Porto

Unser Städtetrip in der Übersicht

6 Reisetage von Montag 13.10.2025 bis Sonntag 19.10.2025

Dass wir dieses Jahr Porto besuchen, ist überhaupt nicht vorgesehen. Die Entscheidung fällt aus dem Bauch heraus, als wir in Santiago de Compostela feststellen, dass wir noch mehr Reisezeit zur Verfügung haben als gedacht und dass Porto gar nicht mehr so weit entfernt ist. Kurz entschlossen machen wir uns nach zwei Tagen Santiago auf den Weg nach Süden, meiden allerdings weitgehend die Autobahn, weil wir uns mit dem portugiesischen Mautsystem überhaupt nicht auskennen. Empfehlen können wir das nicht, denn es wird eine sehr lange Fahrt. Am Ende lohnt es sich aber absolut. 

 

Am 12.10.2025 geht es von Santiago de Compostela nach Esposende. Das liegt etwa 35 km nördlich von Porto. Am späten Nachmittag treffen wir gegen 17:00 Uhr auf dem kostenlosen Stellplatz hinter dem Zentralen Busbahnhof in der Vasco da Gama Straße 14 ein. Der Platz ist riesig und mit etwa 25 Campern belegt, die sich weiträumig über die Fläche verteilen. Ein Großteil der Flächen ist unbeschattet, aber es gibt auch durch mittelhohe Bäume vor der Sonne geschützte Plätze. Für eine Nacht brauchen wir nun nicht den besten Platz. Fernsehempfang und halbwegs gerades Stehen reichen uns, und dafür gibt es mehr als genügend Auswahl. Am folgenden Morgen geht es dann ganz früh in Richtung Porto, damit wir den Tag noch voll für unseren ersten Stadtbesuch nutzen können.

 

Drei Tage haben wir uns vorgenommen, doch die Stadt hat so viel zu bieten und das Wetter spielt auch noch mit, da bleiben wir am Ende sechs Tage. Herrlich, wenn man Pläne einfach so über den Haufen werfen kann. Uns hat Porto begeistert. Etwas Wasser müssen wir aber doch in den Wein gießen. Porto ist auch eine recht laute Stadt. Nach mehreren Tagen City brauchen wir erst einmal eine Verschnaufpause in den ruhigeren Gefilden an der Küste und um Matosinhos.  

 

Porto ['poɾtu] liegt im Norden Portugals und hat 232.000 Einwohner. Die Stadt, deren Name im Deutschen wörtlich Hafen heißt, liegt an der Atlantikküste am Nordufer des dort mündenden Douro. Zusammen mit Vila Nova de Gaia am gegenüberliegenden Ufer des Douro bildet sie den Kern der Metropolregion Porto, in der 1,76 Millionen Menschen leben, und ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Nordportugals sowie die zweitgrößte Agglomeration des Landes. 

 

Porto ist namensgebend und bekannt für den Portwein, der aus den Anbaugebieten am Douro nach Porto transportiert, im angrenzenden Vila Nova de Gaia gelagert und von dort in die Welt exportiert wird. 

Wie immer gilt: Soweit auf historische, architektonische, politische, geografische und geologische Zusammenhänge Bezug genommen wird, sind diese überwiegend Wikipedia entnommen.

Unsere Unterkunft ist der Porto Motorhome Park. Der liegt ca. 15 km nordwestlich der Altstadt von Porto, bietet etwa 30 Wohnmobilen Platz und kostet aktuell 11 Euro. Weitere Details findet ihr auf der Unterseite Porto Stellplatz.  

Tagsüber kommt man von hier draußen mit dem ÖPNV (aktuell Buslinie 5001 oder 5004 plus Metro) innerhalb von etwa 55 Minuten ins Stadtzentrum oder von dort zurück. Für Neuankömmlinge ist das erst einmal etwas abenteuerlich, aber spätestens am zweiten Tag hat man die Sache im Griff. Detaillierte Informationen findet ihr auch hierzu auf unserer Unterseite Porto Stellplatz.

Wie jede Großstadt hat auch Porto eine ganze Reihe von Wahrzeichen, die es zu besuchen lohnt. Dabei ist die Brücke Ponte Luiz I. aufgrund der Größe und der exponierten Lage vermutlich das herausragende Bauwerk der Stadt. Anders als vielfach zu lesen ist, wurde die Brücke übrigens nicht von Gustave Eiffels Unternehmen gebaut. Eiffels Firma baute die sehr ähnlich aussehende Ponte Maria Pia. Der fehlt die untere Fahrbahnebene. Hierdurch sind die beiden Brücken gut zu unterscheiden. Die Ponte Luiz I. wurde von Eiffels ehemaligem Partner Théophile Seyrig entworfen, der sich von Eiffel trennte und die Brücke schließlich für das belgische Unternehmen Société de Willebroeck baute. 

Sé do Porto, die Kathedrale von Porto. Gotteshäuser haben wir schon aufregendere gesehen. Der Weg lohnt sich dennoch wegen der Aussicht auf die Stadt. 

Neben der Kathedrale gibt es eine ganze Reihe von kleinen und großen Gotteshäusern, deren Fassade durch Azulejos glänzen. Unter Azulejo versteht man ein Bild aus zumeist quadratischen, bunt bemalten und glasierten KeramikfliesenHier sehen wir die Igreja Paroquial de Santo Ildefonso, Kirche und Museum des Santo Ildefonso unweit nordöstlich des Bahnhofs Porto São Bento.

Hier die wirklich gelungene Eingangshalle des Bahnhofs Porto São Bento. Der Außenbereich des Bahnhofs ist derzeit eine recht große und hässlich Baustelle, wir hätten ihn deshalb auch fast übersehen.  

Die Capela das Almas de Santa Catarina in der Rua de Fernandes Tomás nordöstlich des Mercado do Bolhão. 

Links neben dem bunten Mehrfamilienhaus und unweit der Buchhandlung Livraria Lello der Torre dos Clérigos und die zugehörige katholische Kirche Igreja dos Clérigos.

Die Buchhandlung Livraria Lello ist wohl die gefragteste Buchhandlung in Porto. Ob frei erfunden oder vielleicht doch wahr, verhilft die vermeintliche Verbindung zur Harry Potter bzw. der Autorin J. K. Rowling zu einem nicht enden wollenden Run auf dieses wirklich gelungene Stück Innenarchitektur.  

Im Netz liest man, dass die Buchhandlung als Inspiration für die "Flourish and Blotts"-Buchhandlung in den Harry-Potter-Romanen diente, da die Autorin J. K. Rowling zeitweise in Porto lebte. Rowling selbst soll jedoch gesagt haben, dass sie die Buchhandlung nicht kannte. Vor Ort hat man den Eindruck, hier wird mehr Geld mit Eintrittspreisen, als mit dem Bücherverkauf verdient.

Der Mercado do Bolhão, vermutlich der schönste Markt in Porto, mit direktem Zugang zur gleichnamigen Metrostation. Nicht alle, aber viele Portugiesen haben die Fähigkeit, Lebensmittel perfekt in Szene zu setzen. Und da wir Märkte lieben, haben wir nicht nur diesen "Hauptmarkt" in der City besucht.  

Der Mercado Municipal de Matosinhos bzw. die Markthalle Matosinhos befindet sich etwa 10 km nordwestlich des Stadtzentrums. Dieser Markt wird für Tagestouristen eher nicht auf der To-do-Liste stehen. Der Markt wird wie die Stadt Matosinhos vom Fisch und der Seefahrt dominiert und liegt auf unserer Fahrtroute in die Stadt. Dementsprechend sind wir hier Stammgäste.

Den Mercado Bom Sucesso würden wir als Streetfoodmarkt bezeichnen, wenngleich man auch Waren für zu Hause käuflich erwerben kann. Er liegt etwa 2 km nordwestlich des Stadtzentrums unweit Casa da Musica

Einen weiteren Streetfoodmarkt, den Mercado Beira-Rio haben wir am südlichen Ufer des Douro in Vila Nova de Gaia, kurz Gaia ausfindig gemacht. Er befindet sich an der Talstation der Seilbahn Teleférico de Gaia.

Die Flaniermeile am Südufer des Duoro (Vila Nova de Gaia) bietet reichlich Abwechslung. Neben einem kleinen Kunsthandwerkermarkt gibt es hier den Streetfoodmarkt, einige weltbekannte Weingüter, diverse Restaurants, die Seilbahn, die Ponte Luiz I., einen "Tempel", der den Sardinen huldigt, und Bootsanlegestellen für große und kleine Ausflüge mit den Touristenbooten.  

The Fantastic World of Portuguese Sardines - ein "Tempel" der den Sardinen huldigt. Hier gibt es Sardinenbüchsen in allen Variationen. Wo, wenn nicht hier, sollte man so etwas sehen können?  

Gleich nebenan befindet sich das Casa Portuguesa do Pastel de Bacalhau (Pastel de Bacalhau: Wörtlich übersetzt "Kabeljau-Gebäck"). Das Haus hält teure Häppchen für den großen Geldbeutel und ein wunderschönes Interieur für den kleinen Geldbeutel bereit. 

Vor der Flaniermeile verzurrte Ausflugsboote für zünftige Ausflüge auf dem Douro.

Mosteiro de Santo Agostinho da Serra do Pilar (Kloster Serra do Pilar) von der Flaniermeile bzw. der Uferpromenade des Douro in Vila Nova de Gaia aus aufgenommen. Das Kloster liegt auf einem Hügel in Vila Nova de Gaia, direkt am Ufer des Douro. Die Kirche und der Kreuzgang sind beide kreisförmig angelegt, was sie architektonisch einzigartig macht. Der Vorplatz bietet eine der besten Aussichten auf die Brücke Ponte Luiz I. und die Stadt Porto. 

Historische Straßenbahnwagen fahren unter anderem am nördlichen Ufer des Duro entlang. Die Strecke beginnt in der Altstadt an der Endhaltestelle Infante und führt über gut 4,5 km in Richtung Atlantischer Ozean bis zur Endhaltestelle Passeio Alegre. Zu besucherstarken Zeiten wird die Bahn mit Leuten vollgestopft, sodass man nicht viel sieht. Wir empfehlen euch den parallel zur Bahn fahrenden 500er-Doppeldeckerbus, da habt ihr deutlich mehr davon. Mit einer Andante-Tageskarte fahrt ihr dort sogar umsonst.

Fischerboote am Strand von Angueiras, ca. 5 km nördlich unseres Stellplatzes und 20 km nordwestlich Porto. Nichts für Tagestouristen, die Porto sehen möchten. Wer aber mehrere Tage auf dem Stellplatz verbringt und gerne einmal mit dem Rad unterwegs ist, der hat entlang der Atlantikküste eine wirklich abwechslungsreiche Strecke. Hier gibt es ferner den Mercado Municipal de Angueiras auf dem man sich mit frischem Fisch eindecken kann.