Ribadesella, Llanes,Gijón und Navia

Und ein Ausflug zu den Bufónes de Pria

 

Montag, 06.10.2025, Riano - Covadonga - Lagos de Covadonga - Ribadesella

Gegen 16:30 Uhr erreichen wir den Küstenort Ribadesella. Auch hier gibt es wieder einen kostenlosen Stellplatz, der allerdings nur 5 reguläre Plätze hat (Bildvordergrund, unten im Bild), zwischen zwei Straßen liegt und uns deshalb nicht besonders zusagt. Allerdings gibt es gegenüber der Straße eine große Schotterfläche auf der deutlich mehr Womos stehen (Bildhintergrund). Der sagt uns mehr zu und deshalb platzieren wir uns dort. Zwar verläuft nun direkt hinter uns die Bahntrasse, aber von dort kommt nur wenig Lärm, das ist gut zu ertragen. Weil die Trasse tiefer liegt, haben wir das beim Einparken noch nicht einmal mitbekommen. Erst als der erste Zug hinter uns vorbeirattert und ein weiterer ins Horn bläst, bemerken wir, wo wir uns hier platziert haben.

Dienstag, 07.10.2025, Ribadesella - Bufónes de Pria - Gijón

Das Städtchen Ribadesella

Um 23:00 Uhr wird es noch einmal etwas lauter, ansonsten ist es in der Nacht ziemlich ruhig und wir können bis 06:00 Uhr ohne Störung durchschlafen. Der Stellplatz im engeren Sinne hat eine VE, aber die Toilettenspülung funktioniert aktuell nicht und da besteht die Gefahr, dass der Trinkwasserhahn für die Toilettenspülung missbraucht wird. Da nehmen wir also kein Trinkwasser auf. Später versuchen wir unsre Toilette zu entleeren und stellen fest, dass auch der Ablauf verstopft ist. Eine schöne Sauerei ist das, da halten wir uns ebenfalls fern. Der Stellplatzapp P4N entnehmen wir, dass sich am westlichen Ende der Stadt ein weiterer kostenloser Stellplatz befindet, ebenfalls mit VE. Kaum freuen wir uns unser Problem dort beheben zu können, lesen wir in den Kommentaren der Stellplatz-App, dass auch dieser Ablauf verstopft ist. Also können wir uns den Weg dort hinüber sparen. Heute Abend noch in die Stadt zu laufen ist uns zu anstrengend, also lassen wir den Tag gemütlich auf dem Stellplatz ausklingen. Unsere Nachbarn sind Schotten, mit denen verstehen wir uns prächtig. Nur das Englisch des Mannes ist eine Katastrophe. Das sagt ihm Michael auch. Aber der ist sowas von lustig und meint nur trocken, das höre er jeden Tag von seiner Frau. 

Wir haben gut geschlafen und stehen erst gegen 08:00 Uhr auf. Obwohl wir am Meer sind, ist es nun auch hier kühler als noch vor zwei Wochen und wir spüren die herbstlichen Einflüsse immer mehr. Heute geht es zunächst einmal nach Ribadesella. Wir wollen uns den Ort und auch die dort befindliche Fischhalle anschauen. Vielleicht bekommen wir dort ja guten und günstigen Fisch. Unsere britischen Nachbarn machen uns jedenfalls den Mund wässrig, meinen der Ort sei wirklich schön.

 

Unten angekommen, können wir das erst einmal nicht bestätigen. Denn es gibt eine Reihe von Baustellen mit viel Lärm. Dazu staut sich wegen der Bauarbeiten auf einer Brücke der Verkehr von allen Seiten. 

Wir sind froh, als wir endlich die Promenade entlang des Flusses erreichen und uns etwas von der Hauptstraße absetzen können. Die Fischhalle ist ebenfalls ein Reinfall, hier haben wir wohl den falschen Tag erwischt, das passiert schon einmal. Heute ist dort jedenfalls gar nichts los. Nur ein kleiner Verkaufsraum bietet Fisch von der Resterampe an. Die Qualität ist gut, die Auswahl aber begrenzt. 

Am Ufer des Flusses entlang laufend, sehen wir, dass es den Fischen hier ganz gut zu gehen scheint. Zahlreiche Fischschwärme säumen die Uferbefestigung.

Wir folgen dem östlichen Flussufer des Rio Sella in Richtung Meer. Wir haben gerade Ebbe und so hat auch der Fluss Niedrigwasser. Auf der gegenüberliegenden Seite gibt das Niedrigwasser einen ausgedehnten Strand frei. Nun verstehen wir so langsam auch, was die Briten meinten. Man muss einfach ein ganzes Stück den Fluss hinunterlaufen, um die Schokoladenseite des Ortes sehen zu können. 

An der Mündung des Flusses führt eine Treppe hinauf zu einem Aussichtspunkt an der Ermita de la Guia und weiter zum Camiño la Guia A. An vielen Punkten hat man hier oben gute Aussichten auf das Meer und die Stadt mit der Playa de Santa Marina. Auch hier keilt wieder der Flysch aus. Aber die Erosionsformen sind weniger aufregend als jene die wir bereits gesehen haben.

Auf dem Camiño la Guia A geht es nun wieder zurück in Richtung Stadt. Der letzte Teil des Weges scheint ein Privatweg zu sein, der nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. 

Dann geht es dem rechten Flussufer entlang zurück in die Stadt. Obwohl es inzwischen bereits 11:00 Uhr ist, sind immer noch nicht alle Läden geöffnet. Aber wir sehen ein paar hübsche Fassaden in der Altstadt, an denen wir uns schadlos halten können. Und gegen 12:00 Uhr sind wir zurück am Womo.

Das Städtchen Llanes

Gegen 13:00 Uhr entschließen wir uns zu den Bufones de Arenillas zu fahren. Die befinden sich etwa 35 km östlich von Ribadesella. Da wir teilweise die Küstenautobahn Autovia A-8 nutzen können, sind wir recht schnell vor Ort. Leider nutzt uns das wenig. Wir versuchen an zwei Punkten zur Küste und den Bufones vorzustoßen, aber die Straßen sind so schmal, dass wir uns nicht trauen da hineinzufahren. Nach zwei Versuchen brechen wir ab und fahren in den unmittelbar westlich der Bufones de Arenillas gelegenen Stadt Llanes (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

Auch Llanes hat einen kostenlosen Stellplatz. Der hat allerdings Kameras und Eingangsschranken und scheint entweder einmal kostenpflichtig gewesen zu sein oder er ist nur in der Hauptsaison kostenpflichtig. So ganz geheuer ist uns die Sache nicht. Deshalb fragen wir unseren Platznachbarn und der bestätigt uns, dass jedenfalls aktuell der Platz kostenlos ist. Hier können wir nun auch die VE erledigen und unser Auto wieder autark machen. Der Platz ist empfehlenswert und sollte der voll sein, könnt ihr auf einem Schotterplatz gegenüber des eigentlichen Stellplatzes Aufstellung nehmen.

Die Stadt hatten wir gar nicht auf dem Zettel, aber wenn wir schon einmal da sind, dann wollen wir uns das doch einmal ansehen. Wir folgen der Avenida de la Paz in östliche Richtung und laufen dabei an dieser schönen Villa vorbei. Jaaa, so ein Häuschen würde Michael auch ganz gut gefallen, zumal unweit des Meeres gelegen. Man gönnt sich ja sonst nichts. 

Nach 15 Minuten erreichen wir auch den Torreón de Llanes und damit den Rand des historischen Zentrums.

Nun gelangen wir in den malerischen Teil der Stadt und da geht es natürlich langsamer voran.

Die Innenstadt, der kleine Hafen und der knuddelige Strand gefallen uns recht gut.

Selbst um diese Jahreszeit gibt es noch Sonnenanbeter, die es sich nicht nehmen lassen, zum Klang der heranrauschenden Wellen zwei Stunden zu dösen. 

Zuletzt gehen wir noch in eine Bar und bestellen uns endlich einmal einen Sidre. Also einen Apfelwein oder Äppler, wie man in Frankfurt sagt. Zum Glück nehmen wir nur eine Flasche, denn die ist ganz schön groß und Sidre hat manchmal einen durchschlagenden Erfolg, da muss man vorsichtig sein. Leider können wir uns heute für Llanes nur zwei Stunden Zeit nehmen, aber hier waren wir vermutlich nicht zum letzten Mal. Das sieht alles sehr gemütlich aus und wir sollten uns für die Zukunft überlegen, ob wir nicht einmal eine Tour durch Nordspaniens Kleinstädte planen sollten. Da gibt es so viel zu entdecken, das wäre bestimmt eine lohnende Sache.

 

Die Bufónes de Pria

Gegen 16:45 Uhr sind wir zurück am Stellplatz in Llanes und müssen uns nun sputen. Denn wir wollen uns wenigstens noch die Bufónes de Pria ansehen, die an der nordspanischen Küste zwischen Llanes und Ribadesella liegen. Wir schauen uns die Zuwegung in Google Maps an und sehen, dass das erneut eng werden könnte. Allerdings gibt es etwa 1,3 km von den Bufónes entfernt am Camino a Llanes de Pria den Aparcamiento Llames, einen großen Parkplatz, den wir auch mit dem Womo bequem erreichen können. Hier darf allerdings nicht übernachtet werden. Wir beschließen diesen aufzusuchen und den Rest des Weges zu Fuß zu gehen. Der Platz ist sehr groß, aber fast leer und die Besucher sind überwiegend mit dem Pkw gekommen.

Das Kärtchen zeigt den Standort der Bufónes de Pria bezogen auf die Stadt Ribadesella. Ganz oben auf dieser Unterseite haben wir ferner die Lage in Bezug auf die Stadt Llanes und die Bufónes de Arenillas festgehalten (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

Das Detailkärtchen zeigt die Bufónes de Pria und den 1,30 km südlich der Bufónes gelegenen Tagesparkplatz (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

Und so sieht der Tagesparkplatz aus, nicht gerade ein Schmuckstück. Trotzdem danken wir der Gemeinde, dass wir ohne Stress hier kostenlos stehen können. Die Sache mit dem geschenkten Gaul kennt ihr ja alle. 

Der Weg zu den Bufónes de Pria ist bequem zu begehen, große Niveauunterschiede sind nicht zu überwinden.

Mit dem Erreichen der Küste ist es dann mit dem bequemen Gehen vorbei. Wir treffen auf eine typische Karstformation mit "Fußangeln" die zu Bänderdehnungen und Knochenbrüchen führen können, wenn man nicht aufpasst. Über die Karstflächen verteilt sehen wir eine Vielzahl von Besuchern, die wie Steinsäulen in der Landschaft herumstehen. Wir nähern uns einer Besuchergruppe und erkennen, was die Leute so stoisch herumstehen lässt. Es sind die "Atemlöcher" der Felsen, die hier so viel Aufmerksamkeit erregen. Was hätte wohl Odysseus zu einem solchen Naturphänomen gesagt?

Was das Timing betrifft, so ist es im Gegensatz zu den Flyschstränden und der Playa de las Catedrales, wo man zusehen muss, dass man möglichst bei Niedrigwasserstand eintrifft, hier genau umgekehrt. Man sollte zusehen, dass man möglichst bei Höchstwasserstand vor Ort ist. 

Bei Windstille oder mäßigem Wind presst das gegen die Landseite drückende Wasser die Luft unter dem verkarsteten Kalkstein zusammen. Die so komprimierte Luft tritt dann über die Hohlräume im Karst, wie zum Beispiel bei dem Loch oben im Foto, in Richtung Erdoberfläche aus. Bewegt sich das Wasser im nächsten Schritt wieder in Richtung Meer, entsteht im Untergrund ein Vakuum, und die Oberflächenluft wird in die Bufónes eingesaugt. An einigen Stellen befinden sich landeinwärts mehrere Luftaustrittslöcher hintereinander, und da kann man richtig hören, wie der Luftausstoß von Loch zu Loch wandert, wirklich interessant. Heute ist die höchste Flut übrigens gegen 17:00 Uhr und wir sind erst um 17:45 Uhr, also eigentlich etwas zu spät, vor Ort. Das zeigt, dass man den Scheitelpunkt nicht exakt erwischen muss und dennoch dieses Naturschauspiel genießen kann. 

So ein richtig tolles Erlebnis hat man bei Hochflut und stürmischem Wetter, denn dann wird nicht nur Luft ausgeblasen, sondern es treten regelrechte Wasserfontänen aus dem verkarsteten Kalksteinfels aus. Sie erzeugen bei starkem Wellengang bis zu vierzig Meter hohe Wasserfontänen. Das Schauspiel bietet nicht jeder Bufón, aber am Bufón de Santiuste, 900 m nordwestlich der Playa de la Franca bzw. 1,75 km nordwestlich der Gemeinde La Franca gelegen, ist das bei günstigen Bedingungen möglich. Und deshalb bezeichnet man die Bufónes dann auch als Meeresgeysire. Das würde Michael zu gerne einmal sehen. La Franca ist uns heute aber zu weit entfernt und der Wind würde sicherlich auch nicht ausreichen. Vielleicht haben wir ja irgendwann einmal eine Gelegenheit.

 

Bufónes gibt es übrigens an der verkarsteten Küste Nordspaniens an vielen Stellen. Michael konnte bei einer Recherche mindestens 5 Standorte ausfindig machen. Wenn ihr also in diesem Raum unterwegs seid, haltet die Augen offen. 

Hier sieht man einmal, wie weit das Meer in den verkarsteten Fels hineinreicht.

Gegen 19:00 Uhr sind wir zurück am Wohnmobil. Über den Tag sind wir schon wieder 20.000 Schritte gelaufen und haben es gar nicht so doll bemerkt, weil wir in drei Etappen unterwegs waren und die Anstiege sich in Grenzen hielten.

 

Zum guten Schluss überlegen wir uns noch, dass wir heute noch etwas weiter nach Westen vorstoßen sollten, und haben hierzu die Stadt Gijón als Ziel ausgesucht. Auch dort gibt es einen kostenlosen Stellplatz. 

Gijón

Dienstag, 07.10.2025, Ribadesella - Bufónes de Pria - Gijón

Entgegen unserer Maxime, neue Stellplätze immer am Morgen anzufahren, wird es heute Abend fast 20:15 Uhr. Das geht gelegentlich schief, weil um diese Zeit meist alle Plätze belegt sind. Und so ist es dann auch. Der eigentliche Stellplatz Área de Autocaravanas Playa de L'Arbeyal ist klein und rappelvoll. Und viele Womos, auch wir, stehen auf den Pkw-Plätzen vor dem Stellplatz, weil es hinten und vorne nicht reicht. Und selbst auf dieser erweiterten Fläche ist bei unserer Ankunft genau ein einziger Platz noch frei. Wir können unser Glück kaum fassen, parken ein und sind sehr froh, dass wir einen weiteren schönen Tag so glücklich abschließen können. Hoffen wir mal, dass wir uns keinen Strafzettel einfangen.  

Der kostenlose Stellplatz in Gijón liegt im Westen der Stadt. Von dort sind es etwa 3 km bis ins Zentrum (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

Mittwoch, 08.10.2025, Abfahrt in Gijón um 15:00 Uhr 

Gegen 08:00 Uhr stehen wir auf. Fernsehempfang hatten wir gestern leider keinen und so ging es bereits um 22:30 Uhr in die Federn. Dementsprechend sind wir richtig ausgeschlafen. Bevor wir uns in die Stadt aufmachen, versuchen wir noch einen regulären Stellplatz zu ergattern. Die Plätze sind dort einfach ein wenig größer und es gibt auch kein ständiges Kommen und Gehen von Pkw. Außerdem kann uns dort niemand verjagen oder Strafzettel verteilen.

  

Wir trinken Kaffee, spülen und lauern auf einen freien Platz. Aber die abreisewilligen Camper auf dem Stellplatz stehen gut und so geht es dort ziemlich gemütlich zu. Es wird 09:15 Uhr, bis sich die erste Lücke auftut, doch gerade ist ein Brite nach hinten gefahren. Die werden den Platz wohl belegt haben. Doch dann sehen wir, dass die Briten drehen und auf die VE Station zufahren. Michael sieht nach, ob der Platz wirklich noch frei ist und tatsächlich ist es so. Nun heißt es schnell sein, ohne sämtliche Sachen vom Tisch zu fegen. Denn weggeräumt haben wir jetzt natürlich gar nichts. Schnell haben wir den freien Platz bezogen und jetzt stehen wir im Zweifel für 48 Stunden auf einem regulären Platz. 

Wir verrammeln das Womo und laufen an der Uferpromenade der Playa del Arbeyal entlang in Richtung Altstadt. Doch wir merken bald, dass der Fußweg bis dorthin ein etwas mühsamer sein wird und suchen uns eine Hauptstraße mit Busanbindung. Die finden wir mit der Avenida de Galicia auch recht schnell. Die Linie 12 bringt uns für 2 x 1,50 € in 10 Minuten bis an den Rand der Altstadt. 

Unweit des Jachthafens steigen wir aus und laufen kreuz und quer durch das Zentrum. So eine richtig schöne Altstadt finden wir nirgendwo. Es gibt das eine oder andere schöne Gebäude, aber es bleibt alles Stückwerk. Es sind stilistische Farbtupfer im Einerlei. Auch die Einkaufsstraßen zeigen die übliche Langeweile vieler europäischer Innenstädte. Immer die gleichen Läden, wenig Abwechslung. Ab und zu immerhin asturische Spezialitäten. So manche Kneipe bzw. Bar und auch einige Cafés sind ganz originell eingerichtet. Aber man kann ja nicht einfach überall hineingehen und Fotos machen. Und so müsst ihr euch mit der hier gezeigten Ausbeute zufriedengeben. Gijón ist zukünftig sicher nicht unsere erste Adresse, wenn wir nach Nordspanien fahren, da gibt es einige attraktivere Orte. Trotzdem Danke an die Stadt für die kostenlose Herberge. Vielleicht sieht man sich ja doch einmal wieder. 

Der Árbol de la sidra, ein stilisierter Baum aus entleerten Cidreflaschen signalisiert die Bedeutung dieses Getränks für die Region. Cidre (oder Cider) ist ein alkoholisches Erfrischungsgetränk, das durch die Gärung von Apfelsaft entsteht und oft leicht herb, fruchtig und prickelnd schmeckt, ähnlich einem Apfelschaumwein oder Apfelsekt. Er wird hauptsächlich aus speziellen, herben Apfelsorten hergestellt, die oft nicht zum direkten Verzehr geeignet, aber für die Gärung perfekt sind, um einen komplexen Geschmack zu entwickeln. Ursprünglich aus Frankreich (Normandie, Bretagne) stammend, gibt es ihn in verschiedenen Süße- und Trockengraden (brut, demi-sec, doux) und er ist eine beliebte Alternative zu Wein oder Bier. Im Vergleich zum französischen Cidre fehlt ihm etwas die Eleganz. Aber das kennen wir Frankfurter Äppelwoitrinker ja auch. 

Die Plaza Mayor de Gijón.

Die Iglesia de San Pedro nordöstlich der Plaza Mayor. 

Real Club Astur de Regatas Gijón, der Königliche Asturische Regattaclub von Gijón, gleich hinter der Iglesia de San Pedro gelegen.

Dem Mercado Del Sur an der Plaza Seis de Agosto müssen wir natürlich auch einen Besuch abstatten. 

 

Nachdem wir zwei Stunden durch die Straßen gelaufen sind, sehen wir ein Workcafé der Banco Santander. Da gehen wir hinein und hauen unsere Tagesnotizen ins Laptop. Eigentlich ist der Service kostenlos, bezahlt wird dann aber doch mit zwei überteuerten Kaffees. Beim letzten Aufenthalt konnten wir wenigstens das Laptop laden. Hier bekommen wir das verboten. Allerdings ist der Akku schon fast voll, bis uns eine Mitarbeiterin darauf hinweist, dass das nicht erlaubt ist. Glück gehabt. Dann geht es zurück mit dem Bus der Linie 12 und den letzten Teil des Weges laufen wir, um beim Bäcker noch einiges einzukaufen.

Auf dem Stellplatz wird dann noch Mittagessen zubereitet und das Womo ein wenig in Schuss gebracht. Gegen 15:00 Uhr machen wir uns auf den Weg in Richtung Playa de las Catedrales. Heute Mittag haben wir allerdings Regen und da ergibt es überhaupt keinen Sinn direkt dorthin zu fahren. Außerdem ist dort zwingend der Gezeitenkalender zu berücksichtigen und der besagt, dass der Niedrigwasserstand heute bereits gegen 12:00 Uhr eingetreten ist und wir somit ohnehin zu spät gekommen wären. Morgen soll es trockener werden, aber wir hätten gerne einen reinen Sonnentag und den hätten wir dann wohl am Freitag. Nun müssen wir also überlegen, wie wir den morgigen Tag sinnvoll nutzen. 

Navia

Um morgen nicht zu lange fahren zu müssen, machen wir uns am Nachmittag von Gijón aus auf den Weg in Richtung Playa de las Catedrales. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir das Örtchen Navia. Das liegt 40 km östlich der Playa de las Catedrales an der Mündung des Rio Navia in den Golf von Biscaya und hat für uns den besonderen Reiz, dass es einen kostenlosen Stellplatz zur Verfügung stellt. Der Platz befindet sich in unmittelbarer Nähe eines Eroski-Supermarktes am Rande eines provisorischen Fußballplatzes. Es könnte also sein, dass hier gelegentlich gekickt wird und das Womo mal einen Ball abbekommt.

 

Die Entsorgungsstation suchen wir lange vergebens. Sie ist ein wenig versteckt auf der gegenüberliegenden Seite des Fußballplatzes positioniert. Ein Mitcamper zeigt uns schließlich, wo es langgeht.

Unser Stellplatz am Eroski-Supermarkt in Navia, wenige hundert Meter vom Ortszentrum entfernt (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

Neugierig, wie wir sind, sehen wir uns natürlich auch den Supermarkt an und stellen fest, dass er frischen Fisch, einen Waschsalon, eine Bar und eine Kantine hat, in der man preiswert zu Mittag essen kann. Generell sind die Preise hier sehr moderat. Wir füllen unsere Vorräte mit Paellareis und Olivenöl auf und ergänzen den Reiseproviant. 

Und dann ist da ja auch noch die Tankstelle des Supermarktes, an der wir für aktuell 1,36 € Diesel (Gasóleo) aufnehmen können. Zu guter Letzt macht der Platz einen sehr ruhigen Eindruck, hier sollten wir also bestens schlafen. Es gibt wirklich nichts zu meckern. Im Gegenteil, so günstig wie hier, haben wir schon lange nicht mehr eingekauft. Danach lassen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Eigentlich wollten wir nach dem Frühstück an den Strand von Navia laufen und später noch in den Ort hinein. Im Laufe des Morgens haben wir uns dann aber überlegt lieber auf einen Campingplatz in der Nähe zu fahren, denn wir brauchen wieder einmal eine Dusche. Also fahren wir noch einmal 34 km in Richtung Playa de las Catedrales in den Ort Barres-Castropol (Asturien) zum Campingplatz Vegamar. Der hat eine gute Bewertung und ist noch einige Tage geöffnet.