Radtour am Atlantik Nord

Vom Stellplatz an den Praia de Angeiras Norte

Am heutigen Samstag, dem 18.10.2025 ist unser letzter Tag auf dem Porto Motorhome Park. Da wir den Morgen in Matosinhos verbracht haben und danach zeitig heimgekommen sind, hat Michael am Nachmittag noch reichlich Zeit, die genutzt werden kann und das macht er heute einmal ohne Angelika mit dem Fahrrad. Stellplatznachbarn hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass man entlang der Küste wunderbar Fahrrad fahren könne. Darüber hinaus hat uns der nette Herr am Informationsstand in der Markthalle von Matosinhos diverse Tipps gegeben, wo man im Umfeld von Matosinhos noch etwas ansehen könnte. 

Karte bitte anklicken, um eine vergrößerte Darstellung zu erhalten! Das Kärtchen zeigt die kleinen Highlights entlang der ca. 20 km langen Radstrecke. Die nachfolgende Fotostrecke umfasst zunächst die Sehenswürdigkeiten nördlich des Stellplatzes (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Michael schwingt sich auf sein Rad und bewegt sich ganz gemütlich auf dem parallel zur Küstenstraße verlaufenden Radweg nach Norden. Der Radweg ist eigentlich nie sehr weit entfernt von der Wasserlinie des Atlantik und so weht beständig eine frische Brise, die das Radeln angenehm macht. Nach 900 Metern Wegstrecke erreicht Michael den Obelisco da Praia da Memória. Hier landete 1832 König Pedro IV. mit den liberalen Truppen, die später Porto einnehmen und dort den Angriffen der Miguelisten widerstehen sollten, bevor sie im Bürgerkrieg von 1832–1834 den endgültigen Sieg errangen. Dies war die berühmte „Landung bei Mindelo“. Wieder was gelernt. 

Im Umfeld des Obelisken befindet sich ein schöner Sandstrand. Durch die Flachdünen führt ein Holzbohlenweg, der den Fußgängern vorbehalten ist.

Nach 2 Kilometern Strecke erreicht Michael in Praia de Agudela einen Parkplatz, auf dem zahlreiche Wohnmobile abgestellt sind. Übernachten darf man hier nicht, aber weil man im Wohnmobil ja immer fast alles dabei hat, kann man es sich auch während des Tages an einem der vielen kleinen Strände richtig gut gehen lassen. Nicht einmal die fehlende Strandtoilette kann einen da in die Flucht schlagen, die ist ja ebenfalls an Bord. 

Der Himmel glänzt nicht gerade mit schönstem Blau. Aber die Wechselwetterlage, die mit einem beständigen Wechsel von Licht und Schatten bereits ein wenig auf die kommenden Regentage einstimmt, hat auch ihre Reize.

Und auch hier befindet sich wieder ein schöner kleiner Strand, der um diese Jahreszeit aber verwaist ist. Wer wollte schon bei der Kälte ins Wasser steigen. Nach einem kurzen Spaziergang über wechsel lagernde Sande und Felsklippen geht es mit dem Fahrrad weiter nach Angeiras, wo nach 4,5 Kilometern Strecke kleine Fischbecken aus der Römerzeit besichtigt werden können. 

Die "Tanques Romanos" sind die römischen Fischbecken von Angeiras (Cetariae) in Lavra, einem archäologischen Fundort in Praia Angeiras Sul (vgl. Kärtchen oben). 

Diese historischen Becken stammen aus dem 4. bis 5. Jahrhundert n. Chr. und sind eine wichtige archäologische Stätte für die römische Industrie in Nordportugal. 

Die Becken dienten offenbar dazu gefangenen Fisch mit Salz zu konservieren. 

Nach 5 km Fahrtstrecke erreicht Michael am Farolim Angeiras sein selbstgestecktes Ziel im Norden. Michael hätte Farolim mit Leuchtturm übersetzt. Die KI sieht "Farolim" als ein portugiesisches Wort, das je nach Kontext "Schlussleuchte", "Hecklicht" oder "Nebelschlussleuchte" bedeuten kann. Nun ja, einen Leuchtturm kann man schon als Nebelschlussleuchte des Festlandes sehen, das passt also.

Unweit der Mole mit dem Farolim befinden sich diese bunten Fischerhütten.

Am Strand warten Fangkörbe auf ihren Einsatz.

So richtig malerisch sieht es hier nicht aus, eher zweckmäßig.

Andererseits ist Farbe immer noch attraktiver als tristes Grau. 

Und das gilt natürlich auch für die im Sand liegenden bunten Fischerboote. 

Die sind ja doch hübsch anzuschauen.....

.... und so nimmt Michael, was er bekommen kann.

Im Ortszentrum befindet sich der Mercado Municipal Angeiras. Wenn es euch nach eurer Ankunft oder bereits auf der Anfahrt zum Stellplatz nach Fisch gelüstet, dann seid ihr hier goldrichtig.  

Allerdings solltet ihr nicht, wie Michael am späten Nachmittag hier vorbeischauen, denn dann seht ihr dieses Bild und müsst unverrichteter Dinge wieder abziehen. Schaut halt einmal im Netz nach den Öffnungszeiten.