Von gruissan nach Sérignan Plage

Am Strand von Sérignan

Samstag, 26.11.2022

Von Carcassonne kommend, sind wir am Donnerstag, dem 24.11.2022 noch einmal nach Gruissan gefahren. Das nicht nur, weil uns das Gesamtpaket hier schon bei unserem ersten Aufenthalt überzeugt hat, sondern weil wir jetzt auch die Infrastruktur kennen. Wäsche waschen und Hausputz sind wieder einmal nötig und da ist es einfach praktisch, nicht lange suchen zu müssen, was man wo erledigen kann. Also haben wir den Rest des Donnerstags auf dem Stellplatz in Gruissan verbracht, denn da hatten wir uns ja in Carcassonne bereits die Hacken abgelaufen und den Freitag als Arbeitstag genutzt. Ganz besonders haben wir uns allerdings auf den heutigen Samstag gefreut, denn heute ist Wochenmarkt. Wir lieben französische Märkte, sind in diesem Jahr etwas zu kurz gekommen und haben also Nachholbedarf.

 

Vielleicht liegt es an der Winterzeit, aber wir haben letzte Woche schon bemerkt, dass frühes aufstehen nicht zu den Kernkompetenzen der Südfranzosen gehört. Deshalb haben wir es am Morgen auch gar nicht eilig und machen uns erst gegen 10 Uhr auf den etwa 1,5 km langen Weg.

 

Der Markt ist für das kleine Städtchen größer als wir es erwartet hätten und neben den üblichen Speisen gibt es auch Kleidung, Lederwaren und Souvenirs.

Die Läden in den Nebenstraßen nutzen ebenfalls gerne das erhöhte Kundenaufkommen, um ihr Waren anzupreisen.

Und so findet man allen möglichen Krimskrams, der zuhause dann aber doch nur wieder als Staubfänger dienen würde.

Korbflechtkunst in Gruissan.

Kleidung haben wir auch ausreichend, das hält Angelika aber nie davon ab das komplette Sortiment zu durchstöbern.

Endlich kommen wir dann zu den wirklich wichtigen Dingen. Cholesterin hin oder her, heute können wir nicht widerstehen.

Kochen fällt aus. Wir versorgen uns mit Paella und einen halben Hähnchen, Obst und Gemüse, nehmen auch noch ein Brot mit und bewegen uns dann langsam zurück zum Stellplatz am Yachthafen.

Die wären natürlich besser für unser Wohlbefinden. Die gibt es dann morgen wieder.

Zurück auf dem Stellplatz in Gruissan halten wir uns an den Mitbringseln schadlos. Und nachdem dann auch noch VE, Buchhaltung und Aufräumarbeiten erledigt sind verlassen wir den Ort mit dem Fernziel Sérignan Plage.

 

Von Gruissan geht es über Narbonne Plage, St. Pierre, Fleury, Lespignan, Vendres und Sérignan nach Sérignan Plage.

Wir folgen der Küstenstraße bis kurz vor Narbonne-Plage und biegen dann für einen kleinen Abstecher auf die D168 in den hügeligen Norden ab. Wir folgen der Straße bis etwa zum höchsten Punkt, unweit einer Radarstation, in der Hoffnung einen schönen Ausblick in verschiedene Richtungen zu haben.

Die Aussicht haben wir dann auch, aber so richtig reißt uns das auch nicht vom Hocker.

Jenseits der Macchia überragt ein kleines Kalksteinplateau das üppige Grün.

Wein wird natürlich auch in dieser Region angebaut.

Windflüchter, die allerdings in jüngerer Zeit unliebsame Bekannschaft mit einem Feuer gemacht haben müssen. Ob die noch einmal austreiben, ist fraglich.

Ein letzter Blick ins Tal, dann kehren wir zurück nach Narbonne-Plage, folgen wieder der Küstenstraße bis St. Pierre und biegen dann mangels Küstenstraße landeinwärts ab. Weiter geht es über Fleury, Lespignan, Vendres und Sérignan. Jetzt noch ein kurzes Stück Weg bis Sérignan-Plages und schon erreichen wir den Stellplatz.

Es gibt hier einen kommunalen Stellplatz und einen Privaten. Wir entscheiden uns für den privaten Stellplatz, weil der warme Duschen haben und sauberer sein soll, laut p4n. Wir nehmen an, dass er dann auch teuer sein muss. Dem ist aber nicht so, ohne Strom zahlen wir gerade mal 8 Euro pro Nacht (Sommer 13 €), mit Strom würde es 12 € kosten. Vorteil: Bis zum Strand sind es lediglich 300 bis 500 m. Nachteil allerdings, der nächste Ort ist sowohl fußläufig als auch mit dem Fahrrad schlecht zu erreichen. Das wird dadurch etwas ausgeglichen, dass man am Empfang Baguette und Croissants für den nächsten Morgen ordern kann.

Stellplatz und Strand in Sérignan Plage (Quelle: openstreetmap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Die Einfahrt zum Stellplatz Aire camping-car Mini Golf du Lion in Sérignan-Plage. Der Platz ähnelt eher schon einem Campingplatz. Es sind offensichtlich auch eine ganze Reihe Camper mit längerem Zeithorizont hier. Das sieht man an der Aufmachung der Fahrzeuge und an dem vertrauten Umgang der Leute miteinander. 

In der Regel ist es von Vorteil, wenn einige Leute länger vor Ort sind, weil die einfach wissen, wer hierher gehört und wer nicht.

Die Ausstattung ist nicht üppig, aber es ist sauber und es ist wenig Betrieb in den Waschräumen. Viele Camper nutzen die Sanitäreinrichtungen der eigenen Fahrzeuge und der Platz ist um diese Jahreszeit natürlich auch nur mäßig belegt.

Obwohl die Haltebuchten nicht übermäßig groß sind, hat man im November ausreichend Freiraum und Privatsphäre. 

Waschbecken für den Abwasch. Eine Waschmaschine ist ebenfalls vor Ort, Duschen funktioniert ohne Duschmarken oder sonstige Einschränkungen, wir können mal unseren Kühlschrank komplett ausräumen und die ganzen Inlays sauber machen und wir haben auch zum Spülen warmes Wasser. Nicht schlecht für einen als "Stellplatz" ausgewiesenen Platz.

Wäre schön, wenn man sich an der VE-Station etwas mehr Mühe gäbe. Die wirkt nicht gerade einladend.

Wie so oft, der Problemfall Trinkwasserleitung. Auch hier ist nicht auszuschließen, dass besonders pfiffige Zeitgenossen die Toilettenbox mit dem Trinkwasseschlauch reinigen. Sehr unglücklich, die Konstellation.

 

Sonntag, 27.11.2022 - Zweiter Tag in Sérignan Plage 

Uiiiiii, jetzt war es heute Nacht aber doch richtig kalt. Vier Grad zeigte das Thermometer um 05:00 Uhr an. Und so schnell wird es ja dann am Morgen auch nicht warm. Also bleiben wir hübsch unter unseren dicken Decken und lassen den Tag ganz langsam auf uns zukommen. Nur im Wohnmobil abhängen kommt bei Sonnenschein aber auch nicht infrage, morgen soll es wieder einmal regnen, da müssen wir das trockene Wetter heute ausnutzen und machen uns gegen Mittag auf den Weg Richtung Strand.   

Unser Weg führt uns vorbei an mehreren großen Parkplätzen, die darauf hindeuten, und das zeigen auch Luftbilder, dass in der Saison hier ordentlich Betrieb ist. Allerdings sind keine Verhältnisse, wie an manchen Küstenabschnitten der Costa Brava zu erwarten.

Der Strand besteht aus einem feinen bis mittelgroben Sand, sehr angenehm also. Und läuft man im Sommer ein wenig weiter als die breite Masse, dann hat man auch ausreichend Platz und Übersicht, weshalb wir der Meinung sind, dass sich Familien hier besonders wohl fühlen sollten. Nur 5-Sterne Camping sollte man halt nicht erwarten. Im Bildhintergrund sieht man übrigens nicht das Meer sondern die Grande Maire (vgl. Kärtchen oben).

Treibholz an der Grande Maire.

So langsam merken wir doch, dass der Dezember naht. Auch wenn wir von Frost weit entfernt sind, pendeln die Temperaturen auch tagsüber nur noch um die 10 Grad Marke. Zudem bläst oft ein heftiger Wind, der die Sache nicht besser macht.

Dafür haben wir aber auch mehr als genug Platz.

Und so laufen wir und laufen wir bis zum Nachbarort Plage Portiragnes, an dessen Bebauungsgrenze wir, unweit des Strandes auf einen weiteren Stellplatz treffen. Für Erwachsene ist der Stellplatz ebenfalls ok, für Familien mit Kindern unseres Erachtens eher eine Notlösung für ein bis zwei Tage. Wir sehen uns auch das angrenzende Städchen an. Wieder mal so ein Urlaubsnest, das im Winter wie ausgestorben ist. Abgesehen von einem Bouleplatz, auf dem richtig Betrieb ist, ist der Ort wie ausgestorben. Aber man erkennt schon an den vielen jetzt geschlossenen Restaurants, Bars aber auch an den entsprechend dimensionierten Parkplätzen, dass hier im Sommer die Post abgeht.

Am späten Nachmittag treten wir den Rückweg an, es wird ja jetzt jeden Tag früher dunkel und es wird gegen Abend auch nochmals kühler. Da sitzen wir gerne versteckt hinter Büschen und Bäumen in unserem schönen warmen Womo und machen es uns gemütlich.

Palmen, man braucht sie nur anzusehen und schon wird es einem ein wenig wärmer, auch wenn die Außentemperaturen das gar nicht hergeben.

Mit diesem schönen Abendhimmel verabschieden wir uns von Sérignan Plage. Morgen geht es weiter.