Radtour am Atlantik Süd

Vom Stellplatz an den Praia de Leça da Palmeira

Von Praia de Angeiras Norte, also dem Strand Angeiras Nord geht es jetzt in einem Rutsch die 5 km Strecke bis zum Stellplatz zurück. Weil aber bis zum Einbruch der Dunkelheit immer noch mehr als eine Stunde Zeit verbleibt, legt Michael einen Zacken zu und bewegt den Drahtesel vom Stellplatz aus gleich weiter nach Süden.  

Karte bitte anklicken, um eine vergrößerte Darstellung zu erhalten! Das Kärtchen zeigt die kleinen Highlights entlang der ca. 20 km langen Radstrecke. Die nachfolgende Fotostrecke umfasst die Sehenswürdigkeiten südlich des Stellplatzes (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Unterhalb des Stellplatzes befindet sich eine recht große Raffinerie. Hübsch anzuschauen ist die nicht, aber wer Verbrennungsmotoren nutzt, dem bleibt einstweilen nichts übrig als die hier gewonnenen Destillate und die damit verbundenen optischen Beeinträchtigungen zu akzeptieren.

Etwa 2,5 km südlich des Stellplatzes und an der Südwestecke der Raffinerie gelegen erreicht Michael diese hübsche kleine Kapelle. 

Vom Fels hinter der Kapelle hat man eine schöne Aussicht auf das Meer und die vorgelagerten Schären.

Hier versucht ein Angler sein Glück im aufgewühlten Meer.

Weiter draußen sieht man Berufsfischer. Denen ist die Angel angewachsen. Leicht haben die es aber auch nicht. Nach zwei drei Tauchgängen, die ja nicht immer erfolgreich sind, muss jedes Mal das Gefieder getrocknet werden.  

Unweit der Kapelle befindet sich der Leuchtturm Farol de Leça (Leuchtturm von Leça). Der ist deutlich höher, als die Türme die wir hier ansonsten sehen können. Die umliegenden Gebäude beherbergen außerdem ein Museum zum Aufbau und dem Betrieb von Leuchttürmen. 

Südlich des Leuchtturms setzt dann die breite und wirklich großzügig ausgeführte Flaniermeile von Leça ein, die sich bis zum Hafenbecken von Matosinhos hinzieht.

Etwa 3,8 km südlich unseres Stellplatzes erreicht Michael das Meeresschwimmbecken von Leça.

So spät im Jahr findet das natürlich nur wenig bis keinen Anklang. Aber im Sommer bei der brütenden Hitze, die ja mittlerweile fast die gesamte Iberische Halbinsel im Würgegriff hat, da kann man sich schon vorstellen, dass so eine Gelegenheit gerne angenommen wird.

Und dann sieht Michael noch wie die AIDA, die gestern noch am Kreuzfahrtterminal von Matosinhos lag, im Hafenbecken dreht.

Einmal in Position gebracht heißt es dann volle Fahrt voraus und schon enteilt sie in Richtung des Atlantischen Ozeans.

Verdeckt vom Kreuzfahrtterminal wird sie nun immer kleiner und verliert sich am abendlichen Horizont.

Praia de Leça da Palmeira, Strand und großzügige Uferpromenade von Leça da Palmeira, unmittelbar nördlich Matosinhos und unweit des Überseehafens gelegen. Nun wird es höchste Zeit umzudrehen und sich auf den Weg Richtung Womostellplatz zu machen.

 

Alles in allem erlebt man auf dieser etwa 20 km langen Fahrradtour nichts Außergewöhnliches. Aber man bewegt sich hier ganz entspannt unweit der Wasserlinie, nutzt die schön angelegten Fahrradwege und großzügigen Promenaden und nimmt die Ruhe in sich auf, die man in Portos Zentrum nach einigen Tagen doch schmerzlich vermisst. Nach so einem Ausflug ist der Akku wieder aufgeladen und man ist bereit für den nächsten Städtetrip. 

 

Auch wenn die Anfahrt kein Zuckerschlecken war: die Entscheidung, von Galizien aus noch einen Ausflug nach Porto zu wagen, haben wir am Ende des Tages keine Sekunde bereut. Die Großstadt bot ein schönes Kontrastprogramm zu dem ansonsten doch recht beschaulichen Galizien und es ist genau dieser Wechsel zwischen Stadt und Land, zwischen Betriebsamkeit und Ruhe, den wir immer wieder anstreben und überall suchen. Mit immer neuen Reize kommt Langeweile gar nicht erst auf. Michael mag gar nicht daran denken, dass es eines Tages mit den Wohnmobilreisen vorbei sein wird.