Sonntag, 28.09.2025 bis Dienstag, 30.09.2025
Wie geplant verlassen wir am Sonntagmorgen Bilbao in Richtung Santander.
Die kostenlose Küstenautobahn von Bilbao nach Santander leistet uns gute Dienste. Schon gegen 09:30 Uhr erreichen wir den Stellplatz in Santander in der Calle Marino Fernandez-Fontecha. Und wir haben Glück. In der Reihe mit den regulären Plätzen ist genau ein Platz frei. Den schnappen wir uns und schon stehen wir und setzen den nächsten Kaffee auf.
Der Stellplatz entspricht einer langgezogenen Parallelstraße zum eigentlichen Fahrweg. Hier gibt es etwa 20 reguläre Plätze. In den Parklücken direkt an der Straße darf nur bis 1,8 t geparkt werden und dort soll es auch Strafzettel geben. Da die Fahrbahn vor den Womo-Parkplätzen recht breit ist, wird auch diese in Längsrichtung einseitig zugeparkt (linker Bildrand). Ob das zulässig ist, wissen wir nicht. Jedenfalls erschwert es den ein- und ausparkenden Fahrzeugen das Manövrieren. Allerdings sind die meisten Wohnmobilisten darin ganz gut, und überall dort, wo Mangel herrscht, ist man auf solche Notplätze einfach angewiesen. Die VE ist kostenlos, Strom gibt es keinen und die Verweildauer ist auf 48 Stunden beschränkt. Gegenüber Stellplatz und Straße befindet sich eine Südwest-Nordost ausgerichtete Grünanlage, der Parque de Llamas.
In der Stellplatz-App P4E steht einführend zu diesem Platz etwas von Diebesbanden. In den Kommentaren ist davon dann nichts mehr zu lesen. Das verunsichert uns schon etwas, aber so ein Womodorf erschwert es Kriminellen doch ein wenig, hier tätig zu werden. Deshalb denken wir, dass unser Auto hier sicher steht, und machen uns gegen 12:00 Uhr auf den Weg in die Stadt. Im Laufe des Morgens werden übrigens weitere 10 Plätze frei, also hat man durchaus eine Chance, hier unterzukommen, wenn man früh genug anfährt.
Die Karte zeigt die Lage des Stellplatzes, bezogen auf die Stadt Santander an. Unmittelbar südlich des Stellplatzes erstreckt sich ein Ost-West verlaufender Höhenzug, den es zu überwinden gilt, wenn man ins Zentrum möchte. Wer sich das nicht antun möchte, der kann auch in östliche Richtung bis zur ersten Hauptstraße laufen und dort den Bus nehmen (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Der kürzeste Weg in die Altstadt führt jedoch über den Höhenrücken, wobei man an warmen Tagen ordentlich ins Schwitzen kommt. Leider gibt es auch keinen geraden Weg hinauf, sondern man muss einige Schlenker machen, weil häufig irgendwelche Gebäude im Weg stehen. Vom Stellplatz geht es etwa 100 m in östliche Richtung und anschließend rechts die Calle Marino Fernandez-Fontecha den Berg hinauf. Von dort biegen wir im 90-Grad-Winkel in die zweite Stichstraße (an der Escuela de Doctorado) weiter den Berg hinauf in Richtung Avenida de los Castros ab und erreichen einen Kreisel. Geradeaus gehend, erreichen wir die Calle Honduras und folgen dieser nach Osten bis zur Bajada de la Teja die nun erneut den Berg hochführt. Hier erleben wir allerdings eine Überraschung. Zwei längere Laufbänder, wie man sie vom Flughafen kennt (Escaleras Mecanicas), befördern uns jetzt nahezu mühelos auf den Gipfel des Höhenrückens und erledigen für uns den schweißtreibenden Job. Oben auf dem Kamm angekommen, geht es durch den kleinen Parque de Jado. Auf der gegenüberliegenden Seite des Parks geht es dann wieder deutlich nach unten. Hier trifft man auf eine namenlose Fußgängerzone, die ebenfalls mit Escaleras Mecanicas ausgestattet ist, sodass man genauso bequem nach unten zur Calle Santa Teresa de Jesús kommt. Von der biegt ihr dann bergab in die Calle Francisco Palatuelos ein und folgt der bis in die Calle Lope de Vega wo ihr endlich am Ziel seid.
Hier die Escaleras Mecanicas in der Bajada de la Teja. Ihr müsst übrigens nicht zwingend unseren Weg gehen, der ganze Höhenrücken scheint voll von diesen Escaleras Mecanicas zu sein, und ihr werdet viele alternative Wege finden. Dass wir darüber erstaunt sind, ist unserer Unerfahrenheit geschuldet, denn wie wir im Laufe der Zeit lernen, sind diese Transportbänder in Spanien deutlich weiter verbreitet. Als Pensionista ist man bei sommerlichen 40 Grad Celsius vermutlich mehr als froh, wenn man solch einen Höhenrücken nicht per pedes überwinden muss.
Im Bild sehen wir die letzten beiden Escaleras Mecanicas südlich des Parque de Jado in Richtung Innenstadt. Hier handelt es sich allerdings, wegen des höheren Gefälles um echte Rolltreppen. Die Querstraße unten ist die Calle Santa Teresa de Jesús.
Wir schlagen uns durch die Altstadt und erreichen irgendwann dieses Nebengebäude der Banco Santander in der Calle Hernán Cortés 11. Das Haupthaus der Bank wird derzeit renoviert und befindet sich in unmittelbarer Nähe dieses Gebäudes an der Straße Paseo de Pereda 9-12.
In direkter Nachbarschaft befindet sich der Mercado del Este (die Markthalle Ost), ein Gourmettempel mit Streetfoodläden, die überwiegend Tapas anbieten. Auch wir können nicht widerstehen und genehmigen uns eine kleine Portion. Mehr darf es allerdings nicht sein, denn unsere Waage zeigt uns, dass wir schon wieder deutlich zu oft gesündigt haben.
Im Mercado del Este (der Markthalle Ost) in der Calle Hernán Cortés kommen Genießer auf ihre Kosten. Hier wird geschlemmt. Der Zentralmarkt Mercado de la Esperanza befindet sich 450 m weiter westlich. Obwohl die Spanier meistens mehr essen, als wir, sind die schlanker. Wie machen die das? Gehen die nachts joggen?
Auf unserem Weg nach Westen sehen wir dieses hübsche Schulgebäude.
Santanders Märkte, soweit sie uns bekannt sind: Ganz im Osten der Stadt befindet sich der Mercado de Puertochico, im Osten der Altstadt liegt der Mercato del Este und im Westen der Hauptmarkt Mercado de la Esperanza (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Der Mercado de la Esperanza zwischen der Calle el Mercado und der Plaza de la Esperanza gelegen, ist der Hauptmarkt in Santander. Das Gebäude ist von außen ganz schön, innen eher schlicht. Aber bei der Präsentation der Waren gibt man sich schon sehr viel Mühe.
In der Halle treffen wir auf ein reichhaltiges Angebot an Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, aber auch Backwaren.
Der Markt macht auch einen aufgeräumten Eindruck.
Während sich das eigentliche Marktgeschehen in der Halle abspielt, kann man zumindest am heutigen Tag vor der Halle Textilien erwerben. Ob das für alle Tage gilt, wissen wir jedoch nicht.
Vom Mercado de la Esperanza laufen wir in südöstliche Richtung auf die Küste zu und erreichen die Catedral de Nuestra Señora de la Asunción, welche sich unweit der Jardines de Pereda (Pereda-Gärten) befindet.
Santander mit dem Stellplatz, der Altstadt und der Magdalena-Halbinsel. Östlich der Jardines de Pereda (Pereda-Gärten) kann man mit kleinen Ausflugsbooten auf die Playa El Punto de Somo fahren und dort einen Teil des Tages verbringen (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Das Centro Botin - unweit der Jardines de Pereda (Pereda-Gärten) und der Banco Santander gelegen. Hier finden wechselnde Kunstausstellungen und kulturelle Veranstaltungen in einem von Renzo Piano konstruierten Gebäude statt.
Emilio Botín war in dritter Generation Präsident der Banco Santander, Nachfolger seines Vaters und seines Großvaters, die beide ebenfalls Emilio Botín hießen. Sein Urgroßvater gehörte 1857 zu den neun Gründungsmitgliedern der Bank. Unter der Führung des dritten Emilio Botín stieg die Banco Santander zum führenden europäischen Geldinstitut auf.
Die Dachterrasse des Centro Botin mit besten Aussichten auf die Flaniermeile entlang des Jachthafens und in Richtung Meer.
Blick von der Dachterrasse auf die Bootsanleger entlang der Flaniermeile Paseo Marítimo de Santander.
Kunstfiguren an der Flaniermeile Paseo Marítimo de Santander bzw. der parallel verlaufenden Paseo de Pereda.
Unterhalb der hübschen Villa in Blau befindet sich in der Calle Casimiro Sainz der Mercado de Puertochico. Die Hinweistafel ist ja eigentlich auch für Blindgänger groß genug, aber wir Dödel haben trotzdem nicht realisiert, wo hier der Markt sein soll. Ob sich ein Besuch lohnt, müsst ihr deshalb selbst herausfinden.
Auf unserem Weg in Richtung Peninsula de la Magdalena (Magdalena-Halbinsel) passieren wir den Palacio de Festivales de Cantabria.
Noch bevor man die Magdalena-Halbinsel erreicht, trifft man auf die Playa del Camello. Von diesem Strand aus hat man auch eine schöne Aussicht auf die zerklüftete Küste.
Auf der Nordseite der Playa del Camello begrenzt Fels den Sandstrand.
Nun bewegen wir uns auf die Peninsula de la Magdalena (Magdalena-Halbinsel) und erreichen zunächst den Parque Marino de la Magdalena. In den frei zugänglichen Gehegen kann man verschiedene Meerestiere wie Pinguine und Robben beobachten.
Blick von Punta Caballo (Magdalena-Halbinsel) zur Isla de Mouro mit dem Leuchtturm Faro de Mouro an der Mündung der Bucht von Santander. Der Leuchtturm wurde im 19. Jahrhundert erbaut und wird häufig von hohen Wellen getroffen. Der Leuchtturm nahm 1860 seinen Betrieb auf. Seine Bauweise ähnelt Leuchttürmen an der englischen Küste: ein weißer, kegelförmiger Turm in der Mitte des einstöckigen Wohnhauses, in dem die Leuchtturmwärter lebten. Sie blieben dort bis 1921 und waren aufgrund der Lage der Insel wiederholt mehrere Tage lang von der Außenwelt abgeschnitten. Die Brennpunkthöhe des Leuchtturms beträgt 38,7 Meter über dem Meeresspiegel, der Turm selbst ist 18,39 Meter hoch.
Muelle de las Carabelas (der Kai der Caravellen), im Norden der Magdalena-Halbinsel gelegen.
Der Königspalast von La Magdalena befindet sich auf der Halbinsel Magdalena, gegenüber der Insel Mouro. Errichtet zwischen 1909 und 1911 durch öffentliche Spenden, diente er als Residenz für die spanische Königsfamilie. Entworfen von den Architekten José Ordoñez, Javier González de Riancho und Gonzalo Bringas, steht er an der Stelle der ehemaligen Festung San Salvador de Hano, die die Einfahrt zur Bucht schützte. Das Gebäude wurde 1913 eingerichtet und diente König Alfons XIII. und seiner Familie umgehend als Sommerresidenz, die sie bis zur Ausrufung der Zweiten Republik regelmäßig bewohnten.
Auch auf der Halbinsel kann man einen halben Tag entspannt verbringen. Da wir aber nur zwei Tage auf dem Stellplatz stehen dürfen, müssen wir uns ein wenig sputen.
Das Gran Casino Sardinero ist das Spielcasino der Stadt Santander in der Autonomen Gemeinschaft Kantabrien. Es befindet sich an der Plaza de Italia.
Auf diesem Plakat steht "Reisen verbindet uns". Es drückt aus, dass das gemeinsame Erlebnis des Reisens Menschen zusammenbringt und eine Verbindung schafft. Das ist manchmal richtig. Nicht nur in Barcelona denkt man inzwischen etwas anders darüber. Wie immer macht die Dosis das Gift.
Auf dem Rückweg zum Wohnmobilstellplatz sehen wir noch dieses hübsche Mehrfamilienhaus gegenüber des Palacio de los Deportes de Santander und unweit des Strandes Segunda playa del Sardinero.