Freitag, 13.06.2025 - von Nina am Peipussee nach Tartu - 44 km
Das Kärtchen zeigt einige der von uns besuchten Sehenswürdigkeiten in Tartu (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Hier sehen wir ein aufwändig saniertes Gebäude in der Kloostri Straße 9.
An einem der vielen Holzhäuser sehen wir dieses Bild, das uns ein Foto wert ist. Doch was erfahren wir Schreckliches von der KI? Dieses Gemälde ist ein wichtiges Kunstwerk, das im Horrorfilm Midsommar (2019) zu sehen ist. Das Wandbild erscheint in der Eröffnungssequenz des Films. Es stellt die tragische Vorgeschichte der Hauptfigur Dani Ardor dar, die sich im Film entfaltet. Die Szene zeigt ihre Schwester, die sich das Leben nimmt und dabei ihre Eltern tötet. Es dient als visuelle Vorhersage für die Ereignisse des Films.
Mit Horrorfilmen hat diese Tür hier offensichtlich nichts zu tun. Mit abgeplatzter Farbe und beschädigten Paneelen ist sie in einem bemitleidenswerten Zustand und damit eher ein Symbol für die Vergänglichkeit alles Irdischen.
Dieses Bild zeigt ein traditionelles Holzhaus in der Kroonuaia tänav (Kroonuaia-Straße) in Tartu. Auch diese Straße ist bekannt für ihre Holzgebäude, die einen Einblick in die historische Architektur der Stadt geben.
Hübsch renoviertes Gebäude in der Herne tänav 30. Wir könnten euch jetzt noch ein Dutzend Gebäude in diesem Viertel zeigen. Das wird aber nicht jeden interessieren. Wenn euch so etwas gefällt, wisst ihr ja nun, wo die Gebäude zu finden sind.
Wir nähern uns jetzt wieder dem Fluss und kommen an dieser etwas grobschlächtigen Schaukel vorbei. Das Teil alleine in Bewegung zu setzen, ist etwas anstrengend. Es ist wohl mehr zum Gruppenschaukeln gedacht und macht dann, wenn 10 bis 12 Leute die Schaukel in Schwingungen versetzen, bestimmt recht viel Spaß.
Hier draußen am Rande der Stadt macht der Fluss gleich wieder einen viel ruhigeren Eindruck.
Auch hier ist die Flaniermeile am südlichen Flussufer gut ausgebaut und es macht richtig Spaß hier entlangzulaufen.
Wir laufen in östliche Richtung zum Botanischen Garten der Universität Tartu.
Der Eingang zum Botanischen Garten der Universität Tartu befindet sich in der Lai tänav 38.
Hier wachsen laut "Webseite Visit Estonia" mehr als 10.000 Arten aus dem Pflanzenreich. Wie man hier sieht, ist das Gelände ein wenig profiliert angelegt.
Schön finden wir, dass der Eintritt für die Außenanlagen lostenlos ist. Nur der Zutritt zu den Gewächshäusern ist kostenpflichtig. Das kann man auch verstehen, denn dort sind überwiegend Pflanzen aus Klimazonen untergebracht, die deutlich mehr Pflege und Energie benötigen.
Mit dem Frankfurter Palmengarten sind wir im Rhein-Main-Gebiet allerdings mehr als gut versorgt. Und weil wir den im Laufe unseres Lebens schon häufig besucht haben, müssen wir die Gewächshäuser hier nicht zwingend ansehen.
Teodor Lippmaa (17. November 1892 in Riga – 27. Januar 1943 in Tartu) war ein bedeutender estnischer Botaniker. Von 1939 bis 1942 war er Präsident der Estnischen Naturforschergesellschaft. Gemeinsam mit Karl Eichwald (1889–1976) gab er das Werk „Eesti Taimed – Estnische Pflanzen“ (1933–1939) heraus, das vom Botanischen Museum der Universität Tartu vertrieben wurde. In Tartu, wo er den Großteil seines Lebens verbrachte, erinnert ein 1982 errichtetes Denkmal an ihn. Lippmaa kam 1943 zusammen mit dem Großteil seiner Familie bei einem sowjetischen Luftangriff ums Leben. Er ist auf dem Friedhof Rahumäe in Tallinn begraben.
Natürlich darf in einem Botanischen Garten auch ein Teich inklusive der einschlägigen Wasserpflanzen nicht fehlen.
Unabhängig davon, ob man nun ein großer Pflanzenfreund ist oder nicht, bewegt man sich im Botanischen Garten in einem Hort der Ruhe. Und auch wenn Tartu nicht so groß ist, als dass man so richtig in Stress käme, ein wenig Erholung kann nie schaden.
Hier sind wir jetzt schon wieder zurück in der Stadt und befinden uns vor dem Ahhaa-Museum. Michael demonstriert gerade, wie man mit einem ordentlichen Hebel auch schwerste Lasten anheben kann. Und das Hebelgesetz Kraft x Kraftarm = Last x Lastarm lässt sich Kindern und Jugendlichen hier auch sehr anschaulich vermitteln.
Die vor dem Museumseingang befindlichen Aufbauten sind durchaus geeignet, das Publikum nach drinnen zu locken. Auch Michael ringt lange mit sich und entscheidet sich wegen der fortgeschrittenen Zeit dann doch dagegen. Im Nachhinein würde er sagen, dass er sich falsch entschieden hat.
Ein Wasserhahn ohne Zuleitung, der dennoch Wasser zu spenden scheint. Für Kinder ziemlich erstaunlich, dass das geht.
Hier dürfen Erwachsene einmal testen, wie es sich für Kleinkinder anfühlt, wenn sie mit viel zu großen Möbelstücken konfrontiert werden.
Gleich hinter dem Museum befindet sich dieser originelle Wohnzylinder, Tigutorn genannt. Wie ein Zylinder sieht der allerdings nur von unten aus. Aus einiger Entfernung mit dem Teleobjektiv aufgenommen, erkennt man, dass mehr dahintersteckt. Der Tigutorn (deutsch Schneckenturm) ähnelt in der Aufsicht oder mit etwas Abstand einem Schneckenhaus und trägt seinen Namen deshalb zu Recht. Der Turm wurde von Vilen Künnapu und Ain Padrik entworfen und 2008 eröffnet. Er hat 23 Stockwerke.
Hier sind wir auf dem Weg vom Bahnhof zurück in die Stadt. Etwa einhundert Meter nordöstlich des Bahnhofs treffen wir in der J. Kuperjanovi tänav 62 auf das hübsche Pfandleihhaus Emilia Lombard.
Das Kärtchen zeigt den Standort der Öko-Plattenbauten in Tartu (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
In diesem und den nachfolgenden Fotos sehen wir einige Öko-Updates für Plattenbauten aus der Sowjetzeit. Tausende von Mehrfamilienhäusern in Estland wurden in den 1950er Jahren als vorläufige Unterkünfte gebaut. Die als "Chruschtschowka" bezeichneten Gebäude, schienen in den Zehnerjahren des 21. Jahrhunderts am Ende ihrer Lebensdauer angekommen zu sein.
Hier sehen wir einen ehemaligen Plattenbau in der Pepleri tänav 3, Ecke Tiigi tänav 8: Beginnend im Jahr 2017 hauchte ein EU-Projekt in Tartu neunzehn "Chruschtschowkas" neues Leben ein. Die Gebäude weisen jetzt nach erfolgreicher Renovierung eine deutlich höhere Energieeffizienz auf. Die Metamorphose zu energieeffizienten "Smart Homes" hat den Gebäuden inzwischen auch einen neuen Spitznamen eingebracht. Sie werden inzwischen als "Smartovkas" bezeichnet.
Und für etwas Kunst im öffentlichen Raum, auch als Urban Art bezeichnet, war offensichtlich auch noch Geld da. Somit hat man neben den Energieeinsparungen auch noch hübsche Fassaden und eine künstlerische Aufwertung des Umfeldes. Man sollte annehmen, dass sich die Lebensqualität deutlich erhöht hat und dass das auch so empfunden wird. Ganz ehrlich, ohne Urban Art, wären uns diese Gebäude überhaupt nicht aufgefallen. Und nun haben wir einiges gelernt über energieeffiziente Umgestaltung von Plattenbauten in Estland. Da sieht man mal wieder, was Kunst zu leisten vermag. Sie auf das Schöngeistige zu reduzieren, geht halt doch am Thema vorbei.
Für Tartu haben wir uns definitiv zu wenig Zeit genommen. Die Stadt hätte zwei weitere Tage verdient. Da gibt es noch einiges zu sehen. Und bei einem möglichen weiteren Besuch sollten wir uns diese Zeit wirklich auch nehmen.
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