La Rochelle mit dem Tour de la Chaîne (links) und dem Tour Saint-Nicolas (rechts). Dahinter befindet sich der Vieux Port, der Alte Hafen.
Wie üblich will Michael den Stellplatz in La Rochelle am frühen Morgen anfahren, und so sucht er davor einen Übernachtungsplatz unweit der Stadt und wird in Saint-Porchaire, ca. 60 km südlich von La Rochelle, fündig. Saint-Porchaire erscheint als gute Wahl, weil es hier zwei kostenlose Stellplätze gibt. Von Dax kommend hat Michael eine sehr lange Anreise, sodass es heute recht spät wird. Bei zwei Plätzen sollte man auch am Abend noch eine freie Parzelle finden können.
Der erste Platz am Intermarché SUPER Saint-Porchaire hat mehr als genug freie Plätze, aber das sind Pkw-Parkplatzbuchten, das Auto steht also nicht wirklich gut und andere Camper sind auch nicht in Sicht. Immerhin kann man gegen Bares die VE erledigen. Am Ende fühlt sich Michael hier aber einfach nicht so richtig wohl und versucht deshalb sein Glück am Place du Champ de Foire. Und er wird belohnt. Zwei Plätze sind noch frei und so kann er sich den besseren aussuchen. Nun noch einmal volle Konzentration beim Einparken im Dunkeln, dann ist es geschafft. Nach 8 Stunden Fahrt ist er heilfroh, endlich rasten zu können, und verschwindet alsbald im Bettchen.
Die Grauwasserentsorgung funktioniert, Michael sieht jedoch nur einen Wasserhahn und das ist schlecht. Denn der wird garantiert gelegentlich zur Spülung der Toilettenkassetten genutzt, da möchte man nicht ins Risiko gehen und verzichtet lieber auf Trinkwasser.
So leise wie möglich macht Michael das Auto startklar und verlässt das Nachtlager. Noch im Dunkeln geht es auf die D 137. Die lässt sich prima befahren. Es gibt nur wenige Ortschaften, die zu durchfahren sind, und dazwischen kann man mit bis zu 90 km/h fahren und kommt schnell voran. Bis La Rochelle sind es heute Morgen noch gut 50 km. Schon bald erreicht Michael Rochefort und befürchtet, dass er da nun durch die Stadt muss. Aber die D 137 umgeht elegant den Stadtkern und schon nimmt er wieder Fahrt auf.
Karte bitte anklicken, um eine vergrößerte Darstellung zu erhalten! Das Kärtchen zeigt die Lage des Stellplatzes im westlichen La Rochelle und die Entfernung zur Altstadt. Je nach Fahrtstrecke beträgt die Entfernung etwa 2,5 bis 3 km (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).
Da der Stellplatz in La Rochelle in Fahrtrichtung gesehen hinter dem Stadtzentrum liegt, folgt Michael der Stadtautobahn, die nördlich in einem weiten Bogen um das Zentrum herumführt. Von der Autobahnabfahrt auf Höhe des Stellplatzes sind es dann nur noch wenige Kilometer und schon steht er vor der Einfahrt zum Stellplatz im Stadtteil Port-Neuf am Boulevard Aristide Rondeau.
Die Einfahrt zum Stellplatz ist mit einer Schranke versehen, davon abgesehen ist der aber für jedermann zugänglich. Trotzdem fühlt man sich hier sicher, auch weil keine negativen Meldungen in den einschlägigen Stellplatzapps zu finden sind. An der Einfahrt muss man bis an die Schranke heranfahren, ein Ticket ziehen, und schon öffnet sich der Schlagbaum.
Gleich rechts der Schranke findet man vor der unbesetzten Rezeption diesen Automaten, an dem man mit Karte bezahlen kann. Bezahlt wird allerdings erst bei der Abfahrt. In der Stellplatzapp P4N wird eine Übernachtungsgebühr von 14,40 € aufgerufen, tatsächlich bezahlt hat Michael 18 €. Das ist für eine Großstadt in Ordnung.
Auf dem Platz gibt es etwa 120 Stellplätze, ein großer Teil davon mit Stromanschluss. Trotzdem dürfte der in der Hauptsaison voll belegt sein. Ärgerlich ist, dass der Strom grundsätzlich mitberechnet wird, auch wenn man bei voller Belegung gar keine Möglichkeit hat, sein Fahrzeug ans Netz anzuschließen. Wie man im Bild sieht, ist man gelegentlich auch gezwungen, die Leitung über die Fahrbahn zu führen. Das tut dem Kabel natürlich überhaupt nicht gut. Die Probleme hat Michael aktuell aber nicht, denn der Platz ist nur etwa zur Hälfte belegt.
Der Platz wird überwiegend durch große oder mittelgroße Bäume beschattet. Im Hochsommer bestimmt willkommen, sorgen diese aber auch für schlechten Satellitenempfang. Und bei Niederschlägen sind manche Plätze etwas matschig.
Die bequem anzufahrende VE-Station.
Auf dem Platz gibt es mindestens zwei davon. Extrakosten für die VE fallen nicht an. Die Trinkwasseranschlüsse sind gegen schlafmützige oder renitente Camper geschützt. Duschen und Toiletten sind aktuell leider nicht vorhanden.
Bis in die Altstadt sind es knapp 3 km, etwas zu weit, um da zu Fuß hinzugehen. Weil Michael diesmal alleine unterwegs ist, nutzt er in den nächsten Tagen überwiegend das Fahrrad für seine Ausflüge. Heute wird aber erst einmal der ÖPNV getestet.
Eigentlich soll es den ganzen Tag immer mal wieder regnen, aber der Morgen kommt erfreulicherweise erst einmal recht sonnig daher, und so macht sich Michael gegen 10:00 Uhr fertig und läuft die Avenue Jean Guiton zur Bushaltestelle Anette Epaud hinauf, die sich an der Hausnummer 235 befindet.
Hier fahren die Linien 5 und 6 in Richtung Zentrum. Etwas unterhalb der Bushaltestelle befindet sich in der Seitenstraße Avenue du Maréchal Juin der Bäcker. Normalerweise fährt die Linie 6 ins Zentrum, aktuell ist die Linie 5 die richtige Wahl, sagt Michaels Platznachbar.
Der Bus braucht etwa 15 Minuten, die Strecke ist wenig abwechslungsreich und bietet sich auch deshalb nicht zum Laufen an.
Am Place de Verdun befindet sich im Übrigen auch der städtische Busbahnhof, von dem aus Stadtbusse in alle Richtungen abfahren. Darüber hinaus gibt es auch noch einen Busbahnhof für Fernbusse (Gare Routiere), der sich aber jenseits des Bahnhofs von La Rochelle, ganz im Südosten der Stadt, befindet. Von dort startet auch ein Bus auf die Île de Ré. Der soll bis zu 5 Räder transportieren und auch einen Zwischenstopp am Place de Verdun machen. Leider fährt der Bus in der Nebensaison eher selten und der Transport soll nur mit Voranmeldung möglich sein. Das ist für Touristen, die in der Regel nur ein bis drei Tage vor Ort sind, meist zu umständlich.
Die große Freifläche hinter dem Busbahnhof am Place de Verdun.