fanden als die Mallos de Riglos. Weil sie aber etwas abseits der Straße liegen, finden sie offenbar weniger Beachtung. Wir haben sie uns am folgenden Tag angesehen und waren begeistert.