Elétrico

Die historische Straßenbahn von Porto

Die historische Straßenbahn (Elétrico) in Porto, eine der ersten auf der Iberischen Halbinsel, verkehrt in der Unterstadt entlang einer eingleisigen Strecke parallel zum Nordufer des Douro (Linie 1). Zwei weitere, deutlich kürzere Strecken (Linie 18 und Linie 22) bedienen die obere Altstadt. Die Linie 18 beginnt am Torre dos Clérigos (Clérigos Paragem Carro Elétrico 18), die Linie 22 an der Endhaltestelle Batalha in der Rua de Augosta Rosa nordöstlich der Ponte Luiz I.

Das Kärtchen zeigt den Verlauf der historischen Straßenbahnlinie 1 (Eléctrico) entlang des nördlichen Douroufers (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Die Strecke entlang des Douro (Linie 1) ist ein touristisches Highlight, das in der Unterstadt an der Haltestelle Infante vor der Kirche São Francisco startet. Die Strecke führt bis an den Atlantik, wo sie an der Endhaltestelle Passeio Alegre endet. Die Straßenbahn von Porto wurde 1895 als erste auf der Iberischen Halbinsel elektrifiziert.  

Hier stehen wir vor der Kirche São Francisco an der innerstädtischen Endhaltestelle Infante der Linie 1. Wie man sieht, ist der Andrang groß. Viele Touristen möchten wenigstens einmal diese Fahrt mitmachen.

Hier der recht simple Führerstand, in dem die Fahrzeugführer den ganzen Tag stehend durch die Stadt wackeln. Solche Bahnen gab es bis in die 60er Jahre auch in deutschen Städten.

Wir sind soeben eingestiegen und noch sieht es ganz übersichtlich in dem Waggon aus. Wir freuen uns auf eine entspannte Fahrt entlang des Flusses und historischer Häuserzeilen. Doch wir werden enttäuscht. Dass jeder Sitzplatz besetzt ist, das hatten wir erwartet, dass aber auch die Stehplätze mit Passagieren vollgestopft werden, nicht. Mit Sightseeing hat das dann nichts mehr zu tun.

Die Linie 1 ist eingleisig ausgebaut. Sie verfügt allerdings über diverse Haltestellen mit Ausweichgleisen. 

Richtig gut gefallen uns die unverfälschten historischen Waggons. Leider sind aber viele mit zeitgenössischer Werbung zugekleistert, was wir ziemlich unpassend finden. Hier wird einiges der Gewinnmaximierung geopfert. 

Ohne freie Sicht geht es nun mit mäßiger Geschwindigkeit auf wackeligen Gleisen in Richtung Atlantik. Kinder, die zufällig mit im Waggon sind, machen einen ziemlich gelangweilten Eindruck.

Auch wir sind erst nach der Fahrt schlauer und wollen diese auch niemandem ausreden. Im Nachhinein denken wir aber, dass es intelligenter gewesen wäre, auf die Fahrt zu verzichten und das Geld zum Beispiel für eine Besichtigung des Straßenbahnmuseums auszugeben. 

Wie schon an mehreren Stellen in diesem Bericht erwähnt, seht ihr von dem parallel zur historischen Straßenbahn fahrenden 500er Bus viel mehr und könnt mit einer Tageskarte so oft ein- und aussteigen, wie ihr wollt. 

Wenn ihr bis zur Endhaltestelle am Atlantik fahrt, tretet nicht sofort wieder den Rückweg an, sondern plant dort einen Stopp ein. Die an die Endhaltestelle grenzende Parkanlage Jardim do Passeio Alegre und die Festung Forte de São João Baptista eignen sich nämlich sehr gut für einen kleinen Ausflug. Außerdem kann man auf den Molen zu den Leuchttürmen Farolim da Barra do Douro und Farolim de Felgueiras hinauslaufen und den Anglern zuschauen oder die Atlantikwellen beobachten, die hier an windstillen Tagen schäumend über die Felsen gleiten, aber schon bei mittleren Windstärken mit einer Urgewalt heftig gegen die Klippen und das massive Mauerwerk der Molen schlagen. Im Sommer ist natürlich auch der Strand von Praia do Carneiro ein beliebtes Ziel. Und wer noch ein wenig mehr Zeit hat oder wen der Hunger überkommt, der kann sich hier auch noch den Mercado da Foz do Douro ansehen. Ihr solltet allerdings nicht gerade am späten Nachmittag dort aufkreuzen, da sind viele Verkaufsstände geschlossen.

Brunnen in der Parkanlage Jardim do Passeio Alegre.

Das Antigo sanatório de Tuberculosos da Foz do Douro (Altes Tuberkulosesanatorium) am westlichen Ende der Parkanlage Jardim do Passeio Alegre.

Der Leuchtturm Farolim de Felgueiras von der Mole zum Leuchtturm Farolim da Barra do Douro aus aufgenommen. Bei Windstärke 4 bis 5 schäumt das Wasser richtiggehend. 

Der Leuchtturm Farolim de Felgueiras noch einmal aus einer etwas anderen Perspektive. 

Der kleine Leuchtturm Farolim da Barra do Douro am Ende der langen Mole. Hier weht uns eine frische Brise um die Ohren.