Ein Tag in perpignan

Mittwoch, 27.03.2024

Perpignan (katalanisch Perpinyà) ist die Hauptstadt des südfranzösischen Départements Pyrénées-Orientales in der Region Okzitanien und zählt ca. 120.000 Einwohner (Januar 2021). Die Stadt liegt etwa 30 Kilometer nördlich der spanischen Grenze. Das Stadtzentrum wird vom kanalisierten Flüsschen Basse durchquert, das in die Têt einmündet. In Ille-sur-Têt stehen übrigens auch die steinernen Orgelpfeifen, die wir 2022 besucht haben. Perpignan ist die Hauptstadt der historischen Grafschaft Roussillon und damit des nördlichen Teils von Katalonien. Dieses Erbe wird bis heute bewahrt. Katalanische Flaggen dominieren das Stadtbild. Perpignans Geschichte ist eng mit der der Spanischen Mark und des Königreiches Aragón verbunden, zu denen es gehörte, ehe es im Pyrenäenfrieden von 1659 an das Königreich Frankreich fiel (überwiegend Wikipedia entnommen).

Unsere Bushaltestelle befindet sich in der Avenue du Littoral, am Kakteenkreisel, so nennen wir ihn zumindest, wegen der Bepflanzung. Tatsächlich heißt die Station Stade Carrère.

Die Linie 5 fährt bis zum Gare TGV in Perpignan. Wir nehmen gleich den ersten Bus um 08:15 Uhr, steigen in Perpignan dann allerdings bereits an der Station Clemenceau aus, denn wir wollen ja noch etwas von der Innenstadt sehen.

Unser Stellplatz in Sainte-Marie-la Mer östlich Perpignan. Vom Stellplatz aus sind es etwa 300 m Fußweg bis zur Bushaltestelle. In der parallel verlaufenden Rue Alfred Nobel gibt es übrigens auch einen Bäcker und einen Supermarkt (Quelle Lageplan: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Und hier die bei unserem Besuch aktuellen Abfahrtzeiten. Je nach Jahreszeit solltet ihr euch vor der Abfahrt noch einmal kundig machen, sonst fährt euch der Bus vor der Nase weg und dann brummt ihr eine Stunde.

Unser Bus kommt leicht verspätet und nun geht es in etwa 40 Minuten in die Innenstadt von Perpignan. Der Busfahrer ist freundlich und hilfsbereit. Bis wir den Stadtrand von Perpignan erreichen, ist der Bus schon ordentlich gefüllt und alle Sitzplätze sind längst belegt. Die Straßen sind an vielen Stellen zu eng, mit dem Womo möchte Michael hier nicht herumfahren. Selbst die geübten Busfahrer haben Probleme. Zweimal rummst es ordentlich, als unser Bus irgendwo an überhöhten und viel zu engen Fahrbahnbegrenzungen hängen bleibt. Beim Aussteigen sehen wir später die Schäden am Fahrzeug.  Den Fahrer scheint das gar nicht zu kratzen und Michael gibt ihm recht. Die Rechnungen würde Michael an die Straßenplaner schicken, die diesen Mist fabriziert haben. Die städtischen Reparaturbetriebe haben jedenfalls ordentlich zu tun.

 

Pro Person zahlen wir gerade einmal 1,50 € für die einfache Strecke, so Fahrpreise hätten wir auch gerne in Frankfurt. Das ist hier unglaublich günstig und das gilt in vielen Städten Frankreichs. Wir wären ja mit dem Klammersack gepudert, würden wir hier mit dem Womo hineinfahren. Wie geplant steigen wir in der Straße Clemenceau aus und begeben uns in die Altstadtgassen.

Während unseres Aufenthaltes ist die Clemenceau eine große Baustelle, insofern müssen wir improvisieren, inzwischen sollte dieses Problem aber gelöst sein, man will ja in der Hauptreisezeit glänzen. Wir müssen uns erst einmal sammeln und orientieren uns dann an Frau Google wo wir denn in etwa hin müssen. Die Franzosen möchten wir ungern belästigen, die reagieren ja mitunter etwas spröde, wenn man eine Auskunft haben möchte. Heute können wir uns allerdings überhaupt nicht beklagen.

 

Gut gelaunt und mit einem strahlenden Gesicht gibt man uns bereitwillig und gestenreich Auskunft, wohin wir uns bewegen müssten. Davon verstehen wir allerdings nur einige Schlüsselwörter. Trotzdem muss das reichen. Wir haben inzwischen genug Erfahrung, um zu wissen, dass man dafür Verständnis haben muss, dass fremdsprachige Auskünfte einfach nicht der DNA der Grande Nation entsprechen. Das kann man mit einer 90-jährigen Schwedin machen, aber nicht hier.

Am Ende haben wir es dann tatsächlich geschafft und stehen nun in Les Halles Vauban, bekanntermaßen Michaels wichtigstem Ziel in allen Städten jeglicher Größe. Doch innen Tristesse, wir sind zu früh. Und jetzt noch ewig warten, bis es hier richtig rund läuft, ist auch nicht unser Ding.

Eine Verkäuferin erbarmt sich. So können wir immerhin einige Oliven erstehen, die lecker in diversen Vitrinen angehäuft sind. Auch wenn die etwas teurer sind, durften wir uns von deren Geschmack zuvor überzeugen und greifen deshalb beherzt zu.

Wir folgen einige Zeit dem Flüsschen Basse, begeben uns dann in enge Altstadtgassen und lassen uns treiben. Kreuz und quer geht es durch die Stadt, wir wissen manchmal gar nicht, wo wir gerade herumturnen. Deshalb fotografiere ich immer mal die Straßenschilder, um zu Hause nicht ewig suchen zu müssen.

Die Brasserie L'Arago an der Placa Arago, eine inzwischen farblich schön abgestimmte Außenfassade, wie wir finden. Elegantes Design, das können die Franzosen und natürlich auch die Italiener.

Eine gelungene, sehr französische Reklametafel.

Das ist weniger schön. Wer möchte im Urlaub schon an die Endlichkeit des eigenen Daseins erinnert werden. Das verdrängt man doch lieber.

Es gibt viele enge Sträßchen, die sich sehen lassen können. Viele kleine Restaurants, Boutiquen das übliche Spektrum. Uns gefällt es gut hier. Im Großen und Ganzen sind die Fassaden hübsch angestrichen, natürlich mit der Patina des Südens versehen. Leider können wir nicht alles zeigen, andererseits muss es ja auch noch ein paar Überraschungen geben.

Die Basilique-Cathédrale de Saint-Jean-Baptiste de Perpignan vom südlich gelegenen Campo Santo aus aufgenommen.


Links im Bild (Handy oben) die Basilique-Cathédrale de Saint-Jean-Baptiste, rechts im Bild (Handy unten) das angrenzende Campo Santo.

Das an die Kathedrale angrenzende Campo Santo mit Blick auf die Friedhofskapelle La Funeraria in der Bildmitte.

Wir gehen durch Straßenzüge, die überwiegend von Afrikanern bewohnt werden.

Hier sieht es etwas trist aus, aber man findet keinen Unrat auf der Straße, das haben wir auch schon deutlich schlimmer gesehen.

Kurz vor dem Straßenmarkt am Place Joseph Cassanyes.

Irgendwann erreichen wir den Markt, der am Place Joseph Cassanyes stattfindet. 

Der Straßenmarkt ist nicht groß, überwiegend wird Kleidung verkauft, aber auch etwas Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse, Lederwaren und in den angrenzenden Straßenzügen gibt es einige Schnellrestaurants. Die angebotenen Waren orientieren sich am Umfeld, das überwiegend durch einfache Leute meist nordafrikanischer Herkunft mit eher geringeren Einkünften geprägt ist.