Sonntag, 21.09.2025 bis Dienstag 23.09.2025 - Die Küstenstraße und der Flysch bei Zumaia
Von Dax, im französischen Baskenland kommend, fahren wir in Richtung spanische Grenze. Über die Landstraße geht es auf die A 63. Die ist zwar, genau wie Teile der grenznahen spanischen Autobahnen, mautpflichtig, aber durch die Berge im Grenzgebiet wollen wir auf keinen Fall die Landstraße benutzen. Nach 125 km Strecke (12,78 € Maut) erreichen wir Zarautz. Jetzt erst beginnt unsere Urlaubsreise so richtig. Unterwegs fällt reichlich Regen, der uns auf einen unschönen Urlaubsbeginn einstimmt. Doch kaum verlassen wir die Autobahn, endet der Niederschlag. Wir fahren zunächst zum Stellplatz in Zarautz, um dort zu entsorgen. Hier gibt es auch einen Mercadona und einen Lidl, aber beide sind am Sonntag natürlich geschlossen. In Zarautz geht es dann durch den Ort und anschließend gleich auf die Küstenstraße, wo wir uns schöne Ausblicke aufs Meer und einen lauschigen Platz für das Frühstück erhoffen.
Auf der nur gut 10 km langen Teilstrecke von Zarautz nach Zumaia sind die wenigen Parkbuchten sehr begehrt, aber so früh am Tag und in der Nebensaison finden wir dann doch was wir suchen. Nach einer ordentlichen Pause geht es weiter nach Zumaia.
Das Kärtchen zeigt die Lage des Stellplatzes und der Flyschaufschlüsse am westlichen Strand von Zumaia. Die Entfernung vom Stellplatz zu den Flyschaufschlüssen beträgt etwa 1,5 km (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). Karte bitte anklicken, um eine vergrößerte Darstellung zu erhalten!
Wie dem Kärtchen oben zu entnehmen ist, befindet sich der zweiteilige, kostenlose Stellplatz in einem Industrie- bzw. Gewerbegebiet. Die Parkbuchten für Wohnmobile sind extra ausgewiesen und man sollte sich tunlichst an die Zuordnung halten (nicht auf Pkw-Plätzen parken), sonst riskiert man ein Knöllchen, denn die Polizei kontrolliert einigermaßen regelmäßig. Das gilt übrigens für den gesamten Nordosten Spaniens. Wir haben Reisende getroffen, die einen Strafzettel dafür bekommen haben, weil sie zwei Pkw-Parkbuchten mit dem Womo belegt haben.
Die Lkw können schon mal etwas Lärm machen. Manche Wohnmobilisten beklagen das auch. Wir haben diesbezüglich keine negativen Erfahrungen gemacht. Gleich hinter den Wohnmobilen verläuft entlang des Rio Urola ein Fußweg, auf dem man bequem in Richtung Stadt laufen kann. Hierfür benötigt man etwa 15 Minuten. Die Stadt selbst hat uns nicht über die Maßen beeindruckt, aber die Flusspromenade, der Strand und die Flyschaufschlüsse machen den Ort zu einem lohnenden Ziel.
Hier sehen wir Michaels ganz persönliches Highlight. Die Flyschaufschlüsse im Westen der Stadt. Flysch bezeichnet eine marine Wechselfolge von sehr feinkörnigen (typischerweise Ton) und grobkörnigeren Sedimenten (typischerweise Silt- und Sand). Die aus diesen Sedimenten entstandenen Gesteine sind oftmals nachträglich durch Bruch und Faltentektonik verformt.
Wie Zwiebelschalen liegen hier die geringmächtigen (dünnen) Flyschlagen übereinander.
Hier stehen die ehemals horizontal abgelagerten Flyschschichten annähernd vertikal. Die Brandung räumt die weniger verwitterungsresistenten Lagen aus und erzeugt auf diese Weise diese linearen Strukturen.
Je nach tektonischer Beanspruchung, Gesteinszusammensetzung und Mächtigkeit der Gesteinsbänke, entstehen unterschiedliche Erosionsformen.
Auch hier sorgt Verwitterung wieder für eine zwiebelschalenartige Absonderung des Gesteins. Michael kann sich gar nicht satt sehen an diesen beeindruckenden Formen und Farben.
Von Zumaia bewegen wir uns am folgenden Tag weiter in das 40 km nordwestlich gelegene Städtchen Lekeitio. Dabei passieren wir eine ganze Reihe kleinerer Ortschaften, von denen viele einen Besuch verdient hätten. Aber wir müssen aufpassen, dass unser Zeitrahmen nicht völlig aus den Fugen gerät. Darüber hinaus bieten sich vor allem jene Ortschaften für einen Besuch an, die uns Campern einen kostenlosen oder zumindest kostengünstigen und sicheren Übernachtungsplatz anbieten können. Viele, aber nicht alle Kommunen haben das inzwischen verstanden. In Lekeitio haben wir einen weiteren Vorteil. Nur 100 m vom Stellplatz entfernt gibt es einen kleinen Busbahnhof. Von hier aus können wir mit den lokalen Bussen auch Ortschaften erkunden, in denen es kaum geeignete Stellflächen für Wohnmobile gibt. Und vom Stellplatz in das Ortszentrum sind es diesmal nur ca. 600 m Wegstrecke (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Hier sehen wir den Stellplatz in Lekeitio. In der Stellplatzapp P4N ist der Platz mit 12 € ausgepreist. Er war offensichtlich auch einmal mit Schranken gesichert und dementsprechend kostenpflichtig. Vielleicht ist er das auch weiterhin in der Hauptsaison, wir wissen es nicht. Als wir eintreffen, sind die Schranken jedenfalls abgebaut und in der Zufahrt hängt ein Schild mit der Aufschrift "Free Parking". Wie man sieht, ist der Platz gut besucht. Auch hier gilt wieder: Bitte nicht die benachbarten Pkw-Plätze blockieren, es könnte teuer werden.
Leider sind die meisten Plätze etwas schräg und man benötigt deshalb Keile, um hier vernünftig stehen zu können, aber das ist wirklich unser geringstes Problem. Das Entsorgen von Grau- und Schwarzwasser ist kostenlos, für Trinkwasser benötigt man Tokens. Also füllt eure Tanks vorher oder geht in die Stadt um die Tokens zu besorgen.
Unser subjektiver Eindruck ist auch hier wieder, dass das Städtchen nicht so richtig beeindruckt. Aber so manches historische Gebäude, der Sandstrand und die vorgelagerte Insel machen auch diesen Flecken wieder zu einem lohnenden Ziel.
Die Kirche von Lekeitio, die Basilika Mariä Himmelfahrt.
Die Nordseite der Basilika Mariä Himmelfahrt.
Der herrliche Strand von Lekeitio ist auch für kleine Kinder bestens geeignet.
Die Isla de San Nicolas. Bei Ebbe kann man über die betonierte Zuwegung hinüberlaufen. Der Weg ist stellenweise allerdings sehr glitschig und man kann leicht ausrutschen.
Der Einlauf des Rio Leo in den Golf von Biskaya.
Gezeitenzone des Rio Leo mit dem Hafen von Lekeitio.
Bereits bei der Anfahrt nach Lekeitio fahren wir durch das Städtchen Ondarroa. Obwohl wir nur einige flüchtig Blicke auf den Ort werfen können, erscheint der uns für einen Besuch ausreichend interessant zu sein. Also begeben wir uns an den Busbahnhof in Lekeitio und machen eine Spritztour nach Ondarroa. Wirklich schön, wenn man einmal gefahren wird. Der Bus entlässt uns ganz im Osten des Städtchens, aber die Ansiedlung ist so klein, dass es überhaupt keine Mühe macht, sich den ganzen Ort einzuverleiben. Zwei Stunden haben wir Zeit bis es zurück nach Lekeitio geht und die wollen wir nutzen.
Für so einen kleinen Ort hat man sich eine ganz schön ansprechende Brücke gegönnt. Oberhalb der Brücke kommt man an einen Aussichtspunkt, von dem aus man eine gute Übersicht über die Stadt hat.
Über diese Fußgängerbrücke gelangt man ganz schnell ins Ortszentrum.
Über dem Fluss thront ganz im Osten der Stadt die Iglesia de Santa María.
Wir finden der Ausflug nach Ondarroa hat sich gelohnt. Es ist ein richtig gemütliches Städtchen.