Karte bitte anklicken, um eine vergrößerte Darstellung zu erhalten! Das Kärtchen zeigt die Lage des Bahnhofs São Bento und des Torre dos Clérigos (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Der Bahnhof Porto São Bento ist ein innerstädtischer Bahnhof. Erste Züge fuhren bereits 1896 bis nach São Bento, das Gebäude selbst ging jedoch 1916 in Betrieb. Gleich hinter den überdachten Gleisanlagen verschwinden die Züge in einem Tunnel.
Den Bahnhof selbst entwarf der Architekt José Marques da Silva, für die mit zahlreichen Azulejos gestaltete Vorhalle war der Maler Jorge Colaço verantwortlich. Unter dem Platz vor dem Bahnhofsgebäude liegt der von Siza Vieira 1999 entworfene U-Bahnhof São Bento.
Bunte Glasfenster sind ein weiteres Markenzeichen dieses Bauwerks.
Viele Azulejos zeigen inzwischen eine deutliche Alterung, sind verblasst oder wirken verwaschen. Und dennoch gibt die Bahnhofshalle ein wunderbares Bild ab. Im Mobilitätszentrum erhält man Tickets für Busse und Metro.
Der Deckenbereich ist mit Stuckornamenten reich verziert. Ein unaufdringliches Gelb fügt sich harmonisch in ein stimmiges Gesamtbild ein.
Auch hier ist beim Fotografieren wieder Geduld gefragt, denn der Besucherandrang ist trotz der Großbaustelle ungebrochen. Und so läuft ständig jemand vor die Linse, was aber im Zeitalter der Digitalfotografie deutlich unproblematischer ist als zu analogen Zeiten. Wer Porto besucht, sollte sich dieses kostenlose Vergnügen nicht entgehen lassen.
Vom Bahnhof Porto São Bento führt unser Weg zur Clérigos-Kirche, portugiesisch: Igreja dos Clérigos (Kirche der Kleriker), einer bedeutenden barocken Kirche in Porto. Sie wurde zwischen 1732 und 1750 vom italienischen Architekten Nicolau Nasoni für die Bruderschaft Irmandade dos Clérigos Pobres erbaut.
Der zur Kirche gehörende Glockenturm Torre dos Clérigos erinnert an toskanische Campaniles. Im Übrigen ist dieser der höchste Kirchturm Portugals und gilt als das Wahrzeichen der Stadt Porto.
Sein Bau begann 1754 ebenfalls unter der Leitung von Nicolau Nasoni und wurde 1763 beendet. Der Turm ist 76 Meter hoch und besitzt sechs Stockwerke und insgesamt 225 Stufen. Er kann gegen einen kleinen Obolus bestiegen werden und bietet bei gutem Wetter eine weite Aussicht über Porto.
Beim Blick nach oben zeigt sich der Himmel von seiner schönsten Seite. Beste Bedingungen also, um die Aussicht von dort oben zu genießen, denkt Michael. Doch irgendwie scheint heute nicht sein Tag zu sein. Denn am Ticketschalter nimmt man ihm erst einmal den Rucksack ab. Begründung: Auf dem Turm ist es zu eng für Rucksäcke. Nun gut, das mag ja sein. Es zwingt Michael jetzt aber, die Hosentaschen mit Wertsachen, Kamera und diversen Objektiven vollzustopfen, und so tritt er nun voll gepackt wie ein Esel den Weg nach oben an.
Anders als sonst üblich, gibt es auch keinen direkten Weg zum Turm, sondern man wird durch diverse Nebenräume geführt, von denen man annimmt, sie könnten die Besucher interessieren. Doch bepackt, wie Michael heute herumläuft, will er eigentlich nur schnell nach oben und danach gleich wieder nach unten.
Immerhin kann er auf diese Weise von erhabener Position aus einen Blick auf das Innere der Kirche werfen, und dieser Anblick ist durchaus ansprechend und auch lohnend.
Als es dann endlich nach oben geht, folgt zunächst eine breite Treppe, die aber dann recht schnell deutlich enger wird. Kaum ist Michael oben, kommen ihm drei Asiaten mit Rucksäcken entgegen. Die Rucksäcke sind zugegeben etwas kleiner und die Asiaten schmäler als Michael, aber so groß ist der Unterschied nun auch nicht. Michael hatte offenbar den Rucksack, der das Fass zum überlaufen brachte.
Das Glockenspiel im oberen Teil des Turms.
Wie man sieht, ist es oben tatsächlich recht eng, doch die Zahl der Besucher ist heute Morgen überschaubar, und mit etwas gutem Willen und ein wenig Geduld sollte es kein Problem sein, aneinander vorbeizukommen. Wie wir gleich sehen werden, ist die Aussicht heute leider nicht berauschend. Über dem Douro steht eine Dunstglocke, von der an unseren ersten beiden Besuchstagen noch nichts zu sehen war.
Blick vom Torre dos Clérigos in südwestliche Richtung zum Centro Português de Fotografia (Portugiesisches Zentrum für Fotografie).
Blick vom Torre dos Clérigos in südöstliche Richtung bzw. zur Kathedrale von Porto (Sé do Porto). Im Bildhintergrund sieht man über dem Douro eine Dunstglocke, die mehrere Tage lang über dem Fluss hing. Was genau die Ursache hierfür ist, konnten wir nicht herausfinden. Das scheint aber ein Wetterphänomen zu sein, das sich in Porto des Öfteren zeigt.
Blick mit dem 200-mm-Tele vom Torre dos Clérigos zur Kathedrale von Porto (Sé do Porto).
Blick mit dem 200-mm-Tele vom Torre dos Clérigos zum Kloster Serra do Pilar (Mosteiro de Santo Agostinho da Serra do Pilar), das jenseits des Douro bereits in Vila Nova de Gaia liegt.
Blick vom Torre dos Clérigos in östliche Richtung zum Bahnhof Porto São Bento und dem dahinter befindlichen Tunnel.