Mittwoch, 01.10.2025
Wir folgen der A-8 nach Westen bis nach Caviedes und fahren auf die dortige Raststätte. Hier kann man im Autobahn-Restaurant für 3 € p. P duschen. Das genießen wir außerordentlich.
Danach geht es auf der A-8 weiter nach Westen bis nach Pesues wo wir die Küstenautobahn Autovia A-8 verlassen und auf die N-621 nach Süden abfahren. Schon wenig später erreichen wir Panes. In Panes zweigt die AS-114 nach Las Arenas de Cabrales ab, wo die Pendelbusse zum Wanderweg der Ruta del Cares (Bergwanderweg) in Poncebos abgehen.
Unsere ungefähre Route in den Picos de Europa im Überblick.
Normalerweise würden wir nun nach Las Arenas de Cabrales durchfahren. Leider gibt es auf dem Stellplatz in Las Arenas aber keine Ver- und Entsorgungsmöglichkeit. Die gibt es aber auf dem kostenlosen Stellplatz in Panes. Deshalb übernachten wir heute hier. So sind wir morgen perfekt vorbereitet für einen vermutlich zweitägigen Aufenthalt am Fuße der Ruta del Cares.
Das Kärtchen oben zeigt die Gemeinde Panes mit dem kostenlosen Stellplatz ca. 1 km südwestlich des Ortes (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Die Einfahrt auf den Stellplatz in Panes, unmittelbar neben der Nationalstraße N-621 gelegen.
Der Stellplatz in Panes ist mittelgroß und hat Platz für etwa 15 Wohnmobile. Aktuell stehen über den Tag verteilt etwa 5 bis 7 Mobile, es ist also ausreichend Platz für Neuankömmlinge. Die VE-Station ist ganz ordentlich ausgeführt. Allerdings steht man auch sehr nahe an der Hauptstraße und zumindest während des Tages ist der Verkehr deutlich wahrzunehmen.
Wie man hier sieht, kann man sich aber auch etwas weiter in Richtung Berghang (linker Bildrand) aufstellen, dann wird es allerdings schwierig mit dem Fernsehempfang. Der Ort selbst ist nicht besonders sehenswert, deshalb ist dieser Stellplatz eigentlich nur ein Sprungbrett nach Las Arenas und der Ruta del Cares oder Fuente Dé. Vermutlich kann man in Panes Kleinigkeiten einkaufen, wir hatten allerdings alles dabei und haben es deshalb nicht überprüft. Wir sind jedenfalls sehr dankbar, dass die Gemeinde uns einen Platz zu Verfügung stellt, der es uns ermöglicht, die Defizite in den Zielgebieten in den Picos de Europa auszugleichen.
Obwohl der Verkehr tagsüber durchaus störend ist, ist es in der Nacht ziemlich ruhig und wir können zumindest bis 06:00 Uhr gut schlafen. Für Langschläfer ist das hier aber nichts, denn nach 6 Uhr wird es dann schon recht unangenehm mit dem Lärm.
Das Bergstädtchen Las Arenas de Cabrales, das Sprungbrett in Richtung Poncebos und Bulnes und damit auch zur Ruta del Cares (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Donnerstag, 02.10.2025
Wir verfolgen den Wetterbericht schon seit Tagen und tatsächlich ist es so, dass wir jeden Tag eine etwas abweichende Vorhersage bekommen. Sich täglich neu zu orientieren, ist ein wenig anstrengend, aber wer sollte das hinbekommen, wenn nicht wir Womofahrer, die schließlich darin geübt sind?
Gegen 07:00 Uhr verlassen wir den Stellplatz in Panes und setzen unsere Fahrt nach Las Arenas de Cabrales fort. Erneut sind lediglich 23 km zu bewältigen, die Straße ist kaum befahren, ausreichend breit, nicht zu kurvig, und so sind wir bereits nach 20 Minuten auf dem Park- und Stellplatz in Las Arenas de Cabrales. Auf dem recht großen Platz ist mehr als genug Platz. Hier können wir kostenlos stehen und auch übernachten. Wir machen ein kleines Frühstück. Angelika wird heute am Auto bleiben, während Michael die Ruta del Cares laufen wird. Bis 08:45 Uhr ist Michael startklar.
Es ist recht frisch, gerade einmal 5 Grad werden angezeigt. Bis zum Bus sind es nur 50 Meter. Mehrere Wanderer haben sich bereits an der Haltestelle eingefunden. Ob die wirklich alle zur Ruta del Cares wollen, ist keineswegs sicher. Denn an dem Parkplatz, an dem uns der Bus entlässt, gibt es auch eine Standseilbahn, die die Leute sehr bequem in die Nähe des Weilers Bulnes befördert. Auch dort kann man sehr schöne Bergwanderungen machen. Es gibt hier im Umfeld also nicht nur die Ruta del Cares.
Pünktlich um 09:00 Uhr fährt der Bus ab, das Returnticket kostet 3 €. Nach 12 Minuten sind wir in Poncebos am Parkplatz, an dem die Straße nach Tielve abzweigt. Ein erster Bus wäre übrigens bereits um 08:00 Uhr gefahren. Will man die ganze Ruta del Cares laufen, ist es durchaus ratsam, schon diesen Bus zu nehmen, weil man dann den gesamten ersten Anstieg im Kühlen hinter sich bringen kann, allerdings ist es zu der Zeit auch noch dunkel.
Vom Busparkplatz geht es erst einmal für ca. 900 m die Straße entlang moderat nach oben. Auf der linken Seite ist die Straße fast komplett zugeparkt. Überwiegend sind es Pkw, aber es stehen auch einige Kastenwagen hier oben. Nach einiger Zeit taucht auf der rechten Seite der Straße ein kleiner Wasserfall auf. Dann ist man beinahe am Einstieg in den eigentlichen Wanderweg. Auf der linken Seite steht eine kleine Hütte, in der sich eine junge Frau befinden, die die Besucher informiert. Für Michael hat sie leider eine ziemlich schlechte Nachricht. Sie meint, die Wegstrecke bis Cain betrüge 12 km, davon seien aber von hier aus nur 3 km, vom Busparkplatz gerechnet 4 km begehbar. Grund sei ein Feuer, das die Vegetation zerstört habe, die bis dahin herunterfallendes Gestein aufgefangen habe. Deshalb könne es nun zu Steinschlag kommen und deshalb sei die Strecke dicht. Es lohne sich aber trotzdem, die reduzierte Strecke zu gehen, man habe auch da schon ganz schöne Aussichten.
Michael ist ziemlich enttäuscht, hatte er sich doch für heute einiges vorgenommen. Aber bei Steinschlag hört der Spaß natürlich auf. Sehen wir den heutigen Tag also als Vorerkundung für eine Begehung in ein oder zwei Jahren an.
Der Wanderweg führt kontinuierlich nach oben, am Anfang noch recht moderat, später auch etwas steiler. Gelegentlich sind steinerne Stufen eingebaut. Noch ist es kühl, die Sonne schafft es noch nicht so richtig über den Berg. Aber das ist eigentlich angenehm, denn sonst würde man noch mehr schwitzen. Der Weg ist überwiegend geschottert, manchmal auch mit Geröllen übersät, und manchmal bewegt man sich auch direkt über den Fels. Der ist recht glatt und da muss man ein wenig aufpassen, dass man nicht ausrutscht.
Bei etwa 2,2 km bzw. 3400 Schritten (vom Bus-PP aus gerechnet) taucht die Ruine eines verlassenen Berghäuschen auf. Leider mit einer Dachbedeckung aus Asbestzement. Aber solange man das Material nicht bearbeitet, ist es ungefährlich. Man kann sich das also ruhig einmal ansehen.
Nach 3,3 km bzw. 4800 Schritten (vom Busparkplatz) hat Michael endlich das Ende des ersten langgezogenen Anstieges hinter sich. Für diese ersten 3,3 km (vom Bus-PP) hat Michael mit der Besichtigung der Ruine und diversen Fotopausen ziemlich genau eine Stunde gebraucht. Der Weg verläuft anschließend aber nur ein kurzes Stück in der Horizontalen und wendet sich danach gleich wieder nach unten.
Jenseits der nächsten Kurve sieht man links unten einen markanten Felsvorsprung auf dem sich ein gut gelauntes deutsches Quartett eingefunden hat. Michael fotografiert es und wird danach gleich um ein Foto gebeten.
Nach einigen wenigen Fotos dreht Michael wehmütig um und läuft zurück Richtung Busparkplatz. Ein Gutes hat die Sache. Die Busse fahren in der Nebensaison nicht allzu oft. Der nächste würde um 13:00 Uhr fahren und der ist nun tatsächlich zu schaffen. Weil der überwiegende Teil der Strecke jetzt bergab geht, kommt Michael natürlich gut voran und ist bereits gegen 11:40 Uhr wieder zurück am Einstieg in den Schotterweg-Trail. Hier hat er 10.000 Schritte und 6,77 km zurückgelegt. Nun folgt wieder das Stück Straße, auf dem es jetzt aber nach unten geht. Nach 12.780 Schritten und 8,5 km Wegstrecke, erreicht Michael gegen 12:10 Uhr den Busparkplatz in Poncebos. Insgesamt hat er für die zugelassene Wegstrecke von 8,5 km also 3 Stunden gebraucht. inkl. aller Pausen.
Diese Talstation des Schrägaufzuges zum Weiler Bulnes befindet sich unweit der Bushaltestelle des Shuttlebusses von Las Arenas nach Poncebos. Das Ticket für den Schrägaufzug kostet aktuell fast 23 € p. P. Darüber hinaus gibt es am Busparkplatz in Poncebos übrigens auch einen Bus, der die Besucher in die Berge bringt. Damit erschließen sich weitere schöne Wanderwege. Die Region hat also einiges zu bieten.
Der Pendelbus zwischen Las Arenas de Cabrales und Poncebos bringt Michael um 13:30 Uhr zurück an den Womo-Parkplatz. Erst um 17:30 Uhr wäre dann der nächste Bus zurück nach Las Arenas gefahren. Man sollte den Tag also gut planen, um bei der Rückkehr an die Bushaltestelle nicht ewig warten zu müssen, bis der nächste Bus fährt.
Nach dem Reinfall beschließen wir, den Nachmittag in Las Arenas zu verbringen. Angelika hat die Gelegenheit genutzt und im nahegelegenen Waschsalon unsere Wäsche gewaschen. Sechs Euro werden aktuell dafür aufgerufen, weitere 3 pro Trockner. Bei dem schönen, sonnigen Wetter können wir die Wäsche allerdings draußen trocknen. Unweit unseres Parkplatzes gibt es einen Bäcker und diverse Restaurants, im Ort drin zwei kleine Supermärkte. Die sind natürlich teurer, aber in der Not kann man sich hier ganz gut versorgen.
Am frühen Abend fahren wir wieder nach Panes auf den kostenlosen Stellplatz an der N-621. Dort stehen wir zwar weniger ruhig als in Las Arenas, aber wir wollen morgen weiterfahren nach Potes, um das Städtchen anzusehen, und anschließend nach Fuente Dé aufbrechen, und da ist es ganz gut, wenn wir schon mal 20 km weniger Strecke zu fahren haben. Außerdem können wir da unten unsere VE erledigen, problemlos spülen und ein Fußbad nehmen. Das ist sehr bequem, und da nehmen wir den etwas größeren Lärmpegel noch einmal in Kauf. Am Abend ist es dann übrigens ruhiger als gestern. Und diesmal stellen wir uns auch in die Mitte des Platzes. So sind wir etwas weiter von der Straße weg, können aber immer noch den Fernseher nutzen.