Porto - Mercado do Bolhão

Der Mercado do Bolhão ist ein historischer Markt im Zentrum von Porto, der 1914 eröffnet wurde. Der südliche Eingang befindet sich in der Rua Formosa 322, ca. 400 m nördlich des Bahnhofs Porto São Bento. Fährt man von Norden mit der Metro in die Stadt, kann man direkt an der Metrostation Bolhão aussteigen und steht dann nach wenigen Schritten bereits im Markt. 

 

Das Gebäude mit einer neoklassizistischen Fassade ist ein würdiger Ort für diesen wirklich schönen Markt. Nach einer umfassenden Restaurierung, die 2022 abgeschlossen werden konnte, ist er wieder ein zentraler Bestandteil des städtischen Lebens. Mit einer Länge von ca. 140 m und einer Breite von ca. 50 m bietet er auf mehr als 7.000 m² ein wirklich üppiges Warenangebot. Dabei liegt der Schwerpunkt auf frischen Lebensmitteln, die von Gemüse und Obst, über Wurst, Fleisch und Fisch sowie sonstige Meeresfrüchte bis hin zu Backwaren, Spirituosen und selbstgemachten Nudeln reichen. Wie man in einigen Fotos erkennen kann, kommt der besondere Bezug zur Sardine nicht nur in variantenreichen Sardinenbüchsen, sondern auch in allerlei Schnickschnack, der von bedruckten Textilien bis zu stilisierten Schlüsselanhängern reicht, zum Ausdruck. 

 

In deutlich kleinerem Umfang findet man auch Haushaltswaren und Textilien, Souvenirs mit einem lokalen Bezug zur Porto vor allem aber eine ganze Reihe kleiner Streetfood-Stände, die frisch zubereitete Speisen und Leckereien bereitstellen. Hier muss man echt diszipliniert sein, um nicht vollständig dem Rausch der Sinne zu erliegen. 

Das Kärtchen zeigt die Lage des Mercado do Bolhão im Zentrum von Porto (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0).

Wir betreten den Markt von Süden und treten jenseits des Eingangsportals gleich wieder ins Freie. Für Regentage sicher suboptimal, aber alle wirklich wichtigen Teile des Marktes sind überdacht.

Die Waren werden ausgesprochen geschmackvoll, man könnte fast sagen handverlesen in den Auslagen präsentiert.

Gemüse und Obst machen einen richtig frischen Eindruck und man könnte sich direkt die Rucksäcke füllen. 

Aber wir haben ja noch den ganzen Tag vor uns und können unmöglich, bepackt wie die Esel, durch die Stadt laufen, wo wir uns doch selbst schon ständig hinauf- und hinunterschleppen müssen.  

Gefühlt zieren Fische tot oder lebendig jeden dritten Stand.

Auch hier nehmen die Sardinen wieder breiten Raum ein und animieren zum Kauf der allseits beliebten Büchsenkost.


Unglaublich, was den Portugiesen zu Sardinen alles einfällt. 

Wir werden uns an einem der nächsten Tage noch damit eindecken, aber nicht heute früh.  

Der Treppenaufgang am nördlichen Ende des Marktes, rechts neben der Treppe geht es zur Metro.  

Auch bei den Textilien ist der Bezug zum Fisch unverkennbar. An Jodmangel dürfte hier niemand leiden. Angelika findet Gefallen, also decken wir uns ein, denn diese Ware ist leicht zu transportieren. 

Auch diese Ware gefällt uns. Sie hat aber den Gewichtsnachteil. Und wenn man hier Einzelstücke erwirbt, passen die zu Hause zu gar nichts.  

Schon wieder Fisch! Man wird ihn nicht mehr los.

Da freut man sich ja schon über eine kleine Abwechslung.

Diese zum Verweilen einladende Installation repräsentiert 2,5 Tonnen an Papierabfälle. Um die zu produzieren, werden angeblich 50 Bäume benötigt. Man mag es kaum glauben! Hoffen wir einmal, dass kleine Bäume gemeint sind. Michael hätte angenommen, dass hierfür ein ordentlich großer Baumstamm ausreicht. Man lernt wirklich nie aus. Insofern eine sinnvolle Installation, die zwischen Rast und Toilettengang zum Nachdenken anregt. 

Nun ein harter Schnitt vom Toilettengang zu selbstgemachten Nudeln. Wer möchte, kann sich hier eine Portion Nudeln warm machen lassen, die anschließend in einem schüsselförmig ausgehöhlten Käserad so lange hin und her bewegt werden, bis sie den verflüssigten Käse intensiv an sich gebunden haben. Und das kann man dann vor Ort genussvoll verzehren. 

Natürlich konnten wir uns den Verlockungen auch nicht ganz entziehen. Am ersten Tag haben wir allerdings noch den Fehler gemacht, selbst geschmierte Brötchen mitzuschleppen. Das fiel dann beim zweiten und dritten Besuch aus. Obwohl die Preise auf diesem Vorzeigemarkt etwas höher sind als in den Außenbezirken der Stadt, isst und trinkt man hier durchaus noch einigermaßen preisgünstig. Eigentlich hätten wir hier einen halben Tag verbringen können. Aber es gibt ja so viel zu sehen in Porto, da haben wir schon den Ehrgeiz soviel als möglich an Erinnerungen mit nach Hause zu nehmen.