Festung Daugavpils

Und das Rotkomuseum in der festung Daugavpils

Freitag, 20.06.2025 - von Daugavpils nach Daugavpils - 13 km 

Die riesige Zitadelle von Daugavpils befindet sich im Westen der Stadt und unweit des Flusses.  Sie wurde ab 1810 errichtet. Bei den polnischen Teilungen kam Daugavpils 1772 an Russland und verblieb dort bis zur Errichtung der Republik Lettland am Ende des Ersten Weltkriegs. 1935 waren 35 % der Bevölkerung Letten, 25 % Juden, 18 % Polen, 18 % Russen und 3 % Weißrussen. Im Zweiten Weltkrieg teilte die Stadt das Schicksal Lettlands; die jüdische Bevölkerung wurde vernichtet. Nach Kriegsende kam es zu einer massiven Russifizierung. 2011 betrug der russische Bevölkerungsanteil 53,6 %, der lettische knapp 20 %. 

 

Das Stadtbild ist etwas verwickelt, weil Daugavpils aus mehreren Siedlungen und Vorstädten zusammengesetzt ist. Das eigentliche Zentrum aus dem 19. Jahrhundert mit einem Straßenmuster in Schachbrettform liegt zwischen der Daugava und dem Bahnhof. Die "Alte Vorstadt" aus dem 17. Jahrhundert liegt nordöstlich der Zitadelle. Nordöstlich des Zentrums liegt der Stadtteil Jaunbūve, nordwestlich Mežciems, am gegenüberliegenden Flussufer das erst 1956 eingemeindete Grīva.

Das Kärtchen zeigt die Festung Daugavpils am nördlichen Ufer der Daugava (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

 

Bei der Anfahrt haben wir ein wenig Probleme, weil nicht alle Festungstore ausreichend hoch sind für unser Mobil. Von unserem Parkplatz folgen wir der Daugava auf der P 67 nach Westen und biegen dann jenseits der Eisenbahnunterführung am nächsten Kreisel in die Vaļņu iela ein. Die umrundet nun in einem weiten Bogen die Festung auf der Nordseite und erreicht irgendwann die westliche Zufahrt über die Lidotāju iela. Auf diese Weise können wir stressfrei in die Zitadelle einfahren und brauchen uns keine Gedanken um Durchfahrtshöhen zu machen.

Innerhalb der Zitadelle gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz und auch einen Polizeiposten. Die Festung ist sehr weitläufig, vieles noch im Umbruch, und es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis alle Flächen einer geeigneten Nutzung zugeführt sind. 

Die Festung wurde im Zeitraum zwischen 1810 und 1878 anstelle der Stadt Dünaburg errichtet. Der Bau der Festung wurde in Erwartung des Angriffs von Napoleon begonnen. Im Jahr 1812 bestand die noch nicht fertiggestellte Festung erfolgreich die "Feuertaufe" und wehrte die ersten Angriffe der napoleonischen Armee ab.

Eine, der für unseren Brummer sicher nicht geeigneten Zuwegungen. 

Kunst ist meist ein probates Mittel, um einen etwas unter die Räder gekommenen Stadtbezirk aufzuwerten. 

Durchgang durch einen der mächtigen Erdwälle der Festung.  

In Teilen hat man das Festungsgelände schon wieder ganz schön hergerichtet, aber es ist alles noch ein wenig Stückwerk. Man darf halt nie vergessen, dass die Letten nur begrenzte Manpower haben und der Aufbau des Landes erst 1990 beginnen konnte.

Um die Festung gebührend zu würdigen, haben wir uns heute wieder einmal das falsche Wetter ausgesucht. Muss man ständig vor Niederschlägen flüchen, kommt einem die innere Ruhe abhanden.

Hier sehen wir die Rückseite des ehemaligen Arsenals, in dem das Rothkomuseum untergebracht ist. Dieses Gebäude hat man inzwischen ordentlich instandgesetzt.  

 

Das Rothko-Museum

Mark Rothko (*12. September/ 25. September 1903, †25. Februar 1970 in New York) war ein amerikanischer Maler des Abstrakten Expressionismus und Wegbereiter der Farbfeldmalerei. Rothko wurde 1903 als viertes Kind des jüdischen Apothekers Jacob (Yakov) und seiner Frau Anna Goldin Rothkowitz im russischen Dwinsk, dem heute lettischen Daugavpils, geboren. Wegen der zahlreichen antisemitischen Pogrome im Zarenreich wanderte seine Familie in die USA aus. Man fuhr im August 1913 mit dem Passagierdampfer Czar der Russian American Line von Libau nach New York. Ab 1913 lebte Rothko zunächst in Portland, Oregon, ab 1923, nach einem knapp zweijährigen, nicht abgeschlossenen Studium an der Yale University, in der Kunstmetropole New York.

Auch wenn das Museum den Namen Rothko trägt, sind hier Kunstwerke ganz unterschiedlicher Künstlerinnen und Künstler ausgestellt. 

Da wir frei von künstlerischer Intelligenz und auch frei von einem entsprechenden Kunstverständnis sind, müssen wir jedem Einzelnen die Interpretation selbst überlassen. Es ist wie mit einem Wein. Wir spüren sehr schnell, ob er uns mundet oder nicht, können das aber oft nicht detailliert begründen.  

Mit manchem Kunstwerk können wir rein gar nichts anfangen, manchmal helfen einige Erläuterungen auf die Sprünge und manchmal glaubt man auch sofort zu verstehen, was der Künstler uns sagen möchte. Und dann soll es auch noch Fälle geben, bei denen Künstler etwas ganz anderes ausdrücken wollten, als uns so mancher Kunstexperte weismachen will.  


Hierzu fiele Michael einiges ein.

Michael findet die Präsentation mit Spotlights in ansonsten recht dunklen Räumen gut gelungen, weil es den Fokus auf das jeweilige Kunstwerk ausrichtet.

Und auch das Spiel mit Licht und Schatten ist oft gut gelungen. 

Mit Mark Rothko und den Künstlern vor Ort konnte Michael den Namen nach überhaupt nichts anfangen. Die Namen hat er vorher nie gehört. Nach dem Museumsbesuch sagt er aber: Der Besuch lohnt sich und er lohnt sich vermutlich noch deutlich mehr für Leute mit Sachverstand. Einige Exponate haben ihm wirklich gut gefallen und auch die Art und Weise, wie man die Kunst präsentiert, kommt bei Michael gut an.