Riaño und Covadonga

Picos de Europa

Samstag, 04.10.2025 - Bergwanderung Fuente Dé und Weiterfahrt nach Riaño

Übernachtungsplatz in Riaño

Gegen 14:00 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Potes und kaufen im dortigen Supermarkt noch ein paar Kleinigkeiten für Sonntag ein. Dann geht es wieder auf die N-621 diesmal allerdings nach Südwesten. Zum Glück ist heute Samstag und wir müssen nicht, wie zwischen Panes und Potes, ständig Baustellen befürchten.

Der Streckenabschnitt zwischen Potes und Riaño, den wir nun befahren, hat allerdings auch seine Tücken. Die Straße ist sehr kurvenreich und es ist die engste Straße, die wir in den Picos de Europa bisher befahren haben. Zum Glück ist wenig Verkehr. Bei allen Fahrzeugen, die ihre Seitenspiegel in der Höhe unserer Spiegel haben, halten wir die Luft an. Hinzu kommt, dass die Straße beständig nach oben führt. Wir warten die ganze Zeit, dass die Straße endlich mal ein Hochplateau oder einen Pass erreicht und wir dann wieder Tempo aufnehmen können.

Doch es geht höher und höher und auf einmal sind Schneestangen gesteckt. Ein Blick auf das Navi verrät, dass wir schon deutlich oberhalb von 1.000 Höhenmetern herumfahren. Und es geht immer noch höher. Schließlich setzt Nebel ein, wir haben nur noch 50 m Sicht und es kommt weiterhin Kurve um Kurve. Mit 30 km/h schleichen wir den Berg hoch und die Pkw hinter uns haben keine Chance zu überholen und sind begeistert. 

 

Bei 1.606 Höhenmetern kommt endlich der Pass. Hier finden wir eine kleine Haltebucht und können die Pkw vorbeilassen. Was wir nicht finden, ist ein Hochplateau. Nein, es geht gleich wieder nach unten. Anders als erhofft können wir auch jetzt kein Tempo aufnehmen. Das ginge nur zu Lasten der Bremsen. Wir fahren also schön langsam weiter, nutzen die Motorbremse und beamen uns ganz langsam ins Tal hinunter. Erst bei 1.200 m Höhe sehen wir im wahrsten Sinne des Wortes wieder Land. Der Nebel hat sich aufgelöst, die Anzahl der Kurven nimmt deutlich ab und wir können jetzt endlich wieder etwas schneller fahren.

Doch nun erleben wir eine weitere Überraschung. Auf einmal sind alle Felswände schwarz. Hier hat es gebrannt und das ziemlich heftig! Es folgt Felswand um Felswand und alle bleiben schwarz.

Es sind etliche Höhenzüge, die völlig verkohlt sind, und etliche kleine Weiler hatten entweder riesiges Glück oder tapfere Einwohner und Feuerwehrleute. Denn die Feuerwalze konnte meist unmittelbar vor diesen, vermutlich mit unglaublichem Aufwand, gestoppt werden. Nach etwa 20 Kilometern endet die verbrannte Erde und die Hügel färben sich wieder grün. Jetzt endlich endet auch die Vielzahl der Kurven und wir können Fahrt aufnehmen. Wir sind froh, als wir dann endlich Riaño erreichen. Auf Sightseeing haben wir heute keine Lust mehr, denn es ist schon fast 18:00 Uhr. 

Riaño ist ein Ort mit 474 Einwohnern (Stand: 2024) in der Provinz León in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien und León (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

 

Riaño liegt im Quellgebiet des Río Esla auf dem Nordufer des Stausees von Riaño, zu Füßen der Picos de Europa, in einer Höhe von ca. 1.100 m; die Provinzhauptstadt León ist etwa 100 km (Fahrtstrecke) in südwestlicher Richtung entfernt. Das Klima im Winter ist rau, im Sommer dagegen eher trocken und warm; Regen (ca. 795 mm/Jahr, etwas mehr als in Frankfurt am Main) fällt überwiegend im Winterhalbjahr.

Hier sehen wir den kostenlosen Stellplatz mit VE. Der Stellplatz ist recht groß, teilweise mit Bäumen bestanden, aber die sehr staubige Schotterfläche sorgt vor allem an trockenen und windigen Tagen dafür, dass reichlich Staub aufgewirbelt wird. Da der Platz kostenlos ist, lockt er dennoch zahlreiche Camper an, und so stehen hier am Abend trotz Nebensaison etwa 40 Fahrzeuge, während er am Morgen nur zu einem Drittel gefüllt war. Auf den ersten Blick ist nichts frei, doch es gibt die angesprochene hohe Fluktuation, und so müssen wir nicht lange warten. Das ständige Kommen und Gehen bringt zeitweise aber auch etwas Unruhe auf den Platz. Die Grauwasserentsorgung ist ok, aber die Toilettenentsorgung ist etwas umständlich, die Abdeckklappe fällt ständig zu beim Entleeren und man muss tricksen, um die Sache halbwegs sauber über die Bühne zu bringen.

 

Die VE ist eingeschränkt, Trinkwasser gibt es aktuell an der VE-Station keines. Der vorhandene Wasserhahn dient zur Spülung der Toilettenboxen. Obwohl das in der Stellplatz-App groß und breit angesprochen wird, scheinen das aber nicht alle zu wissen. Und so spült mancher Camper sein Geschirr mit dem Schmutzwasser, und man kann nur hoffen, dass diese Camper morgen nicht bettlägerig sind. Wir haben den Wassermangel schon in Panes mitbekommen und gleich mal 85 Liter Wasser für die nächsten Tage gebunkert.  

Wie sich später herausstellt, stimmen aber auch die Infos in der Stellplatzapp P4N nicht ganz. Da Michael die Plätze meist gründlich in Augenschein nimmt, sieht er schon bald wassertragende Camper von der Westseite des Platzes kommen. Und siehe da, schön versteckt gibt es auch einen Trinkwasserhahn. Stimmt also gar nicht, dass es keines gibt. Es ist zwar ein wenig unbequem, aber bevor man gar kein Trinkwasser hat, nimmt man halt einmal die Gießkanne in die Hand. Trotz des einen oder anderen kleinen Mangels sind wir Camper froh, dass die Gemeinde diesen Platz zur Verfügung stellt, denn das Umfeld dieses Spots ist wirklich extrem schön. Vielen Dank also an die Gemeinde Riaño.

Leider haben wir gestern Abend vergessen, unseren Camper noch auf die Keile zu stellen, haben etwas schräg geschlafen und sind deshalb etwas unentspannt heute Morgen. Außerdem waren wir etwas zu dünn angezogen. In dieser Höhe wird es nachts doch ganz schön kühl. Immerhin können wir ausschlafen, denn heute herrscht keine Eile.  

Wir überlegen, ob wir am Nachmittag schon nach Covadonga, unserer nächsten Station, weiterfahren sollen. Aber dort ist heute Regen angesagt und das wäre ja geradezu frevelhaft, das herrliche Bergpanorama hier bei Sonne zu verlassen und gegen das verregnete Covadonga einzutauschen. Da bleiben wir doch lieber noch einen Tag auf der Südseite der Picos de Europa und lassen es uns gut gehen. Bis hierher schaffen es die Wolken heute nicht, weil sie auf der Nordseite der Picos abregnen und dann nicht mehr als graue, sondern schneeweiße Wolken über den Kamm kommen und der Sonne genügend Gelegenheit geben, zwischen diesen hindurch zu lunsen und uns einen wunderschönen Tag zu bescheren. 


Fotogene Distelgewächse sieht man hier an vielen Stellen. Nicht wenige Besucher glauben offensichtlich, die Stämme der Espen mit ihrem Namen oder einer Botschaft traktieren zu müssen. Hoffen wir mal, dass die Bäume diese Angriffe weiterhin so gut überstehen, denn besonders im Herbst zaubern sie mit ihrem goldgelben Laubkleid ein wunderbares Licht auf den Stellplatz.

Nach einem kleinen Frühstück laufen wir gegen 09:30 Uhr zum Mirador de las Hazas. Querfeldein bewegen wir uns nach Nordwesten zwischen den Gebäuden hindurch in Richtung des Fahrbahndamms der Straße N-621 und gelangen dort über einen Trampelpfad auf die Umgehungsstraßen. Dort wenden wir uns nach Westen, bis wir die kleine Straße hinauf zum Campingplatz erreichen, und folgen dieser bis zum Campingplatz.

Unmittelbar vor der Einfahrt zum Platz verlassen wir den Asphalt und gelangen über diesen Schotterweg weiter nach oben. Von hier aus hat man immer wieder schöne Ausblicke auf die Stadt, das Bergpanorama und den Stausee, aber auch den Campingplatz kann man gut überblicken. Auch der hat seine Reize und bietet Bequemlichkeiten, die man unten auf dem kostenlosen Stellplatz nicht hat. Man kann hier zelten oder eine Hütte mieten und ist so auch mit einem Pkw, einem Motorrad oder dem Fahrrad bestens untergebracht.

Der Schotterweg entlässt uns auf einen bogenförmig ausgelängten Höhenrücken, auf dessen südlichem Ende sich der Aussichtspunkt Mirador de Las Hazas befindet (Höhe ca. 1220 m). Hier hat man eine große Schaukel installiert, sodass man die herrliche Aussicht auf das Umfeld noch besser genießen kann. Offensichtlich können sich manche Zeitgenossen gar nicht von der Schaukel trennen, sodass sich die Stadt genötigt sah, klare Benutzungsregeln einzuführen. Zwei Minuten, werden einem gegönnt, sofern weitere Besucher vor Ort sind.  

Die Schaukel erweckt den Eindruck, hier könne man mal so richtig drauflosschaukeln. Tatsächlich ist es bei den langen Ketten gar nicht so einfach, ohne fremde Hilfe Fahrt aufzunehmen.

Blick vom Mirador de Las Hazas in westlicher Richtung auf den Stausee und die Brücke Puente Pantano de Riaño.  

Und noch ein Blick vom Mirador de Las Hazas in westliche Richtung auf den Stausee und die Brücke Puente Pantano de Riaño. Heute ist ein perfekter Tag. Traumhafte Aussicht bei ebensolchem Licht, mehr geht nicht.

Nur einige hundert Meter nordwestlich des Mirador de las Hazas befindet sich in 1224 m Höhe der Mirador Alto Valcayo. Hier stehen eine hölzerne Sitzgruppe und ein Herz aus Stahl. Ein Spanier und eine Spanierin demonstrieren uns, was man mit einem solchen Herz anfangen kann. Darüber hinaus hat man hier natürlich ebenfalls eine hervorragende Aussicht auf das Städtchen und das Bergpanorama. Abgesehen von diesen beiden Aussichtspunkten gibt es rund um den See noch eine ganze Reihe schöner Plätze, die man erwandern kann. Dementsprechend kann man hier auch bei einem längeren Stopp einige wunderbare Tage verbringen. Vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit! 

 

Nun geht es wieder hinunter in den Ort. Da heute Sonntag ist, haben wir keine großen Erwartungen, und die werden auch voll erfüllt. Immerhin bekommen wir an einem kleinen Marktstand etwas Obst und Gemüse und ein Bäcker hat auch geöffnet. Davon abgesehen hat die Stadt wenig zu bieten. In manchen Alpenregionen wäre man allerdings froh über solch paradiesische Zustände.

Die Kirche und eine kleine Kapelle unweit der Brücke sind ganz schön, das war es dann aber auch. Die Puente Pantano de Riaño selbst ist eigentlich kein wirklich schönes Bauwerk. Aber dank Lage und Umfeld macht die sogar noch eine gute Figur. 

Am Abend geht Michael noch einmal alleine hinauf zur Schaukel, in der Hoffnung, einen wunderbaren Sonnenuntergang zu sehen. 

Der kommt dann auch, doch wir stehen falsch. Unser Standort wäre der richtige für den Sonnenaufgang, aber da kommen wir ja nie in die Puschen. Also nehmen wir, was wir bekommen können. Immerhin sind ein paar Wolken da. 

Beim Blick nach Osten sieht man dieses Bild. Ein sehr großer Mond und ein wenig Alpenglühen.

Alles in allem hatten wir einen nahezu perfekten Tag. Und nachdem es letztes Jahr wegen starken Regens mit den Picos überhaupt nicht klappen wollte, sind wir in diesem Jahr mehr als entschädigt worden.

Covadonga

Montag, 06.10.2025, von Riaño nach Covadonga

Nach der Erfahrung bei der Anfahrt nach Riaño vermuten wir, dass die Straße von Riaño nach Covadonga ähnlich schwierig zu befahren ist. Aber wir werden zunächst einmal überrascht. Denn die Straße ist ausreichend breit, hat nur wenige Kurven und auch das ansonsten übliche Auf und Ab hält sich in Grenzen. Mühsame Anstiege gibt es kaum und daran ändert auch die Passhöhe von 1.300 Metern nichts mehr, denn wir bewegen uns heute ja prinzipiell in Richtung Meeresniveau. Trotzdem endet das unbeschwerte Fahren irgendwann. Denn auch diese Straße wird deutlich enger und kurvenreicher und wir gelangen immer tiefer in eine enge Schlucht hinein. 

Dort gibt es einige Tunnel und schräge, leicht überhängende Wände und wir müssen langsam machen, um im Notfall schnell abbremsen zu können. Wie man hier sieht, nutzen wir auch die gesamte Fahrbahnbreite, um nirgendwo ein Hindernis zu übersehen Und wir fahren wieder so lange wie möglich mit der Motorbremse. Unser Vorteil ist, dass es noch früh am Tag und dunkel ist, wir also wenig Verkehr haben und entgegenkommende Fahrzeuge schon sehr früh sehen können. Und wir haben einen weiteren Vorteil: Der dichte Nebel, den wir vorgestern hatten, fehlt heute. Trotzdem sind wir froh, als sich die N-625 endlich Cangas de Onís nähert. In diesem Ort zweigt die Straße nach Covadonga ab und nun sind es nur noch etwa 10 Kilometer, die vor uns liegen. Fast zwei Stunden sind wir unterwegs, bis wir unser Fahrzeug endlich auf dem Parkplatz abstellen können. Insgesamt würden wir sagen, dass die N-625 trotz allem besser zu befahren ist als die N-621.

Wie ihr dem Kärtchen entnehmen könnt, gibt es unterhalb Covadonga und auch direkt im Ort eine ganze Reihe von kleineren Parkplätzen, die sich aber alle nicht wirklich für Wohnmobile eignen und die wegen der Nähe zu Covadonga auch fast immer belegt sind. In Bulligröße kann man hier vielleicht Glück haben, ansonsten eher nicht. Prinzipiell ist der Parkplatz P3 der für Wohnmobile vorgesehene Platz und der besitzt auch eine VE-Station. Der näher zu Covadonga liegende Parkplatz P4 hat aktuell eine Höhenbeschränkung von 2,20 m. Der PP3 ist bei unserer Ankunft bereits gut belegt. Wir parken, sind aber mit unseren 7,35 m eigentlich zu lang für die Parkbucht und fühlen uns hier nicht gut aufgehoben. Ein anderer Camper sieht das und meint, wir sollten doch über die kleine Brücke hinter uns fahren. Jenseits des Baches gäbe es zwei weitere Parkflächen mit mehr als genug Plätzen. Also fahren wir über die Brücke und schon haben wir 40 Plätze zur Auswahl. In der Stellplatzapp werden 3 € für 24 h aufgerufen. Die Camper vor Ort versichern uns aber, für den Platz würden aktuell keine Gebühren erhoben. Vom Parkplatz P3 sind es bis Covadonga ca. 1,5 km Wegstrecke. Ihr könnt entweder, wie wir, dem Fußgängerweg entlang der Straße folgen oder den vielleicht etwas schöneren Fußweg durch den Wald nehmen (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

Als wir unser Wägelchen abstellen, liegen noch letzte Reste des Morgennebels über dem Gelände und erzeugen zusammen mit der mühsam aufsteigenden Sonne eine mystische Szenerie.

Die angrenzende Wiese ist voll von Spinnennetzen, die im Zwielicht schimmern.

Vom PP3 aus laufen wir gegen 08:45 Uhr die Straße hinauf zum Parkplatz P4, wo an einer kleinen Holzhütte gegenüber des Hotels Auseva Tickets für den Eintritt zu den Lagos de Covadonga, also den Seen oben in den Bergen, verkauft werden. Das funktioniert aber nur deshalb, weil in der Nebensaison weniger Tickets online gebucht werden, als Plätze im Bus vorhanden sind. Die freien Plätze werden dann mit Tagesgästen aufgefüllt. Im Sommer und an Feiertagen sind Tickets nur online zu buchen und das teilweise deutlich vor dem Besuchstermin. Nachteil für Frühbucher: Man weiß nie, wie das Wetter am Besuchstag ist, und die Lagos de Covadonga bei miesem Wetter anzusehen, ist wie Geld verbrennen.

 

Nachteil bei unserer Spontan-Variante: Die Busse am Morgen sind komplett ausgebucht. Der früheste Bus, den wir nehmen können, fährt erst um 11:00 Uhr. Zurückfahren können wir entweder um 15:00 Uhr oder um 18:00 Uhr. Man muss sich leider vorher festlegen, wann man den Rückweg antritt. Wir entscheiden uns spontan für die Anfahrt um 11:00 Uhr und die Rückfahrt um 15:00 Uhr. Wenn ihr einen sonnigen Tag erwischt und euch verpflegungstechnisch gut präpariert, gibt es dort oben genug zu sehen, um erst am Abend zurückzukehren. Und es gibt dort oben auch ein Restaurant, in dem ihr einkehren könnt. 

Nun haben wir also noch zwei Stunden Zeit. Die wollen wir nutzen und entscheiden uns, die etwa 1,5 km zum Kloster Covadonga hochzulaufen und uns dort auch einmal umzuschauen und Fotos zu machen. 


Der Ort Covadonga mit seinen 55 Einwohnern (Stand 2018) liegt auf 253 m ü. NN. Der Name ist zusammengesetzt aus cova (für „Höhle“) und donga („des Herrn“). In der Felsenhöhle von Covadonga befand sich schon zur Zeit des Westgotenreichs ein Marienheiligtum. 722 fand dort die Schlacht von Covadonga statt, in welcher Pelayo, der Anführer einer christlichen Streitmacht, einen Sieg über muslimische Truppen errang. Dieser Erfolg gilt als Beginn der Reconquista. Und deshalb hat dieser Ort eine ganz besondere Bedeutung für Spanien. Die asturische Chronik des Königs Alfons III. enthält einen Bericht, wonach in dieser Schlacht himmlisches Eingreifen das Marienheiligtum schützte und den Sieg herbeiführte. Daher wurde Covadonga ein Marien-Wallfahrtsort. Der „Jungfrau von Covadonga“ wurde eine Basilika errichtet (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

Auch für den ausländischen Touristen sind die Klosterkirche und das Umfeld sicher lohnende Ziele. Aber wer die Lagos de Covadonga und die sie umgebende Bergwelt bei schönem Wetter gesehen hat, dem werden die Bilder von dort oben deutlich länger im Gedächtnis bleiben. Die Natur ist einfach unvergleichlich. 

Ankunfts- und Abfahrtsplatz der Shuttlebusse zu den Lagos de Covadonga. Pünktlich um 10:45 Uhr sind wir vom Kloster Covadonga zurück am Parkplatz P4 und warten auf den Bus, der uns 15 Minuten später aufnimmt. Kurz danach erreichen wir die Schranke zur Bergstraße, die verhindert, dass jedermann dort hinauffahren kann. Und das ist auch dringend erforderlich, denn die Straße ist richtig steil und kurvenreich und der Bus hat manchmal größte Mühe, die Kurve zu bekommen. Da neben den Bussen auch noch Taxen, Sammeltaxen und Sonderfahrzeuge dorthinauf dürfen, kommen immer wieder Fahrzeuge entgegen und der Bus hat einiges zu tun, um am Gegenverkehr vorbeizukommen. Als wir schon fast oben sind, kommt uns auch noch eine Kuhherde entgegen, also müssen wir erst einmal warten, bis die Rindviecher an uns vorbeigelaufen sind. Am Ende brauchen wir fast 40 Minuten, bis wir die 12 km bis oben geschafft haben. Nun bleiben nur noch 3 Stunden für unsere Erkundungsgänge.

Während der Ort Covadonga sich in etwa 250 m ü. NN befindet, bewegt man sich hier oben zwischen etwa 1.100 und 1.200 Höhenmetern. Direkt am Parkplatz, auf dem uns der Shuttlebus auslädt, nimmt uns eine junge Frau in Beschlag und erläutert in schnellstem Spanisch und gestenreich, was man hier oben sinnvollerweise machen kann. Wir verstehen da natürlich gar nichts, können aber den Plan fotografieren, um wenigstens eine grobe Orientierung zu haben (Quelle: OpenStreetMap, Lizenz CC-BY-SA 2.0). 

 

Gleich nebenan steht auch ein Taxi, das einem die anstrengenden Auf- und Abstiege zu den Seen und sonstigen Attraktionen abnehmen möchte. Das Ganze natürlich gegen ordentliches Entgelt. Darüber hinaus gibt es hier oben auch mindestens zwei Restaurants, in denen all jene sich versorgen können, die nicht daran gedacht haben, etwas zu essen mitzunehmen.  

Vom Parkplatz aus führt ein etwa 250 m langer Fußweg hinauf zu einem Besucherzentrum. Den Drang, hineinzugehen, verspüren wir nicht, aber den Drang zu einer Brotzeit sehr wohl, und so lassen wir uns in einer angrenzenden Grünanlage nieder und essen erst einmal etwas. 

Nach dem Essen wird der Lageplan geprüft. Wir entscheiden uns für eine kleine Runde um die beiden Seen, sind dann aber inkonsequent und lassen uns treiben. Das macht aber auch nichts, denn die meisten Wege zeigen irgendeine schöne Aussicht auf ein tiefes Tal, eine Bergkette oder eben auf einen der beiden rund 1.100 m hoch gelegenen Seen Lago Enol und Lago Ercina. Zu sehen gibt es also fast überall etwas. Unweit des Besucherzentrums befindet sich der Aussichtspunkt Mirador del Principe. Von hier aus hat man bereits einen ersten wundervollen Blick in das nördlich angrenzende Tal.

Hier stehen wir ein wenig oberhalb des Aussichtspunktes Mirador del Principe und blicken ebenfalls nach Norden. Im Bildhintergrund sieht man das Meer.

Schöne Erosionsformen des Kalksteinplateaus im Umfeld der Lagos de Covadonga.

Eine kleine Schlucht im Kalksteinplateau, in der früher Bergbau betrieben wurde. Einige Erinnerungsstücke und ein kurzes Stück eines alten Stollens beließ man vor Ort.  

Der gut gesicherte Eingang zum ehemaligen Stollen der Mina de Buferrera.

Blick nach Südwesten zum Restaurant Maria Rosa und dem vorgelagerten Parkplatz.

Hier stehen wir am Mirador de Entrelagos, also dem Aussichtspunkt zwischen den Seen. Im Bild sehen wir südöstlich des Aussichtspunktes den Lago de la Ercina.

Blick vom Mirador de Entrelagos auf den westlich hiervon gelegenen Lago Enol.

Leider haben wir uns mit der Zeit etwas verkalkuliert. Wir konnten einfach nicht abschätzen, wie lange der Bus bis oben brauchen würde. Darüber hinaus sind die Wege doch ganz ordentlich profiliert, also geht es häufig hoch und runter, und man kommt dann einfach nicht so schnell vom Fleck, wie man das gerne möchte. Unser Tipp: Wenn ihr die Zeit habt und ausreichend verpflegt seid, nehmt euch 6 bis 8 Stunden Zeit, dann könnt ihr doch einiges mehr machen, als wir das konnten.

 

Für uns heißt es nun etwas vorzeitig Abschied nehmen. Um 14:45 Uhr stehen wir auf dem Parkplatz am Shuttlebus und pünktlich um 15:00 Uhr bringt uns der Bus hinunter zum PP 4 unterhalb des Klosters Covadonga. Am Wohnmobil angekommen wechseln wir unsere verschwitzten Kleider und machen uns abfahrbereit. Gegen 16:30 Uhr erreichen wir den Küstenort Ribadesella. Insgesamt muss man sagen, dass die Asturier die Sache sehr gut im Griff haben und die ganze Abwicklung reibungslos verläuft. Kompliment an die Organisation.

 

Weiter mit Ribadesella und Gijón