San Juan de Gaztelugatxe

Von Lekeitio über Gernika nach Gaztelugatxe

Mittwoch und Donnerstag, 24. und 25.09.2025 

Gernika (baskisch Gernika-Lumo; kastilisch Guernica y Luno) ist eine Stadt von spezifischer historisch-politischer Bedeutung in der spanischen autonomen Region Baskenland (baskisch Euskadi). Vom 14. bis 16. Jahrhundert reisten die kastilischen Könige jeweils im ersten Jahr nach ihrer Machtübernahme nach Gernika, um einen Eid auf die Wahrung der baskischen Freiheitsrechte zu leisten. In der Folge war Gernika nicht nur das administrative Zentrum von Bizkaia, sondern wurde mit dem „Baum von Gernika“ als Freiheitssymbol auch zur heiligen Stadt der Basken.

 

Am 26. April 1937, während des Spanischen Bürgerkriegs, flogen Kampfflugzeuge der deutschen Legion Condor und des italienischen Corpo Truppe Volontarie mit Spreng-, Splitter- und Brandbomben den Luftangriff auf Guernica. Bei den darauf folgenden Großfeuern kamen mehrere hundert Menschen, nahezu ausschließlich Zivilisten, ums Leben. 

Von Lekeitio aus geht es auch heute wieder die Küstenstraße entlang, die uns hier allerdings nur wenige Ausblicke aufs Meer gönnt. Die Bergstraßen BI-3238 und die BI-3234 sind teils ziemlich kurvig und das Asphaltband geht, der Morphologie unmittelbar folgend, immer ordentlich hinauf und gleich wieder hinunter. In den kleinen Ortschaften gibt es viele Bodenschwellen und 30er-Zonen und wir kommen kaum vom Fleck. Im Weiler Ea würden wir gerne einmal anhalten, aber wir übersehen die Abfahrt der BI-3481 zum Parking panorámico Ea und finden dann unten im Ort nirgendwo ein Parkplatz. So müssen wir unverrichteter Dinge weiterfahren. Auch eine Bäckerei suchen wir vergebens.  

 

Etwa 20 km nordwestlich Lekeitio befindet sich der Lagastrand, den wir uns gerne einmal ansehen möchten. Der Strand soll wunderschön sein, zum einen wegen des feinen Sandes, zum anderen wegen der Felsformationen. Doch als wir dort eintreffen gibt es zwar einen Riesenparkplatz und der ist auch fast komplett leer, aber er ist gleichzeitig auch durch eine Höhenbarriere gesichert, sodass Wohnmobile nicht hineinfahren können. Auch alle sonstigen Parkbuchten sind mit Womo-Verbotsschildern oder Parkverboten belegt. Man will uns hier offensichtlich unter keinen Umständen haben. Wir haben auch nicht ein einziges Womo parken sehen, keines fuhr in unsere Richtung, keines kam uns entgegen. Da sind andere offenbar besser informiert als wir und fahren gar nicht erst hier hoch. Also fahren wir weiter und möchten nun den Nuevo Bosque de Oma besuchen. Als wir dort ankommen, das gleiche Spiel. Halbwegs in der Nähe des Zugangs zum Wald von Oma gibt es weit und breit keinen einzigen Parkplatz für Womos. Am Ende einer Sackgasse böte sich eine Gelegenheit, aber da sind aktuell Bauarbeiten, das macht also auch keinen Sinn. 

Gernika

Das Kärtchen zeigt die Stadt Gernika (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

Wir können es kaum glauben und fahren unverrichteter Dinge weiter nach Gernika-Lumo. Dort parken wir im Südwesten der Stadt auf dem kostenlosen Parkplatz San Kristobal aparkalekua in der Calle Nafarroa Behera. Man steht hier recht zentral und es sind auch einige Wohnmobile abgestellt, aber so richtig einladend ist der Platz nicht.

 

Das Wetter ist schon seit Tagen recht unbeständig. Längere Wanderungen enden regelmäßig mit einem Regenguss. Einen kurzen Ausflug in die Stadt möchten wir trotzdem unternehmen. Unser Weg führt uns vom Parkplatz nach Norden zu einem prächtigen Versammlungssaal der Provinz mit Buntglasfenstern. Im Garten des Versammlungssaals steht die Friedenseiche und wenige hundert Meter nördlich davon befindet sich eine keramische Nachbildung des von Picasso geschaffenen Gemäldes über die Zerstörung des Ortes Gernica. Es zeigt in kubistischer und surrealistischer Malerei die Gräuel des Krieges auf. 

Gernikako Batzarretxea, der Versammlungssaal der Provinz, mit Buntglasfenstern, die den geschichtsträchtigen Baum von Gernika symbolisieren.

Trotz Weitwinkelobjektiv ist es unmöglich, den gesamten Saal ins Bild zu rücken. 

Gernikako Arbola (baskisch für „Baum von Gernika“) ist eine Eiche in der baskischen Stadt Gernika, die in der Geschichte der Basken ein Freiheitssymbol darstellt, sowohl für die Provinz Bizkaia als auch für das Baskenland insgesamt. Der Baum von Gernika wurde mehrmals neu gesetzt: 

 

- Der ursprüngliche Baum wurde im 14. Jahrhundert gepflanzt und überdauerte 450 Jahre.

 

- Der „Alte Baum“ (1742–1892) wurde neu gesetzt im Jahre 1811. Der Stamm befindet sich nun in einem kleinen Tempel in dem benachbarten Garten.

 

- Inzwischen gibt es den fünften Baum, der im Alter von 14 Jahren im März 2015 gesetzt wurde.

Als Denkmal gefasster Stamm des alten „Baums von Gernika“.

Noch im Jahr 1937 schuf Pablo Picasso für die Pariser Weltausstellung, das Gemälde Guernica oder "Die Schrecken des Krieges", das Gernikas Zerstörung zu einem weltweit bekannten Sinnbild der Kriegsächtung hat werden lassen. Das Gemälde hängt heute im Museo Reina Sofía in Madrid. Es zeigt leidende Menschen und Tiere in Schwarz-Weiß-Grau und symbolisiert die Zerstörung durch Gewalt. Pablo Picasso bestand darauf, dass das Gemälde nicht nach Spanien zurückkehren dürfe, bis die Demokratie wiederhergestellt sei. Erst nach Francos Tod im Jahr 1981 kehrte das Werk nach Spanien zurück. Nach der Einführung einer neuen Verfassung und einer demokratischen Regierung wurde das Werk nach Madrid gebracht. Es hat die Hauptstadt seitdem nicht mehr verlassen. 

Das Portal der Parroquia católica Nuestra Señora de La Asunción (Katholische Pfarrei Unserer Lieben Frau von der Himmelfahrt). Auf dem Rückweg zum Womo sehen wir uns dann noch einmal das kleine Zentrum der Stadt an und besorgen einige Lebensmittel. Und als hätten wir es geahnt, sitzen wir noch nicht richtig, als schon der nächste Schutt kommt. Weiter geht unsere Reise nach Gaztelugatxe.

San Juan de Gaztelugatxe

Das Kärtchen zeigt die Insel Gaztelugatxe mit dem ehemalige Kloster San Juan de Gaztelugatxe (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). In der sommerlichen Hauptsaison an bestimmten Feiertagen und selbst an vielen Wochenenden in der Nebensaison ist ein Besuch nur mit kostenloser Voranmeldung möglich. An den nebensaisonalen Werktagen, kann man die Location in der Regel ohne jede Voranmeldung besuchen. Die Location ist mit drei Parkplätzen ausgestattet. Der zur Insel nächstgelegene (ganz links), relativ große Parkplatz ist Bussen und Pkw vorbehalten. Von dort geht es 800 m bergab an den Fuß des Inselberges. Etwa 100 m oberhalb dieses großen Parkplatzes befindet sich ein 20 Fahrzeuge fassender kleinerer Parkplatz, auf dem auch mittelgroße Wohnmobile Platz finden. Um hier einen Platz zu bekommen, muss man aber schon mächtig Dusel haben. Es ist extrem eng und schlafen ist hier ebenfalls recht schwierig. Zwar schafft es immer wieder der eine oder andere hier einen Platz zu ergattern. Wir raten euch aber Nägel mit Köpfen zu machen. Etwa 2,5 km nordöstlich der unteren beiden Parkplätze befindet sich ein dritter Parkplatz auf dem ihr euer Wohnmobil stressfrei auf einem Schotterplanum abstellen und sogar kostenlos übernachten könnt. Eine Trockentoilette befindet sich in 50 Metern Entfernung. Sonstige VE-Einrichtungen gibt es dort allerdings keine, bereitet euch bei der Anreise dementsprechend vor. Von diesem oberen Parkplatz lauft ihr zwar 2,50 km bis an den Fuß des Inselberges, aber ihr bewegt euch auf einem breiten, gut zu begehenden Weg mit überwiegend moderatem Gefälle. Außerdem befinden sich auf der Wegstrecke 2 Toiletten, die allerdings nicht übermäßig einladend sind. Unmittelbar hinter dem Stellplatz befindet sich ein langer Grünstreifen in dem Bank-Tisch-Kombinationen aufgestellt sind. Hier kann man es sich an schönen Tagen gemütlich machen, hat einen wunderbaren Ausblick aufs Meer und kann sogar grillen, wenn man Brennmaterial mitbringt.

Gaztelugatxe (baskische Schreibweise, spanisch Gaztelugache) ist eine zum spanischen Baskenland (Provinz Bizkaia) gehörende Insel im Golf von Biskaya, die unmittelbar vor der Felsenküste der Costa Vasca zwischen den Orten Bakio und Bermeo liegt.

 

Die Insel ist etwa 270 Meter lang und maximal 80 Meter breit. Sie ist durch eine Steinbrücke mit dem rund 200 Meter entfernten Festland verbunden. Auf dem höchsten Punkt der Insel (79 Meter über Meeresniveau) steht das ehemalige Kloster San Juan de Gaztelugatxe, zu dem eine heute noch von der Pfarrgemeinde St. Pelagius in Bakio genutzte kleine Kirche gehört. Um zu der Einsiedelei zu gelangen, muss man, nachdem man die heute dammartig unterbaute Brücke überquert hat, 237 Stufen einer in den Fels gehauenen Treppe hinaufsteigen.  

Hier seht ihr den kleinen Parkplatz für etwa 20 Fahrzeuge. Zwar sind es von hier aus bis zum Fuß des Inselberges nur etwa 1000 m, aber selbst bei früher Anreise ist es alles andere als sicher, dass ihr mit einem mittelgroßen Wohnmobil auf der kleinen Fläche einen Parkplatz bekommt. 

Und hier seht ihr den Parkplatz Harrigorri (Googleangabe) in 2,5 km Entfernung zur Insel (vgl. Kärtchen oben). In der Nebensaison geht es recht gemütlich zu. Im Sommer dürfte es hier aber auch eng werden. Der Platz ist kostenlos, ihr könnt stressfrei übernachten, einen gemütlichen Abend auf der angrenzenden Grünfläche (linker Bildrand) verbringen und mit etwas Glück erlebt ihr sogar einen schönen Sonnenuntergang. Nachteil: Die Netzanbindung für Telefon und Internet ist schlecht. 

Die unmittelbar nördlich des Stellplatzes angrenzende Grünanlage mit Sitzgelegenheiten und einem Grill. Hier kann man den Tag perfekt ausklingen lassen.

Am 25.09.2025, gegen 09:30 Uhr starten wir vom Parkplatz aus in Richtung Gaztelugatxe. Der Wanderweg beginnt unmittelbar westlich des Parkplatzes und ist, wie man sieht, schön breit und bequem zu begehen.  Zunächst geht es mehrere hundert Meter moderat bergab. Nach 500 Metern erreichen wir einen ersten Wegweiser. Nach 600 m geht es kurz etwas steiler nach unten. Dann bleibt der Weg in der Horizontalen und steigt anschließend sogar wieder leicht an. Bei 1,2 km Strecke erreichen wir einen zweiten Wegweiser. Hier beschreibt der Weg einen U-Turn und an dieser Stelle befindet sich ein weiteres Toilettenhäuschen, auch dieses nicht allzu einladend. Vom U-Turn geht es 400 m weiter leicht bergab zu einem kleinen Rastplatz an einem Boot und einer Bank mit ein wenig Fernsicht.

Hier machen wir eine 20 minütige Pause, weil wir Netz haben, was oben auf unserem Stellplatz leider nicht der Fall ist. Nun haben wir noch eine Reststrecke von einem Kilometer zu bewältigen. Am Boot biegt der Weg scharf nach links ab und wird nun abschnittsweise richtig steil (bis zu 15 %). Dem entsprechend schnell ist man unten, und an den Rückweg wollen wir jetzt lieber noch nicht denken. Um 10:45 Uhr stehen wir am Fuß des Klosterberges. Abzüglich der zwanzigminütigen Pause und einiger Fotopausen haben wir bei gemütlichem Gang etwa 50 Minuten für den Abstieg benötigt.

Während der Wanderung gibt es nicht allzuviele Sichfenster, von denen aus man die Klosterinsel vernünftig sehen kann, erst relativ weit unten ist die Sicht dann besser.

Am Fuß der Insel angekommen, benötigen wir natürlich noch einige Zeit, um Fotos zu machen. Gegen 10:45 Uhr geht es dann dem mühsamen Aufstieg entgegen. 

Achtzig Meter sind für alte Knacker schon eine Ansage. Noch ist wenig Fußgängerverkehr und wir können ganz gemütlich nach oben steigen und die Aussicht aus unterschiedlichen Höhen genießen.  

Hier befinden wir uns bereits kurz vor dem Ziel. Mit einer Pause am Fuß des Berges und etlichen Fotopausen im Aufstieg sind wir gegen 11:15 Uhr oben auf dem Klosterberg. Was wir in 30 Minuten geschafft haben, packen junge Leute ohne Fotoambitionen in 10 Minuten. Allerdings muss man auch sagen, dass hier selbst in der Nebensaison ordentlich Betrieb ist und im Aufstieg an vielen Stellen gerade einmal zwei Leute aneinander vorbei passen. Die Aussicht auf den Berg und vom Berg in verschiedenen Höhen auf die Umgebung ist fantastisch. Wir sind begeistert und können nun verstehen, warum es so viele Leute hier hinzieht.

Allerdings schwitzen wir auch ordentlich. Unsere T-Shirts sind durchnässt als wir endlich oben sind. Hier befindet sich eine hübsch renovierte Kapelle und Unterstände, die vor Hitze aber auch Kälte schützen.

In einem der Schutzräume befindet sich sogar ein Kamin. Wenn der im Winter geheizt wird, wird es hier mollig warm. Und im Sommer sorgen die dicken Steinwände für willkommene Kühlung. Verpflegung ist allerdings Fehlanzeige, man sollte also etwas mitbringen. Die meisten Leute reisen ja mit dem Pkw an und haben einen deutlich kürzeren Weg als wir. Wir vermuten, dass dort oben bei dem großen Pkw-Platz Verpflegung käuflich zu erwerben ist. Aber das ist Spekulation.

 

Während wir uns auf dem Klosterberg tummeln, nimmt der Zustrom an Besuchern nun ständig zu. Wirklich erstaunlich, wieviel Leute den Weg selbst an einem Werktag in der Nebensaison hier her finden. Allerdings kommt die überwiegende Zahl vom Pkw-Parkplatz. Der Feldweg, den wir beschritten haben, bleibt verwaist. Wer will schon mehr als unbedingt notwendig laufen.

 

Wir bleiben so etwa 20 Minuten auf dem Klosterberg und sehen dann mit Unbehagen, dass sich draußen über dem Meer etwas zusammenbraut. Da wir aufgrund der Anstiege einen etwas längeren Rückweg haben werden, brechen wir auf. Schnellen Schrittes geht es erst einmal an den Fuß des Klosterberges. Von dort aus benötigen wir für den Aufstieg zum Womo-Stellplatz 65 Minuten. Da wir nicht die schnellsten sind, ist das aber absolut machbar. Oben angekommen machen wir uns erst einmal frisch und wechseln die verschwitzte Kleidung. Duschen wäre jetzt nicht schlecht.

 

 

Weiter mit Bilbao