Porto ist laut und wir haben nach 5 Tagen in der Stadt doch einen leichten Brummschädel. Deshalb wollen wir heute nicht noch einmal nach Porto fahren sondern den Tag in Matosinhos verbringen. Allerdings deutet sich schon früh an, dass heute nicht unser Tag ist. Der 5001er Bus fährt Samstags nur etwa alle 75 bis 90 Minuten und Sonntags sogar noch seltener, nur wissen wir das nicht, denn es ist ja kein Fahrplan ausgehängt. Und so warten wir ewig bis wir überhaupt einmal wegkommen.
Das Kärtchen zeigt die Lage der wichtigsten Märkte in und um Porto. Der Markt in Matosinhos macht wenig Sinn für Eintages- oder Kreuzfahrttouristen. Wer allerdings auf dem Stellplatz Porto Motorhome Park übernachtet, der wird diesem Markt einiges abgewinnen können. Neben der üblichen Frischware eröffnet der kleine Busbahnhof alternative Verbindungen in verschiedene Richtungen, man kann im Markt zu Mittag essen und man erhält Informationen zu Ausflugszielen in der Umgebung (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Gegen 09:30 Uhr besteigen wir endlich den Bus und fahren bis zur Markhalle in Matosinhos. Lasst euch von der oben angezeigten Uhrzeit nicht täuschen, die Fotos sind an drei verschiedenen Tagen entstanden
Der Haupteingang zur Markthalle von Matosinhos.
Eine wirklich schöne, lichtdurchflutete Halle hat man den Marktbeschickern hier spendiert.
Die aktuellen Öffnungszeiten sind:
Montag 07:00 bis 14:00 Uhr
Dienstag bis Freitag 06:30 bis 18:00 Uhr
Samstag 06:30 bis 16:00 Uhr
Auch wenn der Markt teilweise bis 18:00 Uhr geöffnet ist, sollte man am Nachmittag nicht später als 15:00 Uhr hier sein, Samstags eher noch etwas früher. Danach schließen die meisten Marktstände und das Angebot ist deutlich reduziert.
Und so sieht das Prachtstück dann von innen aus. Im Untergeschoss gibt es in der Hallenmitte den Fisch und sonstige Meeresfrüchte, an den Hallenrändern befinden sich diverse Restaurants. Im zurückgesetzten Obergeschoss wird überwiegend Gemüse und Obst angeboten. Hier haben wir unter anderem Oliven sehr günstig einkaufen können.
In der Markthalle von Matosinhos steht auch dieser nette Herr mittleren Alters und erteilt Auskunft in englischer Sprache zum Markt selbst und über die Sehenswürdigkeiten in und um Matosinhos. Um der Wahrheit die Ehre zu geben. Abgesehen von der wirklich schönen Markthalle und dem ausgedehnten Strand gibt es hier nicht soooo viel zu sehen. Aber ohne seine Auskünfte hätten wir auch das Wenige noch verpasst und die Informationen sind durchaus hilfreich. Hoffentlich behält die Stadt diesen Informationsstand bei, denn einen so schnellen Überblick bietet hier ansonsten keine andere Einrichtung. Und auch die Location ist gut gewählt, denn hier kommen irgendwann alle hin.
Die hier angebotenen Waren sind günstiger als in Porto, der Fisch aber mindestens genauso frisch wie in der Großstadt. Nur mit der Präsentation der Waren nimmt man es hier nicht so genau. Es liegt alles etwas lieblos und ungeordnet in den Auslagen.
Von dem Herrn an der Information erfahren wir unter anderem, dass wir den hier gekauften Fisch gegen einen Aufpreis von 7 € pro Person direkt in einem der Restaurants in der Halle zubereiten lassen können.
Wie man sieht, schmeißen überwiegend Frauen den Laden.
Das Angebot ist wirklich reichhaltig. Leider wissen wir bei vielem Meeresgetier weder etwas über die Beschaffenheit des Fleisches noch über die Zubereitung. Und unsere kleine Bordküche schränkt uns ebenfalls ein, sodass wir bei der Auswahl unseres Mittagsessens genau überlegen müssen, was wir denn nun mitnehmen.
Auch die Zubereitung in einem der Restaurants in der Halle ziehen wir ernsthaft in Erwägung. Aber an dem Tag, an dem wir uns dazu entschließen, ist das Restaurant, das wir uns vorgestellt haben, ausgebucht. Das klappt also nicht immer. Bei unserem ersten Besuch vor zwei Tagen war noch gähnende Leere. Also beschließen wir, auf dem Nachhauseweg hier noch einmal vorbeizuschauen, Salat, Beilagen und frischen Fisch mitzunehmen und wieder einmal selbst zu kochen.
Es sieht alles sauber und ordentlich aus, aber so richtig liebevoll, wie im Mercado do Bolhão, sind die Waren nicht drapiert. Hier kauft das Volk, da müssen vor allem der Preis und die Menge stimmen.
Die Treppenaufgänge zum hinteren Teil des Marktes.
Oben dominieren Obst und Gemüse.
Auch diese Waren machen einen guten Eindruck.
Und auch Federvieh findet hier Abnehmer.
Angesichts der angebotenen Mengen an Waren, werden sich hier auch viele Restaurants eindecken. Und auch für uns war das sowohl preislich als auch von der Qualität ein gefundenes Fressen.