Vila Nova de Gaia

Portos südliche Nachbarstadt

Das Kärtchen zeigt das südliche Ufer des Douro und die Nachbarstadt Portos, Vila Nova de Gaia westlich der Brücke Ponte Luiz I. (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

In Vila Nova de Gaia haben einige weltbekannte Weingüter ihren Sitz und die zeigen gerne, was sie haben.

Zu diesen zählt auch die Firma Burmester & Cª Lda, deren Weinkeller sich unmittelbar östlich der Ponte Luiz I. Brücke befindet.

Die Firma J. W. Burmester & Cª Lda. Burmester ist ein kleiner Produzent und hat sich vor allem auf höherwertige Angebote des Portwein-Types „Tawny“ spezialisiert. Die Weine für die Produktion der Portweine werden von Winzern des Alto Douro bezogen. "Alto Douro" bedeutet "oberer Douro" und bezieht sich auf die älteste, gesetzlich geschützte Weinbauregion der Welt im Norden Portugals, die für ihre Portweine und die malerische Landschaft bekannt ist.

Die produzierten „Colheitas“ (Jahrgangs-Tawnys) erzielen regelmäßig bei Wettbewerben Spitzenergebnisse. Und das sehen wir auch bei den aufgerufenen Preisen. Die liegen überwiegend jenseits unseres Budgets. Gut nur, dass wir ohnehin kaum noch Alkohol vertragen und uns diesbezüglich zurücknehmen müssen, sonst würden wir vielleicht doch noch schwach werden, denn der Portwein schmeckt uns ausgesprochen gut.

Also begeben wir uns auf die Flaniermeile und schließen uns einem abendlichen bunten Treiben an. 

Noch hält sich der Besucherandrang in Grenzen, aber das wird sich im Laufe des Abends noch ändern, denn trotz Nebensaison ist hier ordentlich Betrieb. 

Das Flussufer gut gefüllt mit Sonnenanbetern, davor Straßenmusiker und Akrobaten, am Rande der Flaniermeile ein kleiner Kunstmarkt und ein scheinbar nie endender Besucherstrom, der dies alles mit interessiertem Blick verfolgt.  

Landseitig flankieren Souvenirläden, Restaurants, prächtig ausgestaltete Konsumtempel, weitere große Weingüter und ein gut besuchter Streetfoodmarkt die Flaniermeile. 

The Fantastic World of Portuguese Sardines - ein "Tempel" der den Sardinen huldigt. 

Hier gibt es Sardinenbüchsen in allen Variationen. Wo, wenn nicht hier, sollte man so etwas sehen können?  

In der Totalen ist gar nicht zu erkennen, woraus sich die Fächerwand im Bildhintergrund eigentlich zusammensetzt. Erst die Vergrößerung offenbart den Aufbau. Hoffen wir mal, dass der Doseninhalt nicht wirklich so alt ist.

Gleich nebenan befindet sich das Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau. Casa Portuguesa: Portugiesisches Haus/Zuhause - Pastel de Bacalhau: Wörtlich übersetzt "Kabeljau-Gebäck" oder "Kabeljau-Küchlein". Das Gericht: Ein traditioneller portugiesischer Snack, der aus einer Mischung aus Kartoffeln, Kabeljau (eingesalzener Kabeljau), Eiern und Petersilie besteht und frittiert wird.

Unser flüchtiger Blick sieht überwiegend Touristen aus aller Herren Länder, aber nur wenige Einheimische, was bei den hier aufgerufenen Preisen auch nicht wirklich verwundert.

Das Haus hält teure Häppchen für den großen Geldbeutel und ein wunderschönes Interieur für den kleinen Geldbeutel bereit. 

Über uns gleiten die Gondeln der Teleférico de Gaia hinweg in Richtung Talstation und hinauf zum Jardim do Morro.

Entlang des Flussufers sind die Ausflugsboote, die tagsüber noch einer Prozession gleich beständig das Gewässer hinauf und hinunter fuhren, fest vertäut.

In der Rua Dom Afonso III / Ecke  Rua Guilherme Gomes Fernandes in Vila Nova de Gaia treffen wir auf diesen "Halben Hasen", eine Skulptur, welche die Ecke eines ansonsten recht unansehnlichen Gebäudes eindrucksvoll hervorhebt. Der Halbe Hase soll Teil der Kunstserie Trash Animals sein, mit der Künstler die Umweltzerstörung anprangern wollen. Michael findet den Hasen sehr gelungen.

Ginjinha Vice Rei ist ein portugiesischer Likör mit 16 % Alkohol, der aus Sauerkirschen hergestellt wird und stilecht aus einem Schokoladenbecher getrunken werden soll. Nach zwei Monaten Mazeration (Herauslösen von Inhaltsstoffen) hat er seine gewünschte Farbe und den charakteristischen Geschmack angenommen. Seinen Ursprung hat der Ginja in Lissabon, aus der Bar „A Ginjinha“, am Largo de São Domingos.

Angelika probiert ein wönziges Schlückchen und ist nicht abgeneigt.

Am Ufer vor Vila Nova de Gaia vertäute Touristenboote.