Das Kärtchen zeigt die Lage der Altstadt von La Rochelle und die vorgelagerte Insel Île de Ré. Der Ausflug mit dem Fahrrad nach La Flotte findet am 16.10.2025 statt. Die Fahrtstrecke, gemessen vom Stellplatz, beträgt insgesamt etwa 35 km. Die Brücke Pont d'Île de Ré hat eine Länge von ca. 3 km (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Im Bild, die Mautstation vor der Pont d'Ile de Ré. Die Maut kostet in der Nebensaison aktuell 8 € pro Fahrzeug, in der Hauptsaison muss man 16 € berappen. Michael bricht insgesamt dreimal in Richtung Insel auf, zweimal mit dem Fahrrad und einmal mit dem Wohnmobil. An vier von fünf Tagen ist das Wetter derart wechselhaft, dass man sich auf nichts wirklich einstellen kann. Und so scheitert er beim ersten Besuch bereits auf der Brückenmitte kläglich, denn eine richtig dunkle Wolke mit reichlich Schauerpotential beeindruckt ihn dermaßen, dass er den Rückwärtsgang einlegt und mit 60 Sachen zur Mautstation hinunterflüchtet. Hier kann er sich unter das Dach der Station stellen und entgeht so einer Erkältung.
Der zweite Versuch startet an einem sonnigeren Tag. Aber auch da fällt immer wieder einmal Niederschlag, doch es sind immer nur wenige Minuten Regen, die es zu überbrücken gilt. Das ist lästig, aber machbar, und manchmal sind es gerade diese wechselhaften Tage, die ein besonders schönes Licht erzeugen und richtig schöne Fotoaufnahmen ermöglichen. Vor Ort ist man "not amused" und zu Hause fragt man sich dann, was es eigentlich zu meckern gab.
Bei diesem zweiten Versuch geht es jenseits der Brücke zunächst nach Rivedoux-Plage, dann auf der Nordseite der Insel an der Abbaye des Châteliers vorbei in das Städtchen La Flotte. Weil schon der erste Teil der Insel bis La Flotte mehr zu bieten hat als erwartet, sieht Michael auch heute wieder nur einen kleinen Teil des Eilandes und muss sich eingestehen, dass bei diesen maritimen Wetterverhältnissen eine Inselerkundung ausschließlich mit dem Fahrrad ein ziemlich ambitioniertes Unterfangen ist.
Am letzten Tag seines Besuches verlässt er deshalb den Stellplatz in La Rochelle in aller Frühe, spart sich damit die Stellplatzgebühr und sucht sich auf der Insel zwei zentral gelegene kostenlose Parkplätze, von denen aus er dann mit dem Fahrrad mehrere Rundfahrten startet. Und das ist auch aus Michaels Sicht die beste Art und Weise, wie ihr in kurzer Zeit ganz entspannt bei maximaler Ausbeute die Schönheit der Insel genießen könnt.
Die Ile de Ré erreicht man über die ca. 3 km lange Brücke Pont d'Ile de Ré. Neben der Straße, befindet sich in Richtung Insel gesehen, auf der rechten Seite, eine gut gesicherte, separate Fahrspur nur für Radfahrer und auf der linken Seite ein Gehweg nur für Fußgänger. Wirklich gut durchdacht, das Ganze.
Inselseitig deutlich gekennzeichnet, ein Radweg nur für Radfahrer. Rechts der Fahrbahn befindet sich dafür ein Weg nur für Fußgänger.
Wer La Rochelle besucht, sollte die Ile de Ré eigentlich immer gleich mitdenken. Denn obwohl La Rochelle nicht die übliche Hektik einer Großstadt ausstrahlt, legt die Insel in puncto Entspannung noch einmal zwei Schippen drauf.
Gleich hinter der Brücke befindet sich dieser schöne Strand.
Ein Regenbogen ist ja für gewöhnlich eine Naturerscheinung, die man ganz gerne sieht. Heute sieht Michael deren sieben. Die meisten bedeuten für einen kaum geschützten Radfahrer aber nichts Gutes. Denn die Wolken ziehen rasch landeinwärts und 15 Minuten später werden andere an Michaels Standort einen Regenbogen entdecken, der diese erfreut, Michael aber den Frack gießt.
Bei Ebbe fallen weite Teile des landnahen Meeresbodens trocken und es sieht ein wenig wie im Wattenmeer aus.
Michael erreicht Rivedoux-Plage. Von diesem Ort sieht er nur die Küstenlinie, denn er möchte nicht jetzt schon zu viel Zeit vertrödeln, sondern lieber noch etwas mehr von der Insel sehen.
Nördlich Rivedoux-Plage erreicht Michael die Ortschaft Les Goguettes. Hier verlässt der Radweg die Küstenlinie, es gibt stellenweise wenig zu sehen, und so geht es in einem Rutsch bis an den nördlichen Stadtrand von Les Goguettes. Hier sieht man rechts der Straße das alte Fort de La Prée.
Der in den Fotos häufig blaue Himmel täuscht. Zum wiederholten Mal muss Michael wegen eines kurzen Regenschauers in Deckung gehen.
Etwa einen Kilometer hinter dem Fort de La Prée trifft man auf die Ruine der Abbaye des Châteliers.
Jenseits der Abbaye und des Forts kann man in der Ferne bereits die ersten Häuser der Ortschaft La Flotte erkennen. Auch hier radelt man wieder ganz ungestört am Strand entlang. Es ist herrlich.
Schon nähert man sich der Mole, die sich vor dem Hafen in Richtung "Wattenmeer" erstreckt.
Das Ende der Mole krönt ein kleiner Leuchtturm.
Von der Mole gelangt man zum Hafen Port de La Flotte. Geschützt vor den Unbilden des Meeres liegen hier zahlreiche Boote vor den hufeisenförmig angeordneten Kaimauern im Wasser. Rund um den Hafen befinden sich einige Restaurants und Cafés, in denen es sich die Wochenendgäste gut gehen lassen.
In den Landesfarben bunt geschmückt, die vom Hafen nach Norden abzweigende Allee Chemins Repris Félix Faure. Klugscheißerinfo: Die eher selten verwendete Bezeichnung "Chemins Repris bzw. Cr" steht bei französischen Straßennamen für eine spezielle Art von lokaler Straße, die nicht Teil des Hauptnetzes ist.
Gleich hinter dem Hafen beginnt der alte Ortskern von La Flotte. Obwohl es noch relativ früh am Morgen ist, sind die engen Gassen schon gut mit Besuchern gefüllt. Michael sucht sich einen ordentlichen Abstellplatz für seinen Drahtesel und begibt sich anschließend auf Fotosafari. Eine Stunde etwa geht es kreuz und quer durch den Ort. Dann ist es 11:00 Uhr und es nieselt wieder einmal. Also wieder unterstellen und den kurzen Schauer aussitzen. Als der Regen endet, macht sich Michael mit dem Gedanken vertraut, dass er nun bald den Rückweg zum Stellplatz antreten muss, denn gegen 12:00 Uhr soll sich ein letztes trockenes Zeitfenster auftun. Schließt sich dieses, dann soll es den Rest des Tages feucht bleiben. Also heißt es jetzt noch einige letzte Fotos zu machen und dann sollte es losgehen.
Schon auf dem Drahtesel sitzend, registriert Michael im Vorbeifahren gerade eben noch einen engen Mauerdurchbruch. Ein siebter Sinn signalisiert ihm, dass das interessant sein könnte. Michael wendet und wirft einen kurzen Blick auf die Szenerie. Da sieht er über einem Torbogen grau in grau die Mauerinschrift "Marché". Also stellt er sein Fahrrad erneut ab und läuft durch den Torbogen in Richtung dieses Marktes.
Hinter dem Torbogen weitet sich die Fläche und unter Bäumen und kleinen Vordächern haben sich zahlreiche Leute versammelt. Manche unterhalten sich angeregt, dabei langsam an diversen Marktständen vorbeiflanierend. Andere haben sich in Gruppen versammelt, verspeisen Austern oder sonstige Delikatessen und trinken dazu das eine oder andere Glas Weißwein. Unter den zahlreichen Vordächern der Marktstände schlagen sie jedem Regenschauer ein Schnippchen und lassen sich durch Nichts aus der Ruhe bringen.
Es ist ein richtig schöner Sonntagsmarkt mit allerlei leckeren regionalen Speisen, aber auch etwas Kunsthandwerk. Hier verbinden sich Landschaft, Touristenort, Kunsthandwerk und Delikatessen zu einem harmonischen Ganzen. Auf den letzten Drücker findet Michael genau das, was er die ganze Zeit zu finden gehofft hat.
Die Waren sind wirklich vom Feinsten und die Aufbereitung so mancher Speise grenzt schon an Kunst, alles ist sehr verführerisch präsentiert und man könnte eigentlich bei jedem Stand zuschlagen. Aber die hochwertige Ware hat natürlich auch ihren Preis. Eine Ausnahme gibt es allerdings. Austern, die anderenorts kaum zu bezahlen sind, werden hier richtig günstig angeboten. Man kann sie kiloweise mit nach Hause nehmen oder sich ein halbes Dutzend oder mehr auf einen Verzehrteller legen lassen und ein Glas Weißwein dazu trinken. Und davon wird hier mehr als reichlich Gebrauch gemacht.
Obwohl der Markt gar nicht so groß ist, wird es schließlich 12:30 Uhr, bis es Michael siedendheiß überkommt, dass er längst auf dem Rückweg sein müsste. Nun endlich schwingt er sich auf sein Fahrrad und fährt den Weg, den er gekommen ist, in einem Rutsch bis zur Brücke über den Sund, quält sich ein wenig die Brücke hinauf, fährt mit Volldampf in Richtung Mautstation hinunter und ist danach alsbald zurück auf dem Stellplatz. Als Spielball des umtriebigen Wetters ist Michael nun doch einigermaßen erschöpft und legt heute nur noch die Füße hoch.