Fuente Dé - Die Quelle der Deva

Potes

Freitag, 03.10.2025, Abfahrt in Panes

Panes – (viele Baustellen) - Potes – Fuente Dé - Cosgaya (Übernachtung an der CA-185)

Von Panes geht es am Morgen erst einmal in Richtung Potes. In diesem Ort zweigt die CA-185 nach Fuente Dé ab. Leider ist der Weg weiter, als uns die Kilometer weismachen wollen. Denn die gesamte Strecke ist mit zahlreichen mehr oder weniger langen Baustellen gespickt und wir brauchen für die gut 20 km lange Strecke mehr als eine Dreiviertelstunde. Die Straße führt durch ein enges Tal, und so müssen die meisten Baustellen mit Ampeln gesichert werden. Vor diesen entstehen lange Staus und es dauert ewig, bis man endlich passieren kann. Aber die Straßenbauarbeiter sind auch nicht zu beneiden, denn sie wissen nicht, wie sie sich in der Enge drehen und wenden sollen. Und ganz ungefährlich ist das hier auch nicht. Überall, wo Fangnetze über der Straße oder in der Felswand angebracht sind, finden sich darin nicht wenige Gesteinsbrocken. Dann endlich erreichen wir Potes und machen erst einmal eine Pause.

In Potes gibt es zwei Parkplätze. Den ersten Parkplatz rechts der Straße nehmen wir nicht, denn der soll eine ziemlich steile Rampe haben. Der gleich darauf folgende auf der linken Seite ist uns ganz recht. Zwischen zwei Supermärkten führt die Straße auf eine staubige Schotterfläche, die im Hochsommer recht wenig Spaß bereiten dürfte. Die Plätze überwiegend uneben, kein Schatten, jede Menge Pkw, keinerlei VE, das nimmt man zur Not in Kauf, aber so richtig glücklich ist man nicht damit.  

Potes ist eine Gemeinde mit 1.345 Einwohnern. Der Ort liegt auf knapp 300 Metern Höhe ü. d. M. im Schnittpunkt von vier Tälern und an der Einmündung des Flusses Quiviesa in den Río Deva, dessen Quelle sich in den Picos de Europa befindet. Potes liegt an der Nationalstraße N-621, die León über den San Glorio-Pass mit der kantabrischen Küste verbindet, und an der CA-184, die über den Piedrasluengas-Pass in die Provinz Palencia führt. Die nächstgelegene Großstadt ist das ca. 100 Kilometer (Fahrtstrecke) nordöstlich gelegene Santander (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Vom Parkplatz geht es in den Ort. Zunächst können wir nicht erkennen, was an dieser Location so aufregend sein soll. Aber das ändert sich schnell. 

Verwinkelte Gassen mit Natursteingebäuden, kunstvoll gestaltete, hölzerne Balkone und Erker, die in Nordspanien weit verbreitet sind, und blumengeschmückte Innenhöfe und Gebäudefassaden verwandeln den Ort in ein echtes Schmuckstück.

Drei ansprechende Brücken über den kleinen Fluss, Arkaden entlang der Haupteinkaufsstraße und ein Festungsturm sind weitere malerische Elemente des Ortes. 

Das Hotel Casa Cayo am Rio Quiviesa und der Puente nuevo de Potes gelegen.

Ebenfalls an der CA-185 gelegen: die Kirche Iglesia nueva de San Vicente.

Der Torre del Infantado, heute das Rathaus, unweit der Straße CA-185 gelegen. Obwohl das eigentlich eine Nebenstraße ist, ist doch ordentlich Verkehr, weil viele Autos in Richtung Fuente Dé unterwegs sind. 

Gegenüber dem Torre del Infantado befindet sich dieser kleine Musikpavillon mit Steinsäulen.

Die Hauptstraße entlangzulaufen, ist allerdings kein Vergnügen, denn der starke Verkehr lärmt ordentlich. Trotzdem hat es sich gelohnt, hier einmal anzuhalten.

Fuente Dé

Nach dem Besuch von Potes geht es über die CA-185 in Richtung Fuente Dé. Die Straße ist ausreichend breit und man kann sie mühelos mit dem Camper befahren. Sie schraubt sich nun aber auch langsam von 300 Höhenmetern auf 1.100 Höhenmeter hinauf und unser Wägelchen schnauft ganz schön. Die vielen Kurven und eine ganze Reihe von kleinen und kleinsten Orten verhindern leider auch, dass wir an den vielen Anstiegen rechtzeitig Anlauf nehmen können, und so tuckern wir mit mäßiger Geschwindigkeit in Richtung unseres Tagesziels.

Fuente Dé mit der Seilbahnstation (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). In Fuente Dé endet die Straße in einem Wendehammer. Unterhalb der Straße befindet sich ein großer Parkplatz, den Wohnmobile allerdings nur bedingt nutzen können. Die Durchfahrtshöhe ist auf 2,90 m beschränkt. Das reicht in jedem Fall für Bulligröße, auch für den einen oder anderen Kastenwagen und selbst für niedrige Teilintegrierte. Alle übrigen müssen draußen bleiben und schauen, ob sie einen Platz am Rande der Straße ergattern können. Das ist insbesondere in der Nachsaison ärgerlich, weil der Parkplatz oft gar nicht voll wird, die Stellflächen davor aber mitunter nicht ausreichen. Mit größeren Fahrzeugen sollte man deshalb in der Hauptsaison, an Wochenenden und Feiertagen unbedingt rechtzeitig anreisen. Es wäre schon ärgerlich, wenn man einen schönen Ausflug hoch ins Gebirge plant und dann unverrichteter Dinge wieder abziehen muss.   

Fuente Dé ist ein Ortsteil der spanischen Gemeinde Camaleño in der autonomen Gemeinschaft Kantabrien. Der Ort zählt zum Nationalpark Picos de Europa. Er liegt auf rund 1.100 m Höhe in einem nach Süden offenen Talkessel, der halbrund von bis zu 300 m hohen Felswänden umgeben ist. Die besondere Lage macht ihn sowohl für Touristen als auch für Geomorphologen interessant. Das spanische Wort „Fuente“ bedeutet „Quelle“. In Fuente Dé entspringt der Fluss Río Deva. 

 

Im Kalksteingebirge der Picos de Europa befinden sich rund 300 Höhlen, die in den letzten Jahren vermehrt wissenschaftlich untersucht wurden. Die größten Höhlen sind „La Oliseda“ (806 m Tiefe), „La Horcadina“ (803 m), „Los Mandriles“ (200 m) und „El Sumidero“ (170 m). Im Jahr 2002 und 2003 wurden zwei weitere Höhlen entdeckt, die „Sima de la Cornisa“ mit 803 m und die „Torca Magali“ mit 400 m. Die Höhlenforscher haben inzwischen entdeckt, dass der Ursprung der Höhle „Torca Magali“ unter der Höhle „Sima de la Cornisa“ beginnt, sodass beide zusammen eine Tiefe von 1507 m bilden. Der Verbund der beiden Höhlen zählt zur zweitlängsten Höhle Spaniens. Der Eingang zur Höhle ist nur 2 km von der Bergstation der Seilbahn entfernt. 

Jenseits des Wendehammers führt ein kurzer Waldweg zum Campingplatz El Redondo. Der hat ein echt zünftiges Empfangsgebäude mit einem ebensolchen Betreiber, der uns freundlicherweise erlaubt, den Platz einmal in Augenschein zu nehmen. 

Und der Platz selbst kann sich auch sehen lassen. Wir haben nicht alle Details überprüft, aber auf den ersten Blick macht der Platz einen wirklich guten Eindruck.

Wir richten uns häuslich ein, selbstverständlich ohne Campingverhalten an den Tag zu legen und laufen anschließend zur Seilbahn, um uns über die Modalitäten zu informieren. Gerne würden wir bereits ein Ticket für morgen lösen. Anders als es im Netz beschrieben ist, ist das aber nicht möglich, wie man uns mitteilt. Dumm gelaufen, dann müssen wir morgen früh halt zeitig vor der Kasse stehen.

Ein Blick hinauf zur Bergstation. Da möchten wir morgen gerne hinauf. Hoffentlich klappt es.  

Am frühen Abend werden die Parkbuchten komplett leer und wir wundern uns, dass wir auf einmal ganz alleine hier stehen. Ein Blick in P4N zeigt uns, dass wir nicht aufgepasst haben. Wir befinden uns hier im Nationalpark und da ist übernachten so gut wie immer verboten. 

Also fahren wir 9 Kilometer das Tal hinunter bis Cosgaya und finden zwischen der Straße CA-185 und dem kleinen Rio Deva einen Platz, wo wir in 677 m Höhe übernachten können, um morgen früh wieder hochzufahren. Glück gehabt, dass wir nicht ganz zurückmüssen bis auf den schrägen Platz in Potes (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

Unser gut ausgeleuchteter Parkplatz in Cosgaya. Wir schlafen hier bestens und sind am folgenden Morgen beizeiten wach. Denn wir wollen ja unbedingt einen Parkplatz am Straßenrand ergattern. Als wir oben in Fuente ankommen, sehen wir, dass wir uns völlig umsonst Gedanken gemacht haben. Es sind mehr als genug Parkbuchten frei. 

 

Samstag, 04.10.2025 - Bergwanderung Fuente Dé 

Übernachtungsplatz Cosgaya (CA-185) – Fuente Dé - Riaño

Am heutigen Samstag öffnet die Seilbahn bereits um 09:00 Uhr, und zwar sekundengenau, unter der Woche erst eine Stunde später. Also sehen wir zu, dass wir um 08:30 Uhr geschniegelt und gestriegelt an der Kasse stehen, um gleich mit der ersten Bahn nach oben zu kommen. Zumindest bis 13:00 Uhr ist schönes Wetter vorhergesagt und da ist doch mit einigem Andrang zu rechnen.

 

Wir sind die ersten an der Kasse, aber 14 Personen mit Onlineanmeldung stehen gegen 09:00 Uhr bereits am Gate. In die Kabine passen ca. 15 Leute, also schaffen wir es nicht mehr in die erste Kabine. Macht aber auch nichts, denn die nächste ist gut 5 Minuten später an der Bodenstation.  

Das Kärtchen zeigt den Wanderweg von der Bergstation Fuente Dé zum Torre de los Horcados Rojos (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). Verlaufen kann man sich oben in den Bergen eigentlich nicht. Alle 10 Minuten spukt die Seilbahn die nächste Wanderergruppe aus und so ist man die ganze Zeit in bester Gesellschaft. Denn so mancher Spanier entpuppt sich als Bergziege und eilt schnellen Schrittes an uns vorbei. 

Um 09:15 stehen wir bei noch etwas niedrigen Temperaturen und im Halbschatten oben an der Bergstation in mehr als 1.800 m Höhe. Wir machen noch ein paar Fotos an der Bergstation und schon geht es hinauf ins Kalksteingebirge.

Blick auf die Bergstation der Seilbahn und die umliegenden Bergketten. Einstweilen können wir uns über das Wetter nicht beklagen.

Blick von unserem Wanderweg in die westlich angrenzenden Berge. Viele Gipfel im Umfeld erreichen eine Höhe von um die 2.500 m ü NN. Man ist hier also schon in alpinem Gelände. 

Wir wollen heute in Richtung Horcados Rojos laufen, ohne diesen allerdings zu erreichen. Denn etwa 700 Höhenmeter sind uns etwas zu heftig. Außerdem wird die Sonne nur die ersten 4 Stunden scheinen und der Himmel danach zuziehen, das könnte unschön werden. 

Einige hundert Meter folgen wir nun erst einmal einem recht breiten und nur moderat ansteigenden Weg. 

Gewaltige Felswände steigen unweit unseres Weges steil nach oben und verleihen der Szenerie ein monumentales Aussehen. Für Bergbewohner Alltag, aber für uns Flachlandbewohner immer wieder ein Erlebnis.

Ganz sportliche nutzen den Aufstieg als Joggingstrecke. Also das hätte Michael wahrscheinlich nicht einmal zu seinen besten Laufzeiten gepackt.

An einer ersten Weggabelung geht der Weg anschließend in die Horizontale über und wir können gar nicht so recht glauben, dass wir auf 1.900 m Höhe so bequem von A nach B kommen. Aber das geht natürlich nicht ewig so weiter. 

Kurz vor einer weiteren Wegabzweig hat ein Bergsturz den breiten Gebirgsweg verschüttet und man muss sich ganz kurz zwischen den wahllos herumliegenden Gesteinsbrocken hindurcharbeiten. Dann führt der Weg über eine lange Gerade über Geröllfelder und später Blockschuttfelder und steigt dabei nun deutlich stärker an. Dabei ist er auch weniger angenehm zu begehen, denn auf dem feinen Kies und Schotter läuft es sich einfach etwas unrund.

Später schalten sich vermehrt Serpentinen ein und das Ganze wird eine recht schweißtreibende Angelegenheit. Inzwischen sind drei Gruppen mit Spaniern, die nach uns auf das Plateau hochkamen, an uns vorbeigeflogen. Die Einheimischen sind richtige Bergziegen, die da hoch marschieren, als sei es gar nichts und selbst Halbwüchsige gehen diesen Weg gerne mit, machen ihren Eltern teilweise noch Dampf. Da gibt es kein Maulen und kein Meckern. Wirklich erstaunlich, das haben wir auch schon ganz anders erlebt.

Nach gut zwei Stunden haben wir einen Aussichtspunkt am km 4 in ca. 2.200 m Höhe erreicht und sehen, dass jenseits der Gipfel, wie vom Wetterbericht vorausgesagt erste Wolken aufziehen. Angelika legt eine Rast ein während Michael noch etwas weiter nach oben geht, um zu schauen, ob er das Ziel, den Torre de los Horcados Rojos vielleicht doch noch erreichen kann. Doch man sieht das Ziel noch nicht und bevor wir auf dem Weg bergab in einen richtigen Schutt kommen sehen wir lieber zu, dass wir den Rückweg antreten. Zurück am Rastplatz machen wir eine kurze Brotzeit und drehen danach um.

Bergab läuft es sich nun deutlich leichter und wir kommen gut voran. 

Nach knapp 4 Stunden sind wir zurück an der Bergstation und haben noch nicht einmal Wartezeit, sondern können direkt in die Seilbahn einsteigen und gen Tal gleiten. An einem Wochenende hätten wir durchaus mehr Betrieb erwartet, sind aber nicht unglücklich wie es jetzt gekommen ist. Obwohl wir ein wenig platt sind, entscheiden wir uns heute noch nach Riaño weiterzufahren.

  

Weiter mit Riaño und Covadonga