Vom Pape Naturpark nach Salantai

Auf dem Weg zum Berg der Kreuze

 

Sonntag, 11.05.2025 - vom Pape Naturpark zum Salantai Regionalpark - 112 km 

Leuchtturm, Tagesparkplatz und Übernachtungsort im Umfeld des Besucherzentrums (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Unser Übernachtungsplatz neben einer Gewerberuine unweit des Besucherzentrums an der L1. Hübsch geht anders, aber es erfüllt seinen Zweck. Offiziell als Parkplatz ausgewiesen und ohne jede Einschränkung dürfen wir hier stehen. Etwas später im Jahr wird man hier vermutlich nicht alleine stehen.

Die Brücke über den Auslauf des Papes ezers (Papessee) in Richtung Ostsee unweit des Besucherzentrums (hinten links).

Ebenfalls unweit des Besucherzentrums vermuten wir hier, versteckt im Schilf, den Bau eines Bibers.

Das Kärtchen zeigt die von uns im Pape-Naturpark besuchten Locations L1 bis L4 (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).   

 

L1: Besucherzentrum, Leuchtturm, Strand und Übernachtungsplatz.

L1a: Einge wenige Wildpferde in einer Koppel

L2: Aussichtsturm zur Vogelbeobachtung und Strand.

L3: Parkfläche am Funkmast und Wildpferde.

L4: Heckrinder

Der Funkmast am Paurupes kanāls.

Das Gelände vor dem Funkmast am Paurupes kanāls bietet uns ausreichend Platz, um unseren Brummer für eine Stunde abzustellen. Bevor wir den abstellen, überzeugen wir uns aber erst einmal von der Standfestigkeit des Areals. 

Von der Abstellfläche geht es zurück auf die Straße, dann 50 m nach Westen über den Kanal und anschließend auf den Feldweg in nördliche Richtung. In diesem Bereich geht übrigens auch die Asphaltstraße in Schotter über. Wer also das Schild übersieht, den weckt die Rumpelpiste.  

Der Weg führt entlang eines recht großen, mit Stacheldraht eingezäunten Areals. Auf halber Wegstrecke sehen wir laut krächzend, einige Kraniche. Die haben uns natürlich längst entdeckt, fühlen sich aber wegen des großen Abstandes sicher. Von Heckrindern oder Pferden sehen wir nichts. Erst als wir fast schon am oberen Ende des eingezäunten Areals angekommen sind, sehen wir in der äußersten Ecke des Grünlandes endlich eine mittelgroße Pferdeherde. Heckrinder sind da aber keine dabei. Die Entfernung ist aber so groß, dass sie nicht vernünftig zu fotografieren sind. Also versuchen wir uns durch das dichte Unterholz nach Westen durchzuschlagen. Doch die Pfade zwischen den Gehölzen sind von Hufen zertrampelt, mit Pfützen gespickt, und wir kommen nur mühsam vorwärts. Schließlich werden die Büsche so dicht, dass kein Fortkommen mehr möglich ist. Leider bewegen sich die Pferde auch keinen Meter von ihrem Aufenthaltsort weg, und so schaffen wir es trotz Teleobjektiv nicht, die Pferde formatfüllend ins Bild zu bringen. 

Konik-Pferde im südlichen Teil des Pape Naturparks, ca. 700 m nördlich des Funkmastes und unweit des Paurupes kanāls

Zurück am Funkmast und unserem Mobil fahren wir nun wieder bis zur A 11 vor und biegen auf dieser nach Norden ab. 

Nach einer langgezogenen S-Kurve erreichen wir einen Abzweig nach Westen (vgl. hierzu das Kärtchen weiter unten!). 

Dann heißt es erneut, etwa 6 km Schotterpiste zurückzulegen, bevor wir an einem Viehgatter ausgebremst werden. Allerdings befindet sich am Rande der Schotterpiste ein hübscher Picknickplatz, an dem wir unser Wohnmobil abstellen können.  

Das Kärtchen zeigt die Zuwegung von der Straße A 11 zum Gehege der Heckrinder und der großen Herde der Konik-Pferde. Eventuell kann man auch die Zufahrt von Peši aus wählen, das haben wir aber nicht überprüft und wir können auch nicht jede Zuwegung nehmen, die Geländefahrzeuge selbstverständlich befahren (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Der Picknickplatz unmittelbar nördlich des Viehgatters zur Rinderweide. Zunächst sind wir ganz alleine vor Ort, doch schon bald tauchen weitere Besucher auf, darunter auch deutsche Landsleute. Wir steigen aus und laufen zum Absperrgitter. Als wir uns dem Viehgatter nähern, gibt es eine unangenehme Überraschung. In dem Gehege befinden sich zwar die Heckrinder und die halbwilden Pferde, aber der Zugang ohne Guide ist nicht gestattet. Mit uns sind noch 4 weitere Personen vor Ort, die sich telefonisch um einen Ranger bemühen, mit dem wir das Gelände betreten könnten. Doch der winkt ab und sagt, ein Besuch müsse drei Tage vorher angemeldet werden. Ziemlich realitätsfern. Was sollen wir machen? 

Sowohl Rindviecher als auch Pferde fühlen sich weit ab unseres Gatters wohl und machen keine Anstalten auch nur in die Nähe unseres Standortes zu kommen. Wir stehen einige Zeit bedröppelt vor dem Tor und wissen nicht so recht was wir machen sollen. Dann entschließen wir uns doch einmal in das Areal hineinzulaufen, denn sowohl die Rinder als auch die Pferde sind weit weg und so sieht die ganze Sache doch recht unproblematisch aus. 

Da die halbwilden Pferde und Rinder für uns nicht berechenbar sind, halten wir gebührenden Abstand. Natürlich werden wir von denen misstrauisch beäugt, doch sie lassen sich nicht wirklich aus der Ruhe bringen.  

Und diesmal kommen wir zumindest so nahe heran, dass wir mit dem Teleobjektiv nun endlich vernünftige Bilder hinbekommen.

Obwohl das Tele ganz schön Gewicht in den Rucksack bringt, ist man gelegentlich doch ganz froh, wenn man darauf zurückgreifen kann. Wir sind jetzt doch froh, dass wir das kurze Stück hineingelaufen sind und machen uns als die Fotos im Kasten sind gleich wieder vom Acker.

 

Danach verlassen wir das Pape-Naturreservat und fahren zunächst zurück nach Palanga und damit nach Litauen. Wieder geht es dabei über 5 km Schotterpiste und wir sind froh als wir endlich wieder Asphalt erreichen.

Über Palanga geht es in Richtung Kretinga. In Vydmantai (7 km westlich Kretinga) sehen wir, unweit nördlich der Straße A 11, diese postmoderne Kirche und einen Flohmarkt. Das müssen wir uns einmal ansehen. 

Angelika macht sich natürlich sofort auf die Pirsch.

So richtig ergiebig ist die Ausbeute nicht, aber das gute Gefühl nichts verpasst zu haben ist manchmal auch schon etwas wert. Schon bald geht es weiter in Richtung unseres heutigen Nachtlagers in  Salantai. In Kretinga decken wir uns bei Lidl noch einmal mit dem notwendigsten ein. Manche Supermärkte haben im katholischen Litauen offensichtlich auch sonntags geöffnet. Von Kretinga geht es über die Straße 226 nach Salantai unserem heutigen Tagesziel.

Wir erreichen Salantai, freuen uns nach den vielen Rüttelstrecken endlich das Fahrzeug abstellen zu können und haben gerade noch 100 m bis zum Übernachtungsparkplatz. Da taucht doch vor uns eine Höhenbeschränkung mit einer Durchfahrtshöhe von 2,70 m auf. So ein Mist. 

Im ersten Augenblick denken wir, dass wir noch einmal ganz neu nach einer Bleibe für die Nacht suchen müssen. Doch dann schauen wir uns die Stellplatz-App an und sehen, dass es eine Umleitung gibt. Die ist zwar mehr als 3 km lang und geht mitten durch den Ort aber wir erreichen am Ende doch noch das avisierte Ziel (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Unser Übernachtungsplatz in Salantai. Als wir eintreffen ist der Platz noch gut gefüllt mit Pkw. Aber am frühen Abend leert sich die Fläche und wir haben freie Auswahl und sind auch niemandem im Wege. 

Weiter hinten befindet sich ein Spielplatz und eine Sportanlage, die am Sonntagnachmittag beide gut besucht sind. 

Michael sieht sich die Brücke über den Fluß einmal genauer an und versteht nun auch, warum die Höhenbegrenzung angebracht worden ist. Teile der Armierung liegen frei und haben bereits Rost angesetzt. Vermutlich weist das gute Stück nur noch eine eingeschränkte Tragfähigkeit auf. 

Neugierig, wie wir sind, machen wir gleich noch einen Spaziergang durch die eigentlich recht hübsche Grünanlage hinter unserem Übernachtungsplatz. Leider ist der Park aktuell nur mit großer Umsicht und einem gewissen Risiko zu begehen. 

Eine recht große Kolonie von Rabenvögeln hat sich in den hohen Bäumen entlang des Flusses und des angrenzenden Stadtparks etabliert. Unter den Nestern sind sämtliche Flächen mit Vogelkot verschmutzt und da macht es wenig Freude, hier spazieren zu gehen. Und natürlich sorgen die Vögel auch für eine ordentliche Dauerbeschallung. Aber wir wohnen hier auch nicht, nach mehreren Wochen Dauerbeschallung sieht man das dann vielleicht doch etwas anders. 

 

Nach dem Reinfall im Park finden wir auch noch die Zeit eine kurze Runde durch die Stadt zu laufen. Am Sonntag ist da natürlich tote Hose. Soweit wir uns erinnern, hatten wir Lust auf ein Bier, konnten dies aber nicht kaufen, weil dem Supermarkt am Sonntag der Verkauf untersagt ist. Nun ja, wir haben ja zum Glück einen ordentlichen Vorratsraum, da finden sich immer Alternativen.